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Ein Prost auf den SC Schliersee: Sepp Attlfellner (l., Skiclub-Vorsitzender von 1974 bis 1980) und der damalige Bürgermeister Kaspar Hirtreiter (r.) stoßen auf diesem undatierten Foto beim Waldfest an. 

Premiere

Schlierseer Waldfest feiert großes Jubiläum

Was heute Tausende Besucher anlockt, begann einst ganz klein: das Waldfest des Skiclubs Schliersee. Am Freitag wird auf dem Waldfestplatz erneut angezapft, mittlerweile zum 50. Mal.

Schliersee – Die Initiative zu einem Fest für Mitglieder und Gäste kam 1967 vom damaligen Vorsitzenden und späteren Schlierseer Bürgermeister Kaspar Hirtreiter sowie Georg Attlfellner, Schorsch Eixenberger, Hans Färber, Albert Grill sen., Peter Kogler sen. und vielen anderen. Die Anfänge waren bescheiden mit einem Bierzelt für 100 Personen und einem Weinzelt mit 70 Plätzen. Die beiden Zelte wurden vom IG-Metall-Jugenderholungs- und Bildungsheim Schliersee zur Verfügung gestellt.

In den ersten beiden Jahren hatte der Skiclub kein Wetterglück. Heftige Regenfälle verwandelten die Festwiese in ein morastiges Etwas. Mit Hobelspänen und Sandblechen wurde versucht, einen einigermaßen festen Untergrund herzustellen. Die Bedienungen mussten mit Schirmen von der Schänke zu den durstigen Kehlen im Zelt begleitet werden.

Eine Hütte gibt es, die die 50 Jahre bis heute überstanden hat: die Würstelbude, die von Eixenberger entworfen und gebaut wurde. Die Hendlbraterei wurde als Zimmererarbeit von Sepp Attlfellner und Albert Pötzinger aufgestellt. Die zwei Holzkohlegrills für die Hendln fertigte Hans Zettl. Die Schießbude und später auch die Wurfbude waren bei Sepp Attlfellner, dem damaligen Hüttenwirt, in besten Händen. Der Glückshafen wurde von Gusti Brand, Hans Huber und Schorsch Attlfellner stets bestens betreut, wobei Letzterer bis zum heutigen Tag als Organisationstalent und Magazinverwalter nicht wegzudenken ist.

Das erste große Zelt wurde 1969 aufgestellt. Es stammte vom Waitzinger Bräu in Miesbach und wurde von der Firma Hans Färber mit einem großen Lastzug angeliefert. Stini Quinz war ein unerbittlicher, strenger und lauter Zeltmeister, der nichts durchgehen ließ. Mit dem neuen Getränkelieferanten Oberbräu aus Holzkirchen kam eine Brauerei mit eigenem Zelt. Ihr Zeltmeister brachte das Kunststück fertig, einen großen Baum in das Zelt einzubauen. Dieses Zelt wurde später durch eines der Firma Kirner ersetzt. Alle Zelte ab 1969 waren beheizbar.

Seit jeher setzt der Skiclub, an dessen Spitze mittlerweile Alois Gartenleitner steht, bei seinem Waldfest auf die Initiative seiner Mitglieder. Auch heuer wird etwa ein Viertel der über 700 Skiklubmitglieder ehrenamtlich tätig sein, von den Organisatoren im Vorfeld über Hendl- und Würstlbrater, Schankkellner bis hin zu den eifrigen Skiclubkindern. Ein großes Ziel des Waldfestes ist schließlich die Förderung des Nachwuchses. 

Das Programm

Donnerstag, 10. August: Festabend mit Gerhard Polt und den Well-Brüdern (bereits ausverkauft).

Freitag, 11. August: Großer Eröffnungsfestzug vom Bahnhof mit der Schlierseer Blasmusik. Es gibt Freibier und Brezn. Zeltbetrieb ab 18 Uhr beim Tag der Betriebe.

Samstag, 12. August:Tomays Spezlwirtschaft, Zeltbetrieb ab 17 Uhr.

Sonntag, 13. August: Musikalischer Frühschoppen mit der Taldra-Tanzelmusik aus Südtirol ab 10.30 Uhr, Zeltbetrieb mit der Blaskapelle Agatharied ab 17 Uhr.

An allen Tagen: Tombola und Barbetrieb mit Prosecco, Longdrinks, Cocktails und Wein.

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