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Haben große Pläne: Hubert Strobl (l.), Vorsitzender der Fußballer des TSV Schliersee, und Karl Randl präsentieren eine Ansicht für das neue Vereinsheim. Um Sponsoren anzulocken, haben die Sportler eine Bausteinaktion aufgelegt.

Mietvertrag zum Jahresende gekündigt

Bausteinaktion: TSV Schliersee sammelt für neues Vereinsheim

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Nach langer Vorbereitung steht der Anpfiff kurz bevor: Die Fußballer des TSV Schliersee bauen ihr neues Vereinsheim. 450 000 Euro wird es kosten. Helfen soll eine Bausteinaktion.

Schliersee – Ziegel sucht man in einem Holzhaus normalerweise vergeblich. Das neue Vereinsheim der Fußballer des TSV Schliersee wird da eine Ausnahme machen. Da ist ist im Foyer eine solche Wand geplant. Allerdings nicht aus statischen, sondern aus finanziellen Gründen. Um die 450 000 Euro Maßnahme stemmen zu können, hat der Verein eine sogenannte Bausteinaktion angestoßen. Jeder, der den TSV mit 100 Euro bei seinem Großprojekt unterstützt, wird mit seinem Namen beschrifteten Ziegel an der „Sponsorenwand“ verewigt. Natürlich können die Spender auch mehrere Bausteine beisteuern, betont Spartenleiter Hubert Strobl. „Wir haben genug Platz.“

Das gilt auch für das Vereinsheim insgesamt. 310 Quadratmeter ebenerdige Nutzfläche soll das neue Zuhause für die 300 Mitglieder (darunter 100 Kinder) der Sparte bieten. Der L-förmige Baukörper in Holzbauweise wird komplett auf eigenem Grund des TSV entstehen und einen Teil des jetzigen Basketballplatzes überdecken. „Das passt da super schön rein“, sagt Strobl. Die notwendigen 50 Parkplätze werden auf der Tartanbahn nachgewiesen.

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Der Traum von einem eigenen Vereinsheim beschäftigt den TSV seit Jahren. Aktuell „wohnen“ die Sportler zur Miete – und das in einem sanierungsbedürftigen Haus, das ihren Anforderungen längst nicht mehr entspricht. Im Juni 2016 reichte der Vorstand dann den Bauantrag im Schlierseer Rathaus ein. Während der Bauausschuss das Vorhaben einstimmig befürwortete, sträubte sich das Landratsamt.

„Die Planung war schwierig“, räumt Strobl ein. Unter anderem müsse man die Sparten wie Kanal, Wasser und Strom unter der Schlierach durchführen sowie gebührend Abstand zur Bahnlinie und zum Überschwemmungsgebiet einhalten. Nun sind endlich alle Knoten gelöst, der TSV hat die Baugenehmigung in der Tasche.

Jetzt soll alles ganz schnell gehen. Und eigentlich muss es das auch. „Wir haben unseren Mietvertrag zum Jahresende gekündigt“, erklärt Strobl. Der Baubeginn soll erfolgen, sobald der Schnee weg ist. Dann wird die Bodenplatte gegossen, und ein Zimmerer errichtet das Grundgestell des Holzbaus. Alle anderen Arbeiten wie Elektro- und Sanitärinstallation, Fliesenlegen sowie den kompletten Innenausbau will der TSV in Eigenleistung stemmen. 3000 Stunden sind dafür kalkuliert. „Wir haben viele Handwerker in unseren Reihen“, sagt Strobl.

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Die werden gut zu tun haben, denn der Verein hat Großes vor mit seinem neuen Heim. Geplant sind ein 70 Quadratmeter großes Stüberl mit Terrasse, ein Umkleideraum mit 45 Quadratmetern sowie zwei Gästeumkleiden mit je 30 Quadratmetern. Auch ein Büro, moderne und behindertengerechte Toiletten, ein Technikraum und Lager sowie Garagen für die Sportgeräte finden im Neubau Platz.

Der offene, sichtbare Dachstuhl und bodentiefe Fenster sorgen für eine helle, einladende Atmosphäre. Sogar eine Sauna und ein Dampfbad wird es geben. „Das wird alles ganz professionell“, schwärmt Strobl. In den Genuss der Annehmlichkeiten kommen nicht nur die Fußballer, sondern bei Bedarf auch die insgesamt 1000 Mitglieder der weiteren Sparten des TSV wie Turnen, Handball oder Eishockey.

Das gilt auch für den Fußballplatz. Der soll mit einer Flutlichtanlage ausgestattet und um 90 Grad gedreht werden. Letzteres ermöglicht laut dem Vorsitzenden nicht nur eine Aufteilung in drei Spielfelder, sondern schützt das Vereinsheim auch vor tieffliegenden Bällen. Würde alles so bleiben, wie es ist, würde sich dieses nämlich direkt hinter dem Tor befinden. „Das passt nicht“, findet Strobl. „Es gehört an die Längsseite des Platzes.“

Ein sportliches Ziel hat sich der TSV auch mit der Finanzierung gesteckt. 100 000 Euro will der Verein aus Eigenmitteln bestreiten, 70 000 Euro aus Zuschüssen. Abzüglich eines Bankdarlehens bleiben noch 80 000 Euro übrig. Die, hofft Strobl, soll die Bausteinaktion einspielen. Der Start ist schon mal gelungen. Im ersten Monat sind bereits rund 18 000 Euro an Spenden eingegangen. „Wir freuen uns auf viele weitere Sponsoren“, sagt der Vorsitzende. Jeder Ziegelstein ist willkommen – auch in einem Holzhaus.

Die Spenden

für die Bausteinaktion können direkt auf das Konto des TSV Schliersee bei der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee eingezahlt werden. Pro 100 Euro gibt es einen Ziegel. Die IBAN-Nummer lautet: DE64 7115 2570 0012 3444 12.

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