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Lebensretter: Glaser-Geselle Sebastian Erb (l.) und sein Chef Ludwig Birner haben den Fahrer aus diesem versunkenen Auto gezogen.

„Ich bin einfach reingesprungen“

Auto im Bach: Wie dieser Fischbachauer zum Lebensretter wurde

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Er kam gerade rechtzeitig - und er reagierte goldrichtig: Sebastian Erb (23) hat einen Mann aus seinem Auto aus der Aurach gezogen. Hier erzählt er, wie er zum Lebensretter wurde.

Neuhaus – Nicht nur einen, sondern gleich zwei Schutzengel hatte der 55-jährige Bayrischzeller, der am Mittwochvormittag mit seinem Auto kopfüber in der Aurach gelandet war: den 23-jährigen Glaser-Gesellen Sebastian Erb aus Wörnsmühl und seinen Chef Ludwig Birner aus Hundham. Die beiden Männer waren als Ersthelfer vor Ort und haben dem in seinem Auto eingeschlossenen Fahrer aus dem reißenden Bach gezogen. Wir haben mit Erb über seinen vermutlich lebensrettenden Sprung ins kalte Wasser gesprochen.

Herr Erb, erst mal Hut ab vor Ihrem mutigen Rettungseinsatz! Erzählen Sie mal, wie es dazu kam.

Erb: Ich bin mit meinem Chef auf dem Rückweg von einer Baustelle in Neuhaus gewesen, als ich plötzlich Schleuderspuren auf der Straße gesehen habe. Im Augenwinkel habe ich dann erkannt, dass ein Auto vor der Brücke in der Aurach liegt. Mein Chef hat sofort angehalten, und ich bin direkt losgelaufen und in den Bach gesprungen.

Ohne zu zögern?

Erb: Ja. In so einem Moment denkt man nicht großartig nach. Mir war einfach klar, dass ich helfen muss. Also bin ich in voller Montur ins Wasser rein. Als ich den Türgriff gefunden hatte, hab ich nach dem Fahrer gesucht. Durch den geplatzten Airbag war aber alles total vernebelt. Erst als ich laut geschrien habe, hat jemand auf der Rückbank geantwortet. Durchs Fenster habe ich dann den Fahrer gesehen und gleich die Tür aufgerissen. Weil das Auto in Fließrichtung im Bach gelandet ist, ist das zum Glück nicht schwer gewesen. Viel Zeit war nicht mehr, weil das Wasser durch die offene Heckklappe schnell ins Auto gelaufen ist. Mit meinem Chef habe ich dem Mann dann ans Ufer geholfen.

War er ansprechbar?

Erb: Das schon, aber er hat nicht viel gesagt. Ich denke, er hat unter Schock gestanden. Er hat nur gemeint, er hätte Angst gehabt, dass er ertrinkt.

Wie ist es Ihnen ergangen?

Erb: Ich war so voller Adrenalin, dass mir vieles erst nachher klar geworden ist. Zum Beispiel, dass das Wasser doch ziemlich kalt war.

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