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Von Gästen stark frequentiert wurden 2016 die RVO-Buslinien in Schliersee.

Gemeinde lässt sich Service 178.500 Euro kosten

Bus-Bilanz: 50.000 Urlauber fuhren auf den Spitzing

Schliersee – Landkreisweit freie Fahrt genießen die Schlierseer Gäste seit diesem Jahr in den Bussen der RVO. Vor allem eine Linie hat sich zu einem echten Renner entwickelt.

Landkreisweit freie Fahrt genießen die Schlierseer Gäste seit diesem Jahr in den Bussen der Regionalverkehr Oberbayern GmbH (RVO). Vor allem die Linie zum Spitzingsee hat sich zu einem echten Renner entwickelt, wie Kuramtsleiter Mathias Schrön nun im Hauptverwaltungsausschuss bekannt gab. Mehr als 50 000 Mal haben sich Schlierseer Urlauber 2016 gratis in die Berge kutschieren lassen. Insgesamt wurden 61 000 Gästekartenfahrten registriert.

Was für die Urlauber eine nette Dreingabe ist, macht sich im Haushalt der Gemeinde durchaus bemerkbar. Allerdings nicht über Gebühr, wie Schrön erklärte. Der Kostenbeitrag, den Schliersee an die RVO überweist, ist gedeckelt. Heuer wurden dabei 178 500 Euro fällig. Und die Gemeinde hat gut verhandelt, wie Schrön durchblicken ließ. „Wir haben die Hürde eigentlich jedes Jahr gerissen“, sagte er. Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) fügte schmunzelnd hinzu: „Ab Mitte Oktober fährt die RVO für uns.“ Daran wolle man in auch in Zukunft festhalten.

Nicht zuletzt, weil auch die Einheimischen davon profitieren würden. Zwar kommen sie nicht in den Genuss von Gratis-Fahrten, dafür würden die durch die Gäste stark erhöhte Frequenz dazu beitragen, dass bestimmte Linien erhalten bleiben. „Der Tourismus ist ein wichtiger Motor“, erklärte Schrön.

Das macht sich auch auf der Wendelsteinringlinie bemerkbar. Wie berichtet, fahren die Busse des Gemeinschaftsprojekts der Landkreise Miesbach und Rosenheim sowie der Wendelsteinbahn seit 2015 die Marktgemeinde an. Weit mehr als 8000 Mal sei die Linie 2016 genutzt worden, verkündete Schrön, zwei Drittel davon seien Gästekartenfahrten gewesen. Auch 660 Schlierseer Urlauber machten eine Tour um den Wendelstein, 2015 waren es 567. „Es profitieren alle voneinander“, sagte Schrön. So würden auch viele in anderen Gemeinden untergebrachte Gäste die Schlierseer Angebote nutzen. Kein Wunder, steuern die Busse doch auch Publikumsmagnete wie das Freilichtmuseum von Markus Wasmeier an.

Auch Wolfgang Schauer zweifelte nicht am Wert des Angebots. 50 000 Gästekartenfahrten seien 50 000 weniger Autos auf der Spitzingstraße, sagte er. Dennoch müsse man den Öffentlichen Nahverkehr auch für Einheimische attraktiver machen. „Die Einzelfahrt ist immer noch so teuer, dass viele lieber mit dem Auto fahren“, sagte Schauer.

Der Bürgermeister versprach, sich weiterhin für eine „Bürgerkarte“ stark zu machen. Ziel sei es, dass neben dem Autoschlüssel auch eine RVO-Fahrkarte auf den heimischen Schlüsselbrettern liege. „Wir fordern immer wieder was“, sagte Schnitzenbaumer. Bereits erfolgreich war Schliersee bei der Linie zum Spitzingsee. Wie berichtet, fährt der letzte Bus im Sommer künftig erst um 18.20 Uhr zurück in den Ort. Ein echter Mehrwert für alle Bergsteiger, sagte Schnitzenbaumer. „Die sitzen abends noch gerne in der Sonne.“

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