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Bahnstrecke Schliersee-Bayrischzell: Gleisschäden weiten sich aus - massive Verspätungen

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Von: Sebastian Grauvogl

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Ein Zug der Bayerischen Regiobahn
Kämpft mit Verspätungen wegen Gleisschäden: die BRB. © Thomas Plettenberg

Die Reparaturarbeiten an den Gleisen auf der Bahnstrecke Schliersee-Bayrischzell dauern an. Die Folge: massive Verspätungen für die BRB. Besserung ist kaum in Sicht.

Schliersee/Bayrischzell – Wird’s den Gleisen zu heiß, dehnen sie sich aus. Und weil das in der Länge nicht möglich ist, gehen sie eben in die Breite. Werden diese Ausbeulungen zu groß, reißt das Metall von den Schwellen. Die Gefahr solcher Schienenverwerfungen ist die Ursache, warum auf der Bahnstrecke zwischen Fischhausen/Neuhaus und Geitau seit mehreren Wochen an einen planmäßigen Zugbetrieb nicht mehr zu denken ist, erklärt der Geschäftsführer der Bayerischen Regiobahn (BRB), Arnulf Schuchmann. Auf zwei Kilometer würden sich die Langsamfahrstellen mittlerweile summieren. „Da brauchen wir es gar nicht mehr versuchen, pünktlich zu sein“, seufzt Schuchmann.

Gegipfelt sind die Probleme in einer kurzfristigen Sperrung der Bahnstrecke ab Donnerstagabend (wir berichteten). Obwohl die Freigabe wie von der zuständigen DB Netz AG angekündigt am Samstagmorgen erfolgte, zogen sich die Probleme mit teils massiven Verspätungen und daraus resultierenden Ausfällen einzelner Verbindungen weiter. Daran wird sich auch vorerst nichts ändern, teilt Schuchmann mit, denn die Reparaturen seien noch längst nicht abgeschlossen.

Begonnen habe alles Mitte Juni, als hitzebedingt die ersten Gleislagefehler aufgetreten seien. Die BRB informierte die DB Netz AG, welche eine Reparatur in Nachtarbeit zwischen dem 25. Juli und 22. August plante. Damals sei von einem Austausch von 700 Schwellen die Rede gewesen, erklärt Schuchmann. Bald sei aber klar geworden, dass es dabei nicht bleiben wird. „Es sind immer wieder neue Schäden aufgetaucht.“ Schuld sei letztlich der marode Gleisoberbau, der die Ausdehnung des Metalls nicht mehr aushalte. Bei den jüngsten Hitzetagen habe sich das Material auf 60 bis 70 Grad aufgeheizt, betont Schuchmann.

Kein geregelter Fahrbetrieb wegen Langsamfahrstellen

Da mit den langen Langsamfahrstellen ohnehin an keinen geregelten Fahrbetrieb zu denken sei, werde die BRB der DB Netz AG vorschlagen, die Reparatur auch tagsüber durchzuführen. Die daraus resultierende neuerliche Streckensperrung sei für die Fahrgäste zwar eine große Einschränkung, aber wenigstens wären die Arbeiten dann schneller erledigt.

Lesen Sie auch: Zu späte Infos über Verspätungen: BRB-Chef sauer auf Bahn

Dass es tatsächlich so kommt, hält Schuchmann allerdings für eher unwahrscheinlich. Zum einen sei es unklar, ob die beauftragte Firma die zusätzlichen Schichten überhaupt spontan stemmen könne. Zum anderen sei es aktuell kaum möglich, einen halbwegs funktionierenden Schienenersatzverkehr auf die Beine zu stellen. Wie berichtet, musste die BRB bereits am Wochenende auf Taxis zurückgreifen, da keine Busfahrer zur Verfügung standen. „Wir haben zwischen 20 und 30 Unternehmen angefragt“, berichtet der BRB-Geschäftsführer. Sogar in Tirol und Baden-Württemberg habe man angeklopft – ohne Erfolg.

Täglich können neue Schäden auftauchen

So kann Schuchmann derzeit keine Prognose abgeben, wann sich der Betrieb auf der Bahnstrecke Schliersee-Bayrischzell wieder normalisiert. Und auch nicht, ob nach Abschluss der Maßnahme dann erst mal wieder Ruhe einkehrt in den Gleisen. Tatsächlich könne jeden Tag und jeder Zeit eine neue Langsamfahrstelle auftauchen. „Aktuell“, seufzt der BRB-Geschäftsführer, „macht es wirklich keinen Spaß, ein Eisenbahnunternehmer zu sein.“  

sg

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