Christian Bremm und Mark Linke Campingplatz Schliersee
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Sind am Westufer sesshaft geworden: Die beiden Schlierseer (v.l.) Christian Bremm und Mark Linke haben den Campingplatz in Schliersee gepachtet.

„Es ist Zeit geworden, sesshaft zu werden“

Campingplatz Schliersee: Neustart mit Flair, Leckerbissen und Bulli-Bar

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Seit Anfang April haben Mark Linke und Christian Bremm den dortigen Campingplatz gepachtet. Die Corona-Pause haben sie genutzt, die Anlage auf Vordermann zu bringen und ihr ein neues Konzept zu verpassen. 

Schliersee – Was Camper nur im Urlaub erleben, hatte Mark Linke (43) das ganze Jahr: das Gefühl, seine Zelte überall aufschlagen zu können, wo es ihn hinzieht. Linke brauchte dafür nicht mal Heringe in die Erde schlagen. Im Heck seiner VW Bullis hatte er seine mobile Bar immer dabei. Und die Cocktail-Partys um die kultigen Oldtimer-Busse wurden zum Event-Schlager in ganz Deutschland. Seit Anfang April steht einer von Linkes Bullis auf dem Campingplatz am Westufer des Schliersees. Dort soll er bleiben. „Es ist Zeit geworden, sesshaft zu werden“, sagt Linke und lacht.

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Campingplatz Schliersee: Neustart mit Flair, Leckerbissen und Bulli-Bar

Das meint der Schlierseer durchaus ernst. Zusammen mit Geschäftspartner und Freund Christian Bremm (45) aus Neuhaus hat Linke seit April den Campingplatz gepachtet. Nicht als Parkplatz für seine T2, sondern als Urlaubsort für Wohnmobilisten und Camper – und als Treffpunkt zum Essen und Trinken für Tagesausflügler und Einheimische. „Bei uns ist jeder willkommen und gern gesehen“, sagt Linke.

Die beiden neuen Pächter sind Weltenbummler. Linke war nach einer Ausbildung im Reisebüro und seiner Tätigkeit als Sales-Manager bei Club Med viel im Ausland unterwegs. In Bangkok kam ihm die Idee für seine Bulli-Bars. Sein Kompagnon Bremm ist eigentlich Notarzt, lebte lange Zeit in Südafrika und war ebenfalls viel auf Achse. Seit seiner Rückkehr baut er nebenbei ökologische Tiny Houses und wohnt mittlerweile auch selbst in einem dieser kleinen Häuser.

Wäre alles nach Plan gelaufen, würde Bremm jetzt den Campingplatz Glockenalm in Aurach betreiben, berichtet Linke. „Er hat sich mit einem fertigen, naturnahen Konzept beworben und hätte schnell loslegen können.“ Doch die Verkäufer der Glockenalm gaben einem anderen Bieter den Zuschlag (wir berichteten).

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Dass ihnen die Corona-Pandemie den sofortigen Start verhagelt hat, nehmen Linke und Bremm gelassen. Die zwei Monate bis zur Eröffnung habe man genutzt, um den Platz auf Vordermann zu bringen. 60 Stellplätze für Wohnmobile und Wohnwagen sowie 20 Zeltplätze bietet die Anlage. Mit einer neuen Stromversorgung sowie einer modernen Entsorgungsstation haben sie das Areal nicht nur attraktiv und ordentlich gestaltet, sondern auch winterfest gemacht.

Am Kiosk haben die neuen Pächter eine große Holzterrasse errichtet und bei schönem Wetter öffnet abends die Beach-Bar. Überhaupt ist das gastronomische Angebot für einen Campingplatz ziemlich umfangreich: vom Frühstücksservice mit Brezen und Müsli über Brotzeiten und Salate bis hin zu Burger, Focaccia und Pasta in den Abendstunden und in Zukunft auch Pizza ist kein Camper gezwungen, sich selbst an den Gasherd zu stellen.

Auch sonst streben sie Kooperationen in Schliersee und darüber hinaus an. Durch maximale Offenheit und Transparenz wollen sie den Campingplatz als feste Institution im Ort verankern und somit auch die Negativschlagzeilen um ihren Vorgänger vergessen machen.

Für die Zukunft haben Linke und Bremm noch zahlreiche weitere Ideen für ihren Campingplatz. Beispielsweise wollen sie prüfen, ob sie kleine Unterkünfte errichten dürfen, um damit zum Beispiel auch Radler auf dem Bodensee-Königsee-Weg oder Urlauber ohne Camper und Zelt eine Übernachtungsmöglichkeit anbieten zu können. Vorerst konzentrieren sie sich aber voll auf den Sommer. Der Ansturm der ersten Tage zeigt ihnen aber, dass sie ihrem Ziel, einen Wohlfühlort für Urlauber und Einheimische gleichermaßen zu schaffen, schon ein gutes Stück nähergekommen sind. „Das bisherige Feedback“, sagt Linke, „hat unseren Enthusiasmus und unsere Motivation voll bestätigt.“

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