Soll entschärft werden: der Abschnitt des Brecherspitz-Westgrats, auf dem in den vergangenen Jahren wiederholt Wanderer tödlich abgestürzt sind.
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Soll entschärft werden: der Abschnitt des Brecherspitz-Westgrats, auf dem in den vergangenen Jahren wiederholt Wanderer tödlich abgestürzt sind.

Grober Plan der Aktion steht

Brecherspitz-Westgrat am Spitzingsee: Sicherung von Wanderweg aufs Frühjahr verschoben

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Der Boden ist bereits gefroren am Brecherspitz-Westgrat. Deshalb haben die Beteiligten die technische Sicherung des Wanderwegs aufs Frühjahr 2021 verschoben.

Spitzingsee – Am gefrorenen Grat Eisenstangen in den Boden bohren: Nicht nur eine anstrengende, sondern auch eine sehr gefährliche Arbeit. Vor allem an einer Stelle, an der zuletzt immer wieder Wanderer tödlich abgestürzt sind. Für Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer ist es da nur logisch, dass die technische Sicherung des Brecherspitz-Westgrats auf das kommende Frühjahr verschoben wurde. Angesichts der fortgeschrittenen Jahreszeit kein größeres Problem, findet der Schlierseer Rathauschef. Vor Beginn der neuen Wandersaison 2021 soll aber alles fertig sein.

Wie berichtet, geht die Aktion unter anderem auf PWG-Gemeinderat Karl Hiermeyer zurück. Der hatte wiederholt angeregt, die rund 35 Meter lange Schlüsselstelle am felsigen Grat mit Seilen zu versehen, um hier künftig schwere Bergunfälle zu verhindern. Die Alpenvereinssektion Schliersee äußerte sich zunächst abwartend. Aufgabe des DAV sei es nicht, sämtliche Gefahrenpotenziale am Weg zu beheben, sagte Tourenwart Robert Viehweger unserer Zeitung. Die Münchner Kollegen sind da deutlich aufgeschlossener, berichtet Hiermeyer. Der dortige Alpenverein habe eine Kostenübernahme im Rahmen von circa 9500 Euro in Aussicht gestellt.

Die Organisation der Maßnahme übernimmt – anders als erst angedacht – nicht die Bayerische Staatsforsten, sondern die Gemeinde. Zwei Mitarbeiter des Bauhofs will der Bürgermeister für die Aktion abstellen. Laut Hiermeyer hätten die beiden Kollegen bereits bei der Absicherung an der Burgruine Hohenwaldeck mitgeholfen, seien also erfahren am Berg. Der Forstbetrieb stelle gegen Bezahlung einen Mann.

„Das Material müssen wir selber besorgen“, erklärt Hiermeyer. Er schlägt vor, zwei Seile am Grat anzubringen. Eins auf einer Höhe von 1,40 Meter für Erwachsene, eins in 90 Zentimetern Höhe für Kinder. Für die Halterung müsse man im Abstand von vier Meter Stangen in den Fels bohren und Kanteisen im Boden verkleben. Der Zugang zum bisherigen Weg, der ein paar Meter unter dem Grat, aber direkt über dem Abgrund verläuft, werde mit einem Hinweis auf die neue Route unzugänglich gemacht. Für den Materialtransport werde geprüft, ob ein Helikopter zum Einsatz kommen kann.

Dass ein gewisser Zeitdruck besteht, muss Hiermeyer auch ganz persönlich erfahren. Immer wieder werde er darauf angesprochen, berichtet er. „Bei vielen schaut’s so aus, als ob ich jetzt für den Wegebau zuständig bin.“  

sg

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