Offene Schranken am Bahnübergang in Westenhofen (Schliersee)
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Schließzeiten verkürzen sich: Der Bahnübergang in Westenhofen wird nächstes Jahr elektrisch gesteuert. Die Kreuzung mit der Breitenbachstraße wird ausgebaut.

Planung vorgestellt

Bahnübergang: Noch ein Jahr, dann hat das ewige Warten ein Ende

Nach langem Warten wird der Bahnübergang Westenhofen nächstes Jahr ertüchtigt. Dann hat auch das ewige Warten vor verschlossenen Schranken ein Ende.

  • Der Bahnübergang in Schliersee-Westenhofen bekommt nächstes Jahr eine neue Schranken- und Ampelanlage.
  • Zugleich wird die Kreuzung umgebaut, damit der Verkehr besser fließen kann.
  • Dafür muss die Bundesstraße aber mindestens eine Woche gesperrt werden - mitten in den Sommerferien.

Schliersee – Ungefähr ein Jahr noch, dann gehören die ewigen Wartezeiten am Bahnübergang in Westenhofen der Vergangenheit an. Weil die DB Netz AG nächstes Jahr ein neues Stellwerk in Schliersee baut, müssen auch die Bahnübergänge ertüchtigt werden. Werden sie aktuell noch manuell vom Fahrdienstleiter bedient, geschieht dies künftig elektrisch, am Kirchbichl sogar automatisch über eine zugbewirkte Auslösung. Die Pläne wurden jetzt im Schlierseer Gemeinderat vorgestellt. Vor allem in Westenhofen geht dies mit einem Umbau der Kreuzung einher – und mit Verkehrsbehinderungen.

Rechtsabbieger bekommen längere Spur, Fußgängerampel wird verlegt

Echte Begeisterung hat Konrad Haindl nicht entfacht. Sein Planungsbüro Infra hat die Straßenplanung übernommen. Wie berichtet, bekommt der von Hausham kommende Verkehr eine Rechtsabbiegespur. Bei geschlossenen Schranken soll der Geradeaus-Verkehr somit fließen können, was bisher oft nicht möglich war. Weitere Änderungen: Die Fußgänger ampel wird Richtung Ortsmitte verlegt, auf Höhe der Metzgerei. Zuvor gibt es eine kurze Linksabbiegespur. Wer von der Ortsmitte kommt und nach links über den Bahnübergang will, kann künftig deutlich weiter vorne halten. Zudem wird die Einfahrts zum Friedhofsparkplatz ein Stück vom Bahnübergang wegverlegt. Der Fußweg an der Breitensteinstraße wird vor den Gleisen nach rechts schwenken und einen eigenen kleinen Bahnübergang bekommen Trotz der beengten Verhältnisse, so sagte Haindl, sei fast überall eine Gehwegbreite von zwei Metern oder mehr möglich. Kombinierte Geh- und Radwege seien erst ab drei Metern Breite erlaubt.

Kleiner Schock: Ein oder zwei Wochen wird die Bundesstraße komplett gesperrt

Schlucken mussten die Gemeinderäte beim Bauzeitenplan. Um eine, eher sogar zwei Wochen Vollsperrung in den Sommerferien – also zur touristischen Hauptsaison – komme man nicht umhin, so Haindl. „Eine Vollsperrung bekomme ich wegen des Schulbusvekehrs nur in den Ferien“, ließ er auf Anfrage von Babette Wehrmann (Grüne) wissen. Wie Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) erklärte, war im ersten Plan ein Zeitraum von sechs Wochen genannt. „Da haben wir gesagt, das kann er gleich wieder einpacken.“ Weitere zwei Wochen werde nur eine Spur befahrbar sein und eine Ampel den Verkehr regeln, so der Verkehrsplaner, der allerdings befürchtet, dass während der halbseitigen Sperrung der vielbefahrenen Bundesstraße „Riesenstaus“ entstehen. Das aber ist den Schlierseern allemal lieber, als der Riesenumweg über das Leitzachtal.

Noch unklar: Wie wird bei Stau die Breitenbachstraße behandelt

Jürgen Höltschl (CSU) wünschte sich noch eine Möglichkeit für Fußgänger, die Breitenbachstraße vor dem Bahnübergang in Richtung Norden, zum Mühlweg, zu queren. Haindl kündigte an, dies ebenso zu prüfen, wie die Frage von Vize-Bürgermeister Peter Sprenger (Die Schlierseer). Der hatte berichtet, dass in der Breitenbachstraße ein Induktionsschleife dafür sorge, dass bei bei Stau dort, die Ampel an der Bundesstraße auf Rot springe und der Verkehr abfließen könne. Eine Regelung hierfür ist insbesondere auch für die Zeit der Halbsperrung notwendig. Allerdings sagte Haindl auch: „Das ist keine Ampel-Anlage in dem Sinne, dass sie den Verkehr steuern kann.“ Mit der Fußgängeranlage aber werde sie dergestalt synchronisiert, dass Letztere den Verkehr nicht stoppe, wenn gerade der Bahnübergang geräumt werden soll.

Sorgen bereitete Gerhard Waas (Grüne) das Thema Schleichwege. Ausweichverkehr durch Wohngebiete, teils ohne Gehwege, müsse unbedingt verhindert werden.

Viele Bedenken. Etwas zu viele für Florian Reinthaler (CSU). „Ich bin froh, wenn es keine 13-Minuten-Werte mehr gibt. Damit ist mehr gewonnen, als wenn wir uns wegen einer Woche Mordgedanken machen.“ Bis zu besagte 13 Minuten sind die Schranken in Westenhofen geschlossen. Sie müssen aus Sicherheitsgründen zu sein, wenn ein Zug den Bahnhof Hausham verlässt und bleiben geschlossen, bis der aus Bayrischzell kommende Zug vorbei ist. Mit dem neuen Stellwerk gehört diese Regelung der Vergangenheit an. Laut Schnitzenbaumer stehen Schließzeiten von zwei bis vier Minuten im Raum.

Arbeiten beginnen im Mai

Mit den Bauarbeiten am Bahnübergang soll laut Schnitzenbaumer etwa Mitte Mai begonnen werden. Die Arbeiten werden nun ausgeschrieben, unter Umständen kommt es nach der Vergabe noch zu Anpassungen des Zeitplans. Das Vorhaben selbst aber steht. Gleiches gilt für den Bahnübergang in Fischhausen-Neuhaus.

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