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Christine Eixenberger

Die Kabarettistin über Horizontalstarts und gewagte Sprünge

Christine Eixenberger im Interview: „Im Kopf bin ich ein Kind. Und Kinder sind neugierig.“

Seit sieben Jahren scheint‘s für Christine Eixenberger nur eine Richtung zu geben: aufwärts. Dafür gab‘s beim Bayerischen Kabarettpreis 2019 den Senkrechtstarter-Preis. Fast ein bisserl spät, möchte man fast meinen. Im Interview verrät Eixenberger, was sie dazu sagt.

Schliersee– Steil bergauf geht’s für Christine Eixenberger seit Jahren. Nach Bühnenprojekten mit Tobias Öller wagte sie 2012 mit „Ballkontakt“ den Schritt ins Solokabarett. 2015 nahm die studierte Grundschullehrerin den Ball mit ihrem zweiten Solo „Lernbelästigung“ auf. Den Sprung ins Fernsehen hatte sie da bei „Habe die Ehre“ im BR schon geschafft, ab 2016 folgte die ZDF-Filmreihe „Marie fängt Feuer“, 2018 ihr drittes Solokabarett. Jetzt gab’s den „Senkrechtstarterpreis“ beim Bayerischen Kabarettpreis. Im Interview verrät sie, was ihr das bedeutet. Die 32-Jährige hat unsere Fragen nach Proben in Berlin per E-Mail beantwortet.

Beim Bayerischen Kabarettpreis ausgezeichnet zu werden, das ist ja ein richtiger Ritterschlag. Wie haben Sie denn reagiert, als Sie die Nachricht heuer bekommen haben, und jetzt, als Sie den Preis tatsächlich bekommen haben?

Christine Eixenberger: „Na ja, Senkrechterstarter würde ja eigentlich bedeuten: Von Null auf Hundert. Jetzt habe ich aber vor sieben Jahren mit dem Solokabarett angefangen. Ich bin also eher eine Art Horizontalstarter. Aber gefreut habe ich mich trotzdem. Ich weiß noch, dass ich in Wien war, als ich angerufen wurde. Mir ist erst einmal mein Gsicht zamgefallen und ich dachte kurz: Habens niemand anderen gfunden? Im nächsten Moment habe ich einen Juchezer losgelassen. In Anwesenheit eines grandios grantigen Kaffeehauskellners. Leben am Limit (lacht).“

Christine Eixenberger im Interview: „Ich bin mit meinem Job verheiratet“

Sie haben in den vergangenen Jahren ja richtig Gas gegeben und hatten eigentlich mit allem Erfolg, was Sie so angepackt haben – als Moderatorin, als Schauspielerin und als Kabarettistin. Die Frage, ob’s da mal eine klare Entscheidung bräuchte, beantworten Sie ja selber mit ihrem Opa: „I muaß gar nix – außer sterbn“. Gibt’s trotzdem eine Sparte, für die das Herz besonders schlägt?

Christine Eixenberger: „Ich bin ein Fan von Vielfalt. Kabarett und Schauspiel gibt mir beides die Möglichkeit, mich selbst auszuprobieren und weiterzuentwickeln. Wäre ich ein klassischer Influencer, würde ich mich jetzt wahrscheinlich mit folgendem Hashtag ausdrücken: #lovemyjob. Ich bin mit meinem Job verheiratet. Und ich liebe ihn. Jede Seite an ihm. Und was man liebt, sollte man festhalten.“

Christine Eixenberger im Interview: „Ich bin eigentlich ein sicherheitsbedürftiger Mensch“

Dass Sie mal beim Bayerischen Kabarettpreis ausgezeichnet werden, hätten Sie sich das vorstellen können, als sie nach Bühnenprojekten wie „Ox vorm Berg“ oder „Überstunden“ mit „Ballkontakt“ den Schritt ins Solokabarett gewagt haben? Wie viel Mut hat’s damals gebraucht – und später dafür, als Künstler zu arbeiten, statt die Lehrerlaufbahn weiterzuverfolgen?

Christine Eixenberger: „Ganz ehrlich – das war alles überhaupt nicht der Plan: von der Bühne in den Mund Leben. Ich bin eigentlich ein sicherheitsbedürftiger Mensch. Aber im Kopf bin ich ein Kind. Und Kinder sind neugierig. Ich wollt’s einfach wissen: Wie komme ich damit klar, wenn acht Leute im Zuschauerraum sitzen – zwei davon die Wirtsleute, die selbst Eintritt zahlen, damit du dir den Sprit nach Hause leisten kannst? Und wenn nur drei Leute kommen – wie kommst du dann heim? Ich bin ins kalte Wasser gesprungen. Also eigentlich war es eine Art „Gumpenhupfen“ mit Menschen, die von Anfang an an mich geglaubt haben. Allen voran mein Autor, Mentor, bester Spezl seit 15 Jahren, Tobias Öller. Meine Agentur Südpolentertainment. Meine Familie. Meine Freunde. Wir haben uns etwas getraut. Und ich habe es bis dato nicht bereut. Im Gegenteil.“

So ein Senkrechtstarter-Preis impliziert ja schon auch, dass da noch mehr kommt. Mal abgesehen von den auf Ihrer Homepage aufgeführten 17 Auftritten mit dem aktuellen Kabarettprogramm ab jetzt allein bis Weihnachten: An welchen Projekten arbeiten Sie gerade, und wie schauen Ihre weiteren Pläne aus?

Christine Eixenberger: „Sorry, das ist die Grundschullehrerin in mir. Ich korrigiere immer noch gern: Es sind 23 Auftritte! Abgesehen davon arbeite ich gerade an dem Projekt „Langeweile“. Rumhocken und bläd schauen, zum Beispiel auf der Couch. Perfekt: Es kommen zwei neue Folgen „Marie fängt Feuer“, Ausstrahlung am 17. und 24. November im ZDF. Außerdem steht nächstes Jahr mein neues Soloprogramm an, am 7. November 2020 ist Premiere in Holzkirchen. Außerdem gibt es ein Eixenberger-Special: Ich hole mir eine Band auf die Bühne – Ciao Weiß-Blau mit niemand Geringerem als Tobias Öller, Wolfgang Hierl und Erich Kogler. Es wird mir also so schnell nicht langweilig, wie’s scheint. Schade eigentlich. Soll ja so gsund sein (lacht).“

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ag

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