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Gemeinderat Schliersee 

In drei Jahren hat das Warten ein Ende 

Für die langen Schließzeiten am Bahnübergang in Schliersee-Westenhofen zeichnet sich eine Lösung ab – und das schneller als gedacht. 

Schliersee – Hausham bekommt sein Bahnübergangs-Problem vermutlich heuer gelöst, in Schliersee zeichnete sich derweil eine Endlos-Schleife ab – bisher. Denn mit einem Mal gibt die Bahn Gas. Bei einem Treffen von Bahnvertretern mit dem Straßenbauamt Rosenheim und der Gemeinde Schliersee nebst Planungsbüro einigten sich die Beteiligten auf das weitere Vorgehen. Im Vergleich zu sonstigen Vorhaben mit Bahnbeteiligung soll’s rasend schnell gehen: 2021 sollen die Bahnübergänge am Kirchbichl, in Westenhofen und in Fischhausen-Neuhaus umgebaut sein. Dies gab Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) nun im Gemeinderat bekannt.

Ein Problem ist vor allem der Bahnübergang in Westenhofen. Die Schranken dort sind mitunter länger als zehn Minuten geschlossen. Das ist einerseits lästig für Autofahrer – teils staut sich der Verkehr bis zum Kirchbichl – zum anderen müssen teils auch Einsatzfahrzeuge vor abgesenktem Schlagbaum warten. Die lange Schließzeit entsteht, wenn der Fahrdienstleiter im Schlierseer Stellwerk die Schranken zwischen dem von Hausham kommenden und dem dorthin fahrenden Zug zu lässt. Die Wagen treffen sich im Bahnhof Schliersee.

Die Erneuerung des über 100 Jahre alten Stellwerks in Schliersee ist es laut Schnitzenbaumer auch, die den Weg für einen Umbau der Bahnübergänge möglich macht – ja geradezu erfordert. Im Gesprächsprotokoll ist davon die Rede, dass bis zur Inbetriebnahme des neuen Stellwerks die Bahnübergänge „entsprechend umgebaut“ sein müssen. Details waren von der Bahn gestern noch nicht zu erfahren.

Geplant ist für die neuralgische Stelle direkt neben der Bundesstraße eine sogenannte Büstra-Anlage – die eine aufeinander abgestimmte Schaltung von Schranken und Ampeln ermöglicht. Ausgelöst wird das Schließen von den herannahenden Zügen über einen Kontakt auf den Gleisen. Die Verantwortlichen versprechen sich davon erheblich kürzere Schließzeiten. Im Zuge des Umbaus soll auch die Bundesstraße am Gasthaus Prinzenweg verbreitert werden (wir berichteten). Dies soll Platz schaffen für Abbiegespuren, was wiederum ermöglicht, dass der Verkehr an wartenden Autos vorbeifließen kann. Heißt: weniger Stau.

Für den kleinen Bahnübergang am Kirchbichl ist eine Halbschranken-Anlage angedacht, ebenfalls gesteuert über einen Kontakt auf der Schiene. Eine Brückenlösung scheitert an den Grundstücksverhältnissen.

In Fischhausen-Neuhaus ist der Bahnübergang weniger das Problem, vielmehr die Autos, die von der Straße am Parkplatz des Wasmeier-Museums vorbei auf die Bundesstraße fahren. Die Einmündung ist gefährlich nah am Bahnübergang, die Züge dürfen dort deshalb nur langsam fahren. Eine Lösung der Situation ist nur mit dem Museum zu haben. An Schnitzenbaumer liegt es, mit Markus Wasmeier zu einer Einigung zu kommen. Diese soll auch das Thema Linksabbiegespur zum Museumsparkplatz beinhalten – als Gesamtpaket für die Sicherheit am Bahnübergang. Diese Spur muss Wasmeier zwar bauen, dies allerdings erst nach einer Erweiterung des Museums. Schnitzenbaumer strebt für das Gesamtpaket eine Kostenteilung an. Details sind Verhandlungssache.

Derweil sollen die Planungen für die anderen Bahnübergänge vorangetrieben werden. Anfang 2019 sollen die Unterlagen zur Genehmigung eingereicht werden, damit eine Umsetzung bis 2021 machbar ist.

Daniel Krehl

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