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Mit dem kettengetriebenen ATV wurden die Bergretter durch das Schneetreiben schnell zu den Ausgangspunkten der Suchaktion gebracht

Suchaktion der Bergwacht im Rotwandgebiet

Münchnerin (30) verirrt sich im Schneesturm

Eine Bergwanderin (30) aus München hat sich am Samstag im Rotwandgebiet verirrt. Die Bergwacht fand die völlig erschöpfte, durchnässte und durchgefrorene Frau nach zwei Stunden.

Schliersee/Spitzingsee – Am späten Samstagnachmittag ging beim Hüttenwirt des Rotwandhauses ein Notruf ein: Eine Frau bat gegen 16.45 Uhr telefonisch um Hilfe. Auf dem Weg von der Taubenstein-Bergstation zum Rotwandhaus hatte sie bei einbrechender Dunkelheit, Regen und Schneetreiben den Weg verloren. Die einzige Orientierung bot ihr ein Weidezaun, der sich jedoch im unwegsamen Gelände verlor. Nachdem die Handy-Verbindung abgebrochen war, alarmierte der Rotwand-Wirt über die Rettungsleitstelle Rosenheim die Bergwacht.

Sofort leitete Marcus Taubenberger, der Leiter der Bergwacht Schliersee, den Einsatz ein. In der Besenreiser-Hütte am Stümpfling-Parkplatz wurde die „Einsatzleitung-Berg“ eingerichtet, und eine erste Suchmannschaft machte sich unverzüglich von der Taubenstein-Bergstation aus auf den Weg. Weitere Einsatzgruppen wurden für die unterschiedlichen Aufstiegswege zum Kirchstein und zur Oberen Maxlrainer Alm zusammengestellt. Wertvolle Dienste leistete das All-Terrain-Vehicle (ATV), ein kettenbetriebenes Quad der Bergwacht Hausham, beim Transport der Bergretter zu den Einsatzpunkten. Über 1300 Metern liegt bereits eine geschlossene Nass-Schneedecke, die den Einsatz von Geländewagen unmöglich macht. Insgesamt waren 18 Rettungskräfte der Bergwachten Schliersee, Hausham und München im Einsatz.

Kurz vor 19 Uhr konnte die 30-jährige Münchnerin mit der Rettungsleitstelle Rosenheim telefonischen Kontakt aufnehmen. Sie teilte mit, dass sie Lichter auf sich zukommen sehe. Damit war klar, dass die Suchtrupps im Gebiet Lämpersberg/Obere Wallenburger Alm auf dem richtigen Weg waren. Schon bald konnten die Bergretter Rufkontakt mit der Verirrten aufnehmen und die Frau schließlich in Empfang nehmen. Äußerlich unverletzt, jedoch völlig erschöpft, durchnässt und durchgefroren,  wurde sie zur Oberen Maxlrainer Alm gebracht. Mit dem ATV ging es zur Unteren Maxlrainer Alm und dann weiter mit dem Bergrettungsfahrzeug zur Bergrettungswache Schliersee. Dort wurde sie von einem Angehörigen abgeholt.

„Auch wenn der Lämpersberg nicht spektakulär wirkt – bei den herrschenden Witterungsbedingungen und Dunkelheit hätte es für die Wandererin weitaus schlimmer kommen können“, sagte Bergwacht-Leiter Taubenberger.

Gerhard Klotzsche

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