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Zufrieden mit dem Fortschritt: (v.l.) Gemeindekämmerin Heidi Riesenthal, Architekt Johannes Wegmann und Projektleiterin Theresa Huber beim Ortstermin in der alten Schlierseer Schulturnhalle.

Fertigstellung pünktlich zu Schulbeginn

Baustellenbesuch: Endspurt in der Schlierseer Turnhalle

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In den Schulferien mal eben eine ganze Turnhalle sanieren: Dieses ehrgeizige Projekt hält derzeit die Marktgemeinde Schliersee und das Architekturbüro von Johannes Wegmann in Atem.

Schliersee – Von der Ferne sieht es wie Staubsaugen aus, was die beiden Arbeiter in der alten Schlierseer Schulturnhalle veranstalten. Behutsam schieben sie ihre Schleifmaschinen über das Parkett. Die dunkle Patina – eine Mischung aus Ballabdrücken, Schuhsohlenspuren und Sportlerschweiß – landet als feiner Staub in großen Beuteln. Das gute, helle Holz darunter bleibt erhalten. „Wir machen hier ein Stück Denkmalpflege“, sagt Architekt Johannes Wegmann und lässt den Blick durch die Halle aus den 1950er-Jahren schweifen. „Quasi eine qualitätsvolle Sanierung im Bestand.“

Zwei Wochen vor den Sommerferien legten die Handwerker los. Pünktlich zum Beginn des neuen Schuljahrs soll die Turnhalle wieder nutzbar sein. Und das nicht nur von Schulklassen und Sportvereinen, sondern auch von den beiden neuen Kindergartengruppen. Weil die im Anbau am Heimatmuseum keinen eigenen Mehrzweckraum haben werden, dürfen sie sich in der benachbarten Turnhalle austoben. Es gibt Fördergelder: Gut 145 000 Euro der Gesamtsanierungskosten in Höhe von rund 315 000 Euro fließen als Zuschuss an die Gemeinde zurück, verkündet Kämmerin Heidi Riesenthal erfreut. „Ein echter Synergieeffekt“, meint Wegmann.

Damit das Gebäude künftig den Bedürfnissen aller drei Nutzergruppen gerecht wird, haben der Architekt und seine Projektleiterin Theresa Huber viel Zeit in die Pläne investiert. „Wir wollten den Charme einer dörflichen Turnhalle erhalten“, sagt Huber. Eine durchaus knifflige Aufgabenstellung für die Architektin. Ein Beispiel sind die neuen Deckenplatten. Die bieten mit Lärmschutz, Heizung und Beleuchtung drei Funktionen gleichzeitig – und lassen trotzdem genug Platz für die Aufhängungen von Seilen und Ringen. „Wir sind sensibel mit der Statik umgegangen“, betont Wegmann.

Erhalten bleibt auch ein Teil der Galerie. „Die Leute können weiter von oben zuschauen“, sagt Wegmann. Daneben werden die bisher nur mit Sichtschutzwänden abgetrennten Umkleiden in Trockenbauweise zu vollwertigen Räumen ausgebaut und um vier Duschen – je zwei für Damen und Herren – erweitert. „Erst wollten wir ja nur die Leitungen nach oben verlegen“, erklärt Riesenthal. Dann habe man sich aber entschieden, auch gleich die Nasszellen fertig einzurichten. „So haben wir nur einmal Staub“, sagt die Kämmerin.

Staub zu Genüge gibt es aktuell noch im Erdgeschoss. Die Toiletten werden runderneuert – und um ein eigenes WC für die Kindergartenkinder erweitert. Trotz dieser Mehrwerte für die Halle werde der Kostenrahmen eingehalten, betont Wegmann. Positiv auf die Betriebskosten auswirken dürften sich der neue Gasheizkessel im Keller und die modernen Lärchenfenster. Letztere lassen sich dank einer elektrischen Steuerung künftig bequem öffnen und schließen.

Weil die Kinder bei schönem Wetter ohnehin lieber draußen spielen, haben sich Wegmann und Huber auch für die Asphaltfläche vor der Halle noch etwas überlegt. Hier werde ein „hochwertiger Spielhof“ entstehen, erklärt Wegmann. „Da können die Kleinen mit ihren Dreirädern fahren.“ Bis es so weit ist, muss erst der Anbau am Heimatmuseum fertig werden. Doch auch hier geht es zügig voran. In den vergangenen Tagen wurden die Massivholzplatten für den ersten Stock auf den Rohbau gesetzt.

Voraussichtlich ab April sollen alle Baumaßnahmen abgeschlossen sein. Spätestens dann dürfte die alte Turnhalle wieder das sein, was sie seit den 1950er-Jahren war: ein zentraler Treffpunkt für alle sportbegeisterten Schlierseer, vom Kleinkind bis zum Senior.

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