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Auch das kommt vor: Am Bahnübergang Westenhofen mit seinen langen Schließzeiten müssen auch mal Einsatzkräfte des Roten Kreuzes warten.

Bürgerversammlung

Bahn gibt in Westenhofen Gas

Die Bahn drückt aufs Tempo. In drei Jahren sollen die langen Schranken-Schließzeiten am Bahnübergang Westenhofen der Vergangenheit angehören. Das soll ohne Planfeststellungsverfahren und ohne Abriss des Gasthauses Prinzenweg klappen.

Schliersee – Es ist fast kurios: Einst hatte der Schlierseer Gemeinderat den Bahnübergang in Westenhofen in die Planungen für das Gasthaus Prinzenweg mit einbezogen – quasi vorausschauend, wenn irgendwann einmal die Verkehrssituation an den Gleisen angepackt wird. Nun dreht sich die Reihenfolge offenbar um. Nicht der Abriss des Prinzenwegs und der Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses kommen zuerst, sondern tatsächlich die Ertüchtigung des Bahnübergangs – und damit das Ende der langen Schließzeiten. Zumindest sieht es ganz danach aus, wie Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer nun bei der Bürgerversammlung berichtete.

In dieser Woche sei die Bahn im Rathaus gewesen, erzählte Schnitzenbaumer im Forum der Vitalwelt. Und schon nächste Woche trifft man sich noch einmal im Landratsamt, das Straßenbauamt Rosenheim ist auch dabei. Die Zielsetzung: der Umbau der Kreuzung bis Ende 2021. Das der bis dahin kommen könnte, hatte der Gemeinderat wohl kaum gedacht, als er vor drei Jahren die Machbarkeitsstudie anfertigen ließ. Die Erfahrungen des Nachbarn Hausham, der jahrzehntelang um eine Lösung für seinen Bahnübergang rang, waren natürlich auch in Schliersee bekannt.

Für „Historiker“: Mutmacher-Runde am Bahnübergang Hausham (Bericht von 2010, was danach geschehen ist, ist bekannt..)

Möglich machen das Tempo Schnitzenbaumer zufolge Sondermittel des Bundes, die bis 2021 abgerufen sein müssen. Dank besagter Machbarkeitsstudie hat Schliersee offenbar gute Karten. Künftig soll es so laufen: Nähert sich ein Zug, stoppt eine Ampel sämtliche Verkehrsströme auf der B 307 und der Breitenbachstraße. Somit können Autos, die noch auf dem Bahnübergang stehen, diesen verlassen und die Schranken geschlossen werden. Der Geradeaus-Verkehr auf der Bundesstraße bekommt dann wieder grünes Licht. Fließen kann der aber nur, wenn er nicht von wartenden Rechts- und Linksabbiegern behindert wird. Für die soll es eigene, längere Abbiegespuren geben.

Auch interessant: Schranke zu, kein Zug in Sicht: Dieser Bahnübergang sorgt für Ärger

Aktuell wird die Schrankenanlage noch per Hand vom Stellwerk Schliersee aus bedient. Das sei mit über 100 Jahren das älteste Bayerns, sagte Schnitzenbaumer in der Bürgerversammlung. Auch diese Anlage, die zusammen mit dem Bahnhof und der Schrankenanlage bahntechnisch eine Einheit bildet, soll modernisiert werden. Erstaunlich dabei: Wie Schnitzenbaumer signalisiert wurde, könnte dies ohne ein langwieriges Planfeststellungsverfahren über die Bühne gehen. Allein dieses würde mindestens ein Jahr dauern. Genaueres weiß derzeit auch der Bürgermeister nicht. Positiv: Die Tatsache, dass das Gasthaus Prinzenweg erstmal doch nicht abgerissen wird, steht dem Kreuzungsumbau nicht im Weg. Bekanntlich hat Walter de Alwis es gekauft, um dort Personal seines Schlierseer Hofs einzuquartieren (wir berichteten). Was allerdings noch nicht klappen wird, ist die gewünschte Gehwegführung ein paar Meter weiter in Richtung Hausham. Das dortige Gebäude steht dafür zu nah an der Straße. Platz für die Abbiegespuren für Autofahrer, die über den Bahnübergang wollen, ist dennoch genug da. Momentan bilden sich bei geschlossenen Schranken schon bei wenigen wartenden Autos lange Schlangen.

Klappt es, werden die Schranken künftig nicht länger als vier Minuten geschlossen sein. Aktuell ist es gerne einmal doppelt so viel, was bei Einsätzen zum Beispiel des BRK problematisch ist.

Anpacken möchte die Bahn auch den kleinen Bahnübergang am Kirchbichl. Hier soll eine Halbschranken-Anlagekommen. In Fischhausen-Neuhaus sind es vor allem die von Brunnbichl kommenden Autos, die Probleme bereiten. Hier soll eine Verschwenkung des Sträßchens über den Parkplatz des Wasmeier-Museums Abhilfe schaffen. Dazu braucht es laut Schnitzenbaumer noch Gespräche.

Daniel Krehl

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