Zu eng für aufwendige Provisorien: In Westenhofen bleibt es bei der halbseitigen Sperrung.
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Zu eng für aufwendige Provisorien: In Westenhofen bleibt es bei der halbseitigen Sperrung.

Immerhin Umleitungsempfehlung

Baustelle Westenhofen: Der Unmut wächst, doch Nadelöhr bleibt Nadelöhr

Schliersee – Die Staus scheinen immer länger zu werden, auf jeden Fall aber steigt der Ärger. Doch schnelle Besserung an der Baustelle in Westenhofen ist nicht in Sicht.

Der Unmut über die Baustelle am Bahnübergang in Westenhofen wächst mit der Länge des Staus und der Anzahl der Schlaglöcher im mittlerweile gänzlich vom Asphalt befreiten Bauabschnitt. Guter Rat ist teuer, doch schnelle Besserung können weder Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) noch Bauleiter Ferdinand Klettner vom Ingenieurbüro Infra machen. „Wir versuchen alles, doch das ist nun mal ein Nadelöhr“, sagt Letzterer.

Eine große Baustelle ohne viel Platz und bei laufendem Verkehr

In Westenhofen kommen mehrere Dinge zusammen, die die Sache kompliziert machen. Zum einen handelt es sich nicht um eine schlichte Straßenverbreiterung. Vielmehr geht es mächtig in die Tiefe. Trink- und Regenwasserkanal müssen erneuert und Kabel verlegt werden. Und speziell beim Trinkwasser dürfen die Baufirmen die Grube nicht einfach wieder zuschütten, wie Klettner erklärt. Neben der Prüfung, ob die Leitung dicht ist, muss auch das Wasser selbst untersucht werden. Bis aus dem Labor das Testergebnis vorliegt, vergehen Tage, und solange bleibt das Loch offen. Schnell irgendwelche Behelfsfahrbahnen zu basteln, ist nicht drin. Dazu ist die Situation mit Bahnübergang auf der einen Seite der Kreuzung und eng an der Straße stehenden Gebäuden auf der anderen zu eng. Überhaupt: Selbst ein provisorisches Asphaltieren würde eine stundenlange Vollsperrung bedeuten. Stunden, in denen der Stau noch mal anwachsen würde. Es bleibt die halbseitige Sperrung mit Ampelregelung, die zumindest an den Wochenenden vermieden werden soll (wir berichteten).

Vielleicht gibt es in einem Monat mehr Möglichkeiten, den Verkehr umzulegen

Vielleicht in einem Monat, so Klettner, könnte es „ein bisschen mehr Möglichkeiten geben, den Verkehr umzulegen“. Unsicherheiten birgt eine solche Großbaustelle immer. Momentan ist dem Bauleiter zufolge zum Beispiel unklar, ob auch die Gasleitung verlegt werden muss.

Seit Montag gibt es eine Umleitungsempfehlung

Immerhin gibt es seit gestern Umleitungsempfehlungen, die den Weg über das Leitzachtal nahelegen. Das hatten unter anderem auch Anlieger gefordert. Ob es etwas bringt, wird sich dieser Tage herausstellen. Und es wird sich zeigen, ob sich das auch auf den Schienenersatzverkehr – die Busse ersetzen wegen der gesperrten Bahnstrecke die Züge der BRB (wir berichteten) – auswirken wird.

Vollsperrung wäre seitens der Baufirmen wünschenswert, ist aber nicht drin

Am liebsten wäre den Bauarbeitern, für die das Verhalten so machen Autofahrers alles andere als ungefährlich ist, wohl die Arbeit unter Vollsperrung. Doch da hatten die Behörden abgewunken. Die gibt es erst zur Asphaltierung ab Ende August. Heute, Dienstag, findet die nächste Baustellenbesprechung statt. Dass hier der Stein der Weisen gefunden wird, ist nicht zu erwarten. „Wir versuchen, eine verträgliche Lösung zu finden“, sagt Schnitzenbaumer. Aber am Verkehrsaufkommen und an der beengten Situation lasse sich nunmal kaum etwas ändern.

Eine Übersicht über die Arbeiten der Bahn finden sie hier:

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