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Stand Rede und Antwort: Schliersees Rathaus-Chef Franz Schnitzenbaumer bei der Bürgerversammlung.

Umbau startet Mitte 2018

Bürgerversammlung: Neues zum Gasthof zur Post

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Es bewegt sich einiges in Schliersee. Wie der aktuelle Stand der Projekte aussieht, darüber informierte Rathaus-Chef Franz Schnitzenbaumer bei der Bürgerversammlung.

Schliersee – Einfach mal eine neue Ortsmitte aus dem Boden stampfen, ist nicht in Franz Schnitzenbaumers (CSU) Sinne. Der Schlierseer Bürgermeister setzt lieber auf eine maßvolle Belebung des Zentrums. Wo möglich im Bestand, und vor allem ohne neue Schulden. „Hinter allem, was wir tun, steht ein Plan“, erklärte Schnitzenbaumer bei der Bürgerversammlung in der Vitalwelt. „Im Zweifel der Haushaltsplan.“

Gasthof zur Post

Soll 2018 umgebaut werden: der Gasthof zur Post.

Bisweilen ist die Gemeinde aber auch von den Plänen anderer abhängig. Beim Gasthof zur Post etwa liegt die Genehmigung für den Umbau seit Monaten vor, trotzdem ist bislang nichts passiert, berichtete Schnitzenbaumer. Vor ein paar Tagen habe man plötzlich Menschen im Haus gesehen. Eine Nachfrage bei Investor Franz Kroha habe ergeben, dass weiter am Konzept für ein Garni-Hotel gearbeitet werde. „Wir hoffen auf einen Baubeginn im kommenden Jahr“, so Schnitzenbaumer.

Eine durchaus berechtigte Hoffnung, wie Kroha unserer Zeitung bestätigt. Ab Mitte 2018 soll der Gasthof in ein „Smart-Design“-Hotel im mittleren bis gehobenen mittleren Segment für (Kurz-)Urlauber und Geschäftsreisende umgebaut werden. „Unser Ziel ist es, den Komfort und die Annehmlichkeiten eines gehobenen Hotels mit einer schlank gehaltenen Betriebsstruktur zu kombinieren, ohne dass unsere Gäste etwas vermissen“, erklärt Kroha. Den Saal will er für Veranstaltungen und Feiern öffnen. „Das wird eine Belebung ohne Neubau mitten im Ort“, meinte Schnitzenbaumer.

Lautererstraße

Ganz ohne Neubau ging es im Bereich Lautererstraße nicht. Doch auch der Anbau am Heimatmuseum für den neuen Kindergarten füge sich gut in die Umgebung ein, betonte der Bürgermeister. Zum Beweis zeigte er ein altes Luftbild, auf dem noch das abgerissene, dreistöckige Postamt zu sehen ist. „Das haben viele vergessen“, sagte Schnitzenbaumer. Besonders stolz zeigte er sich, dass das abzüglich Zuschuss gut 2,5 Millionen Euro teure Projekt aus dem laufenden Haushalt finanziert werden kann.

Nur 70 000  Euro aus eigener Tasche muss die Gemeinde für die Sanierung der alten Turnhalle bezahlen. Es sei die richtige Entscheidung gewesen, das „Kleinod“ weiterhin für „niederschwellige Sportangebote“ zur Verfügung zu stellen, meinte Schnitzenbaumer. Mit der geplanten neuen Wegeführung und einer Pflasterung der Lautererstraße im Stil eines Platzes, über die der Gemeinderat noch abstimmen muss, sei ein großer Schritt der Ortsmitte-Entwicklung geschafft.

Turnhalle Neuhaus

Weiter in der Warteschleife hängt hingegen die geplante Zweifach-Turnhalle in Neuhaus. Schuld ist der laufende Rechtsstreit mit den Nachbarn. „Wir sind der Meinung, alles richtig gemacht zu haben“, sagte Schnitzenbaumer. Einfach loslegen wolle man trotzdem nicht. Zu groß das Risiko, dass der 5,6 Millionen Euro teure Bau durch nachträgliche Betriebseinschränkungen doch nicht für den Breitensport nutzbar ist. „Das wäre eine Lachnummer“, sagte Schnitzenbaumer. Bis alles ausgeklagt sei, wolle man aber wegen der steigenden Kosten nicht warten. Derzeit geht der Bürgermeister von einem Baubeginn 2019 aus.

Neue Wohngebiete

Grünes Licht haben derweil fünf bauwillige Schlierseer Familien bekommen. Der Gemeinderat hat sie aus 20 Interessenten für den Kauf der Grundstücke an der Seestraße ausgewählt. Insgesamt 1,27 Millionen Euro wird die Gemeinde dadurch einnehmen. Der Verkauf der gemeindeeigenen Grundstücke im Neubaugebiet am Breitenbach habe 500 000 Euro eingebracht, berichtete Schnitzenbaumer. „Wir haben das juristisch maximal Machbare herausgeholt.“ Trotz einer Mehrbelastung während der dreijährigen Bauzeit der 63 Wohneinheiten werde das ganze Viertel davon profitieren. „Jetzt grenzt Wohnen an Wohnen.“

Bahnübergang

Bedenken gibt es dafür in Sachen Verkehr, wie Anwohner Christoph Seidenfus berichtete. „Mehr Autos und mehr Outdoor-Sportler, das beißt sich“, sagte er über die gerade bei Radlern beliebte Breitenbachstraße. „Gibt es dafür ein Sicherheitskonzept?“, fragte Seidenfus. In Sachen Bahnübergang in Westenhofen empfahl er der Gemeinde, bald in die Planungen einzusteigen, „um das leidige Schranken-Thema endlich zu lösen“.

Schnitzenbaumer versprach, mit Halteverboten und Geschwindigkeitsbegrenzungen für Verkehrssicherheit im Viertel zu sorgen. Beim Bahnübergang sei die Gemeinde mit dem Bebauungsplan Prinzenweg bereits in Vorleistung gegangen. Jetzt sei die Bahn am Zug. Hierbei müsse man aber mit Jahrzehnten rechnen, meinte Schnitzenbaumer – und forderte die Bürger zur Unterstützung auf. „Jeder Brief hilft.“

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