Verlangt Trittsicherheit: Der Wanderweg auf die Brecherspitze ist teilweise ziemlich ausgesetzt.
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Verlangt Trittsicherheit: Der Wanderweg auf die Brecherspitze ist teilweise ziemlich ausgesetzt.

DAV-Sektion Schliersee

Brecherspitz: Viele Auflagen für die Baustelle - Sicherung des Westgrat-Wegs verzögert sich

  • Sebastian Grauvogl
    VonSebastian Grauvogl
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Die DAV-Sektion Schliersee kommt mit ihrem Vorhaben, den Weg am Brecherspitz-Westgrat zu sichern, eher schleppend voran. Inzwischen wurde aber ein Auftrag erteilt.

Spitzingsee – Bevor man beherzt zupacken kann, gilt es in Deutschland oft, einiges an Papierkram zu erledigen. Diese Erfahrung hat nun auch die DAV-Sektion Schliersee gemacht.

Eine ganze Liste an Auflagen hat die Regierung von Oberbayern der DAV-Sektion Schliersee an den Zuwendungsbescheid für die Wegsicherung am Brecherspitz-Westgrat getackert. Die erste davon hat das Vorhaben schon beeinflusst, bevor es überhaupt gestartet ist. „Wir durften nicht direkt eine Fachfirma beauftragen, sondern mussten erst mindestens drei Angebote einholen“, berichtet Sektionsvorsitzender Marius Neudeck auf Nachfrage unserer Zeitung.

Bedeutet: Die bereits seit Monaten geplante Sanierung schob sich abermals um einige Wochen nach hinten. Mittlerweile aber sei der Auftrag erteilt. Bei einer Begehung habe DAV-Wegereferent Robert Viehweger zusammen mit den Vertretern der Firma die Materialliste vervollständigt und die für die Durchführung bestehenden Auflagen abgesprochen.

Fast jeder Handgriff ist mit Auflagen versehen - Umsetzung in der Praxis noch unklar

Die gehen bis ins Detail und decken so gut wie jeden Handgriff der Sanierungsmaßnahme ab. Ein Auszug: Lärmintensive Arbeiten beziehungsweise Helikopterflüge sind nur im Zeitraum vom 1. August bis 31. Oktober erlaubt. Gewerkelt werden darf frühestens ab eineinhalb Stunden nach Sonnenaufgang bis spätestens eineinhalb Stunden vor Sonnenuntergang und das vorrangig bei trockenem Wetter. Der Weg darf im Vergleich zum Bestand nicht verbreitert werden und muss „so naturnah und landschaftsgerecht wie nur möglich“ gestaltet werden, um das „hochwertige Landschaftsbild“ nicht zu beeinträchtigen.

Die Baustelleneinrichtung sollte außerhalb sensibler Bereiche, nach Möglichkeit auf bereits „beanspruchten Flächen“ stattfinden. Überschüssiges Material muss abtransportiert und ordnungsgemäß verwertet werden. Darüber hinaus muss der DAV sich vorab mit dem Gebietsbetreuer Mangfallgebirge, Florian Bossert, abstimmen und mit diesem auch die Routen der notwendigen Hubschrauberflüge absprechen.

Kosten für 35 Meter langen Abschnitt werden geteilt

Wie das nun alles in der Praxis abläuft, steht noch nicht abschließend fest. Laut Neudeck könnte das Material erst zur Oberen Firstalm gebracht und dann mit Hubschrauber, Mulis der Gebirgsjäger oder den freiwilligen Helfern zum Einsatzort am Westgrat transportiert werden. Um Details und den genauen Zeitplan kümmere sich Wegereferent Viehweger. Der jedoch war auf Anfrage unserer Zeitung nicht erreichbar. Damit bleibt auch offen, ob und wann es gegebenenfalls zu einer Sperrung des Wegs kommen wird.

Wie berichtet, wird die Sicherung des absturzträchtigen Abschnitts mit einer Länge von gut 35 Metern in einer Gemeinschaftsaktion von DAV, Gemeinde/Bauhof und den Bayerischen Staatsforsten als Grundeigentümer durchgeführt. Die Projektleitung liegt kraft der Verkehrssicherungspflicht für den Weg bei der Alpenvereinssektion Schliersee. Die Finanzierung der rund 16 500 Euro teuren Verlegung des Geländerseils direkt an den Grat teilen sich Sektion (3300 Euro) und DAV-Hauptverband (5000 Euro). Eingangs erwähnter Zuschuss der Regierung von Oberbayern beläuft sich auf 8300 Euro.

Mit fünf tödlichen Abstürze an einer Stelle hatte sich der Westgrat der Brecherspitz in den vergangenen Jahren zu einem Unfallschwerpunkt für Bergwanderer entwickelt. Nach Diskussionen rund um die Umsetzung gelang den Beteiligten vergangenes Jahr eine Einigung.

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