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Martin Lobinger (31), Spartenleiter Basketball beim TV Miesbach.

Basketballer Lobinger über Baupläne des TSV Schliersee

Interview: "Keine Fußball-Monokultur im Landkreis"

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Schliersee – Die Fußballer des TSV Schliersee wollen ein neues Vereinsheim auf ihrem Basketballplatz bauen. Martin Lobinger, Basketball-Chef beim TV Miesbach, schmeckt das gar nicht.

Es wäre ein Befreiungsschlag für die Fußballer des TSV Schliersee. Mit einem neuen Vereinsheim auf eigenem Grund wären sie endlich raus aus ihrem ungeliebten Mietverhältnis. Wie berichtet, hat der Schlierseer Bauausschuss die Pläne bereits wohlwollend aufgenommen. Anders die Basketballer des TV Miesbach. 

Weil die Schlierseer für ihr neues Zuhause den Basketballplatz im Nordwesten ihres Grundstücks zurückbauen müssten, würde den Korbjägern ein beliebter Treffpunkt verloren gehen, wie TV-Abteilungsleiter Martin Lobinger im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt.

Herr Lobinger, warum hängt Ihr Herz am Platz des TSV Schliersee?

Lobinger: Weil das eigentlich der schönste Außenplatz im Landkreis ist. Und zusammen mit dem an der Miesbacher Realschule der einzige Freiplatz, bei dem die Korbanlage in Ordnung ist. Wenn die Abendsonne scheint, ist es einfach traumhaft, dort ein paar Körbe zu werfen. Auch wenn wir nicht dort trainieren, ist es eine Abwechslung zur im Sommer gerne mal stickigen Halle.

Stark frequentiert wurde der Platz zuletzt aber nicht mehr.

Lobinger: Das mag sein. Trotzdem spielen dort immer wieder ein paar Gruppen. Spontan, locker und zum Spaß. Weil da jeder einfach mitmachen kann, haben wir auf diese Weise schon den einen oder anderen Nachwuchsspieler dazugewonnen. Das geht dort viel leichter als beim offiziellen Training in der Halle. Da sind die Hürden für Anfänger doch ein bisschen höher.

Sollten die Fußballer im Sinne des Breitensports Alternativen suchen?

Lobinger: Das würde ich so nicht sagen. Ich kann die Nöte der Fußballer sehr gut verstehen und wünsche ihnen, dass das mit ihrem neuen Vereinsheim klappt. Trotzdem müssen wir aufpassen, dass wir keine Fußball-Monokultur im Landkreis bekommen. Das wäre schade für die begeisterten Basketballer in den Vereinen – und für alle anderen, die gerne mal was Neues ausprobieren möchten.

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