+
Kein Stein ist auf dem anderen geblieben beim schweren Erdbeben im mittelitalienischen Städtchen Amatrice im Oktober 2016.

Interview mit Organisator

Cross-Over-Aktion: Spaghetti-Essen für die Erdbeben-Opfer

  • schließen

Spaghetti essen und damit Gutes tun: Diese Aktion bereichert das Sommerfest der Cross-Over-Team Stiftung aus Neuhaus. Was es damit auf sich hat, erklärt Organisator Bernd Ritter im Interview.

Bernd Ritter: Cross-Over-Geschäftsführer und Veranstalter des Benefiz-Sommerfests.

Neuhaus– Ein ungewöhnliches Sommerfest plant die Cross-OverTeam Stiftung im Pfarrzentrum St. Josef in Neuhaus: Spitzenköche bereiten am Sonntag, 16. Juli, das Nudelgericht Spaghetti alla Amatriciana zu. Die Gäste spenden dafür zehn Euro. Der Erlös kommt den Erdbeben-Opfern des mittelitalienischen Städtchens Amatrice zugute. Unsere Zeitung sprach über das Projekt mit Cross-Over-Geschäftsführer Bernd Ritter.

-Herr Ritter, wie ist die Idee entstanden, ein Benefiz-Sommerfest für Amatrice zu veranstalten?

Ritter: Entstanden ist die Idee dadurch, dass meine Frau und ich in dieser Gegend seit fast zwei Jahrzehnten unseren Jahresurlaub verbringen. Daher stehen wir diesen Leuten sehr nahe.

-Waren Sie schon mal in Amatrice?

Ritter: Vor dem Erdbeben waren wir mal dort, nach dem Erdbeben nicht mehr.

-In Italien gibt es auch einige dieser Benefiz-Feste für Amatrice. Waren Sie schon einmal bei einem dabei?

Ritter: Ja, zweimal sogar. Ab dem vergangenen September ist es in Italien losgegangen, dass Dorfgemeinschaften solche Aktionen organisieren. Das Schöne ist: Obwohl es ein trauriger Anlass ist, werden mit großer Lebensfreude Mittel erwirtschaftet, die den Leuten helfen. Es wird getanzt und Musik gemacht.

-Sind Gäste aus Amatrice nach Schliersee eingeladen?

Ritter: Ich muss ganz klar sagen: Nein. Die haben andere Sorgen.

-Wie lange arbeiten Sie schon an der Organisation des Fests?

Ritter: Seit ungefähr drei Monaten. Es ist eine wunderschöne Idee. Mit der spielt man – das macht Spaß. Wir versuchen, dass sich auch die jungen Leute dafür stark machen.

-Wer bereitet die Gerichte zu?

Ritter: Das Arabella Alpenhotel am Spitzingsee ist mit zwei Köchen da. Die beiden schauen, dass das Ganze professionell über die Bühne geht. Spaghetti alla Amatriciana ist ein sehr einfaches Gericht. Aber gerade bei sehr einfachen Gerichten muss man aufpassen, dass es schmeckt. Das Alpenhotel stiftet auch die Zutaten. Der Chef des Hotels, Peter Könekamp, war begeistert. Er ist ein großer Italien-Liebhaber, und er war sofort dabei. Arabella hat ja auch ein italienisches Lokal im Souterrain.

-Wo werden die Gerichte zubereitet?

Ritter: Die Gerichte müssen in der Hotel-Küche zubereitet werden. Wir könnten das alles hier am Pfarrzentrum gar nicht machen. Wir haben nur eine große Feldküche aufgebaut, quasi eine Showküche.

-Mit wie vielen Gästen rechnen Sie?

Ritter: Das kann ich nicht sagen – es ist das erste Mal, dass wir so was machen. Die Teilnehmerzahl ist sehr witterungsabhängig, wobei wir eigentlich witterungsunabhängig sind, weil ausreichend überdachte Sitzplätze zur Verfügung stehen. Die Veranstaltung wird also auch bei Regen stattfinden. Für den Einsatz, den wir bringen, stelle ich mir mindestens 500 Leute vor.

-Wann geht’s los?

Ritter: Die Veranstaltung erstreckt sich über den gesamten Tag. Um 11 Uhr geht’s los, und um spätestens 22 Uhr werden wir schließen. Wir haben ein buntes Programm, überhaupt nicht starr. Wir können auf alles reagieren, je nachdem, wie das Wetter oder der Besucher-Andrang sind.

-Was wird den Besuchern – abgesehen vom Essen – geboten?

Ritter: Gesangs- und Tanzgruppen machen mit, ebenso der Kirchenchor. Wir haben eine große, große Abteilung des Technischen Hilfswerks da. Die werden Vorführungen zeigen, bei denen man auch mitmachen kann. Außerdem dabei sind eine Rettungshunde-Staffel, das Rote Kreuz, die Wasserwacht und die Feuerwehr. Bei der Bergwacht müssen wir noch schauen, wie sie sich frei machen können, weil gleichzeitig eine Sport-Veranstaltung in Schliersee stattfindet.

-Wie schwierig war es, Mitstreiter zu finden?

Ritter: Wir haben offene Türen eingerannt. Die Beteiligungs-Bereitschaft der Organisationen ist groß. Anderseits ist Urlaubszeit, und eine Stallwache, die sich für den Ernstfall bereit hält, muss immer da bleiben.

-Wer erhält in Amatrice das Geld?

Ritter: Wir werden im September wieder unseren Urlaub in der Gegend dort verbringen. Da werden wir über den Umweg der Kirche an die Bedürftigen herantreten und das Geld direkt vor Ort übergeben. So haben es auch andere schon gemacht. Wie das im Detail aussieht, werden wir herausfinden. Wir versuchen ohne Ausgaben zurecht zu kommen. Das bedeutet: Die zehn Euro, die wir verlangen, werden komplett von uns weitergegeben. Alle Kosten – so weit welche entstehen – übernehmen wir, beziehungsweise Sponsoren.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Schlierseer Seefest: Woher das Fischerstechen kommt
Das Schlierseer Seefest ohne Fischerstechen? Undenkbar. Aber wie hat eigentlich alles angefangen? Nikolaus Gumberger (81) war damals in der Gründermannschaft. Ein …
Schlierseer Seefest: Woher das Fischerstechen kommt
Seefest Schliersee startet heute - Programm und Wetter
Das Seefest Schliersee 2017 steht wenige Stunden vor dem Start. Um 17 Uhr öffnen wie geplant die Schmankerlstände. Ab 20 Uhr spielt eine Band. So wird das Wetter. Das …
Seefest Schliersee startet heute - Programm und Wetter
BOB: Früheres Guten-Tag-Ticket und Schmankerl für Schüler
In den Sommerferien bietet die BOB ein verbessertes Guten Tag Ticket, das viele Ausflügler interessieren dürfte, an und hält Schmankerl für Schüler bereit. Diese …
BOB: Früheres Guten-Tag-Ticket und Schmankerl für Schüler
Parkautomat am Wendelstein aufgebrochen
Unbekannte haben versucht einen Parkautomaten vor der Wendelsteinbahn auszuräumen. Sie sind zwar gescheitert, haben das Gerät aber trotzdem komplett zerstört.
Parkautomat am Wendelstein aufgebrochen

Kommentare