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Rechenschaftsbericht: Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer berichtet bei der Bürgerversammlung in der Vitalwelt. 

Bürgerversammlung

„Neuhaus wird seinen Charakter verlieren“

An allen Ecken und Enden wird in Neuhaus gebaut. Das war eines der Themen, die Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) bei der Bürgerversammlung ansprach.

Schliersee – Man könnte es als Bauboom oder auch Goldgräberstimmung bei Investoren bezeichnen. Seit Jahren mehren sich die Bauanfragen für den Innenbereich in Neuhaus, der durch großflächige Grundstücke gekennzeichnet ist. Die Gemeinde arbeitet an mehreren Bebauungsplänen, mit denen sie eine oftmals angestrebte maximale Verdichtung verhindern will, hat auch Veränderungssperren verhängt. Doch Schnitzenbaumer machte den rund 70 Anwesenden bei der Bürgerversammlung in der Vitalwelt wenig Hoffnung, dass in dem Ortsteil alles so bleibt, wie es ist. „Neuhaus wird nach und nach seinen Charakter verlieren, das ist klar“, sagte er. Denn: Im Innenbereich sind die Möglichkeiten des Gemeinderats, städtebaulich einzugreifen, begrenzt. Es gilt nun mal: Wenn sich ein Haus nach Art und Maß in die Umgebung einfügt, darf es gebaut werden. Und meist findet sich in der Nachbarschaft etwas Größeres, an dem man sich orientieren kann. Eine Gemeinde „ist vor Klagen nicht gefeit, wenn man die Wünsche der Bauherrn nicht berücksichtigt“.

Beim geplanten Supermarkt an der Ecke _Dürnbach-/Josefstaler Straße sind die Voraussetzungen zwar etwas anders: Hier besteht noch kein Baurecht. Dennoch könnten die Wünsche des Gemeinderats den Investoren nicht schmecken. Die im ersten Entwurf vorgesehene flächige Versiegelung gefiel weder dem Bauausschuss noch – wie Schnitzenbaumer nun erklärte – der Regierung von Oberbayern. Zum Beispiel der Bau einer Tiefgarage könnte aber teuer werden. Der Bürgermeister ist dennoch optimistisch, dass es mit dem Nahversorger in Neuhaus klappt. „Wir werden alles tun, damit das kommt.“ (lesen Sie hierzu: Supermarkt in Neuhaus: Jetzt präsentiert auch der Bürgermeister ein Konzept)

Der nächste Schritt im Gemeinderat ist das Aufstellen eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans. Die von Gremiumsmitglied Michael Dürr (PWG) vorgelegte Alternative im Kurpark hält Schnitzenbaumer für „städtebaulich verfehlt“; ferner findet er, die Gemeinde sollte das Gelände nicht verkaufen. Dafür gab’s Zustimmung bei der Bürgerversammlung. Seitens des Investors fehle derweil noch eine konkrete Planung sowie Genaueres zum Kaufpreis, sagte der Rathauschef.

Ein weiteres großes Bauvorhaben in Neuhaus stemmt die Gemeinde selbst: die Turnhalle auf dem Schulgelände. Schnitzenbaumer brachte die Versammlung auf den Stand der Dinge und bekräftigte, trotz der enormen Kosten von 7,4 Millionen Euro den Bau durchziehen zu wollen. In seiner Vorlage stand als Baubeginn die zweite Jahreshälfte 2020, mündlich sagte er aber lieber nur: „Wir kommen dem Ziel immer näher.“

Ein weiteres Bauvorhaben fand sich hingegen nur in der Tischvorlage: das neue Feuerwehrhaus gleich neben dem alten, für das die Gemeinde inzwischen das Grundstück gekauft hat. Und noch an einer anderen Ecke scheint etwas vorwärtszugehen: an der Stolzenbergstraße. Hier hatein Vorhabensträger Pläne für ein Biohotel vorgelegt.

Viele bekannte Vorhaben zwar. In der Summe bestätigen sie derweil: Der Ortsteil Neuhaus wird seinen Charakter ändern.

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