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Die alte Turnhalle in Schliersee.

Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht

Turnhallenstreit liegt in Leipzig

Seit Jahrzehnten warten Schlierseer auf eine neue Turnhalle; heuer bekommen sie sie – fast. Denn anstatt eines Neubaus wird bekanntlich die alte Schulturnhalle saniert.

Schliersee - Die Arbeiten sollen idealerweise zum Start des neuen Kindergartenjahres fertig sein. Bekanntermaßen soll die Halle dem neuen Kindergarten im Anbau des Heimatmuseums als Mehrzweckraum dienen. Die Sportler allerdings müssen sich darauf einstellen, dass sie länger auf ihre Heimstatt verzichten müssen. Und aus dem Neubau der großen Halle in Neuhaus wird es auch heuer nichts.

Immerhin: Der Haushalt der Gemeinde bleibt von dieser Belastung verschont. Heuer fallen in Sachen Turnhalle in Neuhaus lediglich Planungskosten an. Das wurde zuletzt im Finanzausschuss deutlich. Schliersee will Rechtssicherheit abwarten, und weil die Klägerseite den Rechtsstreit offenbar bis zur letzten Instanz durchfechten will, wird es auch noch dauern, bis das letzte Urteil gesprochen ist.

Das ist der Sachstand der Verfahren: Die Klage gegen den Bebauungsplan wurde bekanntlich abgewiesen, eine Revision nicht zugelassen. Seit Mitte Februar liegt eine Beschwerde gegen diese Nichtzulassung beim Bundesverwaltungsgericht. Nach Ansicht der Klägerseite ist die Frage, ob in einem Wohngebiet wie dem in Neuhaus eine Zweifachturnhalle mit Breitensportnutzung möglich ist, von grundsätzlicher Bedeutung für die Rechtsprechung. Deshalb liegt die Sache jetzt in Leipzig. Wolfgang Schauer (PWG) hat dazu eine klare Meinung: „Total Banane“, kommentierte er im Finanzausschuss merklich angefressen.

Darüber hinaus liegt eine Klage beim Verwaltungsgericht München. Damit wird die Baugenehmigung angegriffen. In beiden Fällen ist – wie die Gerichte auf Anfrage mitteilen – mit dem nächsten Verfahrensschritt nicht vor Mai zu rechnen. Ungefähr dann, eher etwas später, wird die Gemeinde mit der Sanierung der alten Halle in Schliersee beginnen. Das Vorhaben lässt sich nicht auf die Sommerferien beschränken, wie Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer ebenfalls im Finanzausschuss sagte. Die Hallennutzer müssen sich für die Sommermonate also eine Alternative suchen. Knapp 320 000 Euro wird die Sanierung kosten, 145 000 Euro sind als staatliche Zuschüsse schon bewilligt.

dak

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