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Planungsgrundlage: So stellt sich das Projektbüro das Gesundhaus an der Stolzenbergstraße in Fischhausen vor. Als nächstes gilt es für ihn, das Grundstück zu sichern.

Investitionsvolumen übersteigt 20 Millionen Euro

Biohotel in Schliersee: Gemeinderat will Planer zur Umsetzung verpflichten

Mehr als 20 Millionen Euro will ein Interessent in ein Biohotel in Fischhausen stecken. Der Gemeinderat Schliersee verlangt aber vorher eine Durchführungsgarantie.

Schliersee – Der Gemeinderat Schliersee hat den ersten Schritt auf dem Weg zur Verwirklichung des „Gesundhaus“-Projekts in Fischhausen getan und beschlossen, den betreffenden Bebauungsplan geändert. Dabei geht er auf Nummer sicher. Neben einem Erschließungsvertrag wird auch ein Durchführungsvertrag ausgearbeitet. In diesem muss sich der Grundeigentümer verpflichten, das Projekt auch tatsächlich innerhalb eines bestimmten Zeitraums umzusetzen. Im Gemeinderat war die Frage aufgekommen, ob der Interessent, dessen Architekturbüro das Biohotel-Projekt im Bauausschuss vorgestellt hatte (wir berichteten) – ein Planungsbüro aus Stuttgart – auch wirklich über das Grundstück an der Stolzenbergstraße verfügen kann.

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Dem ist noch nicht so, wie eine Nachfrage ergab. Doch der Planer, der zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht öffentlich auftreten möchte, steht mit dem Eigentümer, der Arag Versicherung in Kontakt. Mündlich sei man sich einig, heißt es. Im nächsten Schritt sollen belastbare Zahlen über die Wirtschaflichkeit des Projekt Auskunft geben. Das Investitionsvolumen liege bei deutlich über 20 Millionen, heißt es aus Stuttgart. Da will alles genau durchgerechnet sein.

Investor plant „Ensemble mit Dorfcharakter“

Wie berichtet, plant das Büro ein Ensemble mit Dorfcharakter. Chalets, Gästehaus, Biohotel und Gesundhaus, die sich um eine Art Dorfteich gruppieren. Inzwischen sollen die vormals ungenutzten Dachgeschosse als Personalwohnungen genutzt werden, wie Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) im Gemeinderat berichtete. Das bedeutet aber auch. Die Häuser müssen etwas höher werden, es braucht Dachfenster, und das Gelände würde einen Tick intensiver genutzt.

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Bisher sah der 35 Jahre alte Bebauungsplan auf dem rund 12 500 Quadratmeter großen Gelände drei Gebäude vor.  Über die Jahre hinweg hat der Gemeinderat immer wieder Begehrlichkeiten nach Wohnbebauung auf zumindest einem Teil des Geländes abgeschmettert und an der vorgesehenen touristischen Nutzung festgehalten. Umso mehr freut die Schlierseer Kommunalpolitik, dass nun ein touristisches Konzept für das gesamte Gelände vorliegt. Unter anderem Wolfgang Schauer (Ausschussgemeinschaft) forderte, genau daran auch festzuhalten. „Es ist wichtig, dass die Grundstücke zusammen bleiben.“ Faktisch ist das Areal in drei Parzellen geteilt.

Sorge vor Spekulationsgeschäft

Sein grundsätzliches Einverständnis, eine dichtere Bebauung in dem Gebiet zuzulassen, hat der Gemeinderat schon signalisiert. Dichter heißt aber auch: das Grundstück wird aufgewertet. Mit dem Durchführungsvertrag möchte Schliersee verhindern, dass ein Investor einzig auf diese Wertsteigerung spekuliert. Konkretes soll in einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan geregelt werden. Mit dem Änderungsbeschluss hat der Gemeinderat den ersten Schritt getan, ohne jetzt schon rechtliche Konsequenzen drohen, wie Geschäftsleiter Jörn Alkofer erklärte.

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Bevor das Vertragswerk nicht unterschrieben ist, wird die Gemeinde selbst keine weiteren Schritte gehen, insbesondere keinen Beschluss im Bebauungsplan-Verfahren fassen. Kein Misstrauen gegenüber dem Projektplaner, bekräftigt Alkofer. Im Gemeinderat war jedoch eine leichte Irritation darüber spürbar, das die Grundstücksverhandlungen noch nicht unter Dach und Fach sind, etwa bei Vize-Bürgermeisterin Johanna Wunderle (CSU). Schnitzenbaumer beschwichtigte: „Irgendwann wird er kaufen müssen, er steckt ja Geld in die Planung.“

So lautet der Plan des Vorhabensträgers tatsächlich. Zügig möchte er sich nun das Grundstück sichern, dann in die weitere Planung einsteigen. Das werde aber noch ein wenig dauern.

Von Daniel Krehl

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