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Präventionsveranstaltung am Schlierseer Bahnhof: So sieht ein Auto aus, wenn der Zug mit ihm fertig ist.

Und sie werden so oft unterschätzt

BOB warnt Autofahrer: So gefährlich sind unsere Bahnübergänge

Ach da kommt schon nichts, ich fahr‘ noch schnell drüber - und das war‘s. Unfälle an Bahnübergängen passieren immer wieder. ADAC und BOB erklären, warum - und wie Sie sie vermeiden können.

Schliersee – Wie dringend es einen solchen „Aufrütteltermin“ braucht, konnte Bernd Rosenbusch, Chef der Bayerischen Oberlandbahn, plastisch schildern. Ein Triebwagenführer habe ihm zuletzt davon berichtet, wie eine Frau mit ihrem Wagen auf einem Bahnübergang auf der Strecke in Richtung Bayrischzell stand. Die BOB konnte noch anhalten, und zur Rede gestellt, zeigte sich die Frau uneinsichtig und faselte etwas von „rechts vor links“. Vor solchem tödlichen Leichtsinn an Bahnübergängen haben nun BOB und der ADAC bei einem Stand am Schlierseer Bahnhof gewarnt. – eben jener „Aufrütteltermin“. Der fand nun am Donnerstag im Schlierseer Bahnhof statt - mit abschreckenden Beispielen und deutlichen Worten:

Zwei Unglücke - deren Wiederholung die BOB und der ADAC im Landkreis Miesbach verhindern wollen:

04.11.2016: Ein Zug der Bayerischen Regiobahn kollidiert mit einem Pkw an einem Bahnübergang bei Dießen im Landkreis Landsberg am Lech, und das Fahrzeug wird 30 Meter auf den Gleisen mitgeschleift. Die beiden 84-jährigen Insassen müssen mit schwerem Gerät von der Feuerwehr befreit werden, doch jede Hilfe kommt zu spät: Beide versterben noch am Unfallort. 

15. Mai 2017: Ein Radfahrer wird an einem Bahnübergang bei Unterhausen aus ungeklärter Ursache von einem ICE überrollt. Es waren zwei der schwersten Unfälle an Bahnübergängen, die sich in den vergangenen Monaten in der Region ereignet haben. 15 Unglücke mit acht Verletzten und zwei Toten waren es 2016 im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, in Bayern 42 Unfälle mit 25 Verletzten und sechs Getöteten.

„95 Prozent aller Unfälle an Bahnübergängen sind auf ein Fehlverhalten der Autofahrer oder Fußgänger zurückzuführen. Durchschnittlich jeder vierte endet tödlich“, 

stellt Alexander Kreipl, verkehrs- und umweltpolitischer Sprecher des ADAC Südbayern fest. Hauptursache seien in den meisten Fällen Unkenntnis der Verhaltensregeln, Unaufmerksamkeit und Leichtsinn. 

„Jeder Unfall am Bahnübergang ist einer zu viel. Das Leid trifft nicht nur den Kraftfahrer, sondern auch den Lokführer, unsere Zugbegleiter und Fahrgäste“, 

fügt BOB-Chef Bernd Rosenbusch hinzu. 

Auch im Landkreis Miesbach wimmelt es durch die beiden BOB-Strecken ins Tegernseer Tal und nach Bayrischzell  nur so von Bahnübergängen - beschrankt und unbeschrankt. Jeder Übergang, egal ob mit oder ohne Schranken, wird mittels Verkehrszeichen angekündigt: Weiß-rote Baken weisen in 240 Metern, 160 Metern und 80 Metern Entfernung auf den Übergang hin, unmittelbar vor dem Kreuzungspunkt signalisiert das Andreaskreuz, dass der Schienenverkehr Vorrang hat. Zudem warnen Züge mit Pfeifsignalen die Verkehrsteilnehmer an technisch ungesicherten Stellen. Über den Schliersee zum Beispiel tönen stündlich die Pfeiffsignale der BOB, während sie an dessen Ufer entlangfährt und diverse Wege dabei kreuzt.

Warum Verkehrsteilnehmer trotz rotem Blinklicht oder Warntafeln achtlos Bahnübergänge passieren, weiß ADAC Verkehrsexperte Alexander Kreipl: „Ursache ist vielen Fällen Zeitdruck und der Irrglaube, die Situation unter Kontrolle zu haben“. Zudem sieht er die Gefahr einer Routinehandlung: „Beim ersten Fehlverhalten liegt die Hemmschwelle vielleicht noch hoch, wenn jedoch beim wiederholten Male nichts passiert, sinkt das Risikobewusstsein“.

Enorm langer Bremsweg

Oft werden die Geschwindigkeit des Zuges und der Bremsweg völlig unterschätzt. Selbst, wenn ein Lokführer eine sofortige Vollbremsung einleitet, benötigt ein 100 km/h schneller Zug rund 1000 Meter bis zum Stillstand, so die Faustregel. Um Bahnübergänge sicher zu passieren, geben der ADAC und die Bayerische Regiobahn diese Tipps:

  • Bremsbereit und mit maximal 50 km/ h auf den Bahnübergang zufahren
  • Niemals überholen!
  • Die Bahnstrecke nach beiden Seiten überblicken
  • Auf akustische Pfeifsignale achten
  • Sofort anhalten, wenn sich ein Zug nähert
  • An beschrankten Übergängen schon bei rotem Blinklicht stehen bleiben, nicht erst, wenn sich die Schranken senken.
  • Erst weiterfahren, wenn das Rotlicht erloschen ist und die Schranken vollständig geöffnet sind

dak/kmm/bob

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