Teilweise asphaltiert ist nun die B 307 beim Bahnübergang Westenhofen. Dies soll den Verkehrsfluss verbessern.
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Teilweise asphaltiert ist nun die B 307 beim Bahnübergang Westenhofen. Dies soll den Verkehrsfluss verbessern.

Bauarbeiten in Westenhofen

Der „Bahnsinn“ nimmt kein Ende: Gemeinde Schliersee verärgert über Verhalten der DB

  • Sebastian Grauvogl
    VonSebastian Grauvogl
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Der Ärger über den Umgang der Deutschen Bahn mit der Baumaßnahme am Bahnübergang Westenhofen nimmt kein Ende. Im Gemeinderat Schliersee wurden jetzt neue Details bekannt.

Schliersee – Würde Jörn Alkofer eine Liste mit den besten Bahn-Anekdoten führen, könnte er diese nahezu täglich fortschreiben. Im Gemeinderat trug der Schlierseer Geschäftsleiter nun neue Perlen vor. So habe er nach etlichen Anfragen bei der DB endlich Auskunft zum nach wie vor nicht erfolgten Abbau der alten Anlagen am Bahnübergang Westenhofen erhalten. „Laut des von der Bahn beauftragen Büros aus Dresden braucht es dafür eine eigene Planung“, sagte Alkofer und schüttelte den Kopf. Er könne sich daher kaum vorstellen, dass der Abbau wie vertraglich vereinbart bis Ende Mai abgeschlossen sein wird. „Ich habe bis heute keine Baufirma der Bahn in Westenhofen gesehen“, ärgerte sich der Geschäftsleiter. Dies könnte gravierende Folgen für den Zeitplan des Straßenbaus und damit auch die Auswirkungen auf den Verkehr haben: „Die kommen dann an diversen Ecken nicht weiter.“

Wie berichtet, hat die Bahn auch auf mehrfache Anfrage unserer Zeitung hin bis dato keine Stellungnahme zu dem laut Ingenieurbüro Infra für die stauträchtige Einspurigkeit der B 307 verantwortlichen Kameramast am Bahnübergang abgegeben. Mehr noch: Die Äußerungen der Pressestelle der Bahn zu den ebenfalls kritisierten Schottertransporten erfolgten dem Vernehmen nach interessanterweise in unmittelbarer zeitlicher Nähe zu einem Gespräch der CSU-Stimmkreisabgeordneten und Landtagspräsidentin Ilse Aigner mit dem Konzernbevollmächtigten Klaus-Dieter Josel genau zu diesem Thema.

Bürgermeister wollen Verkehrsministerium einschalten

Den politischen Weg wollen bekanntlich auch Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) und sein Haushamer Kollege Jens Zangenfeind einschlagen. Gemeinsam werde man über das Verkehrsministerium auf die DB einwirken, kündigte Schnitzenbaumer an. Auf direktem Weg habe man ja leider nichts erreicht. „Wir haben eine Liste mit 18 Ansprechpartnern der Bahn bekommen, wissen aber leider nicht, wer von denen den Hut aufhat.“ Auch vor Ort gebe niemand Auskunft, ergänzte Alkofer. „Das ist auf einer Baustelle natürlich schlecht.“

Was Schnitzenbaumer am meisten verwunderte, waren die Äußerungen der Bahn, ihre Maßnahmen seien nicht für den Stau auf der B 307 verantwortlich. Das Gegenteil sei der Fall. Ohne die Stellwerkserneuerung samt Ertüchtigung des Bahnübergangs hätte man nie die erst 2014 asphaltierte Fahrbahn aufgerissen um die 2012 installierte Wasserleitung 60 Zentimeter tiefer zu legen.

Zusammenarbeit bei Straßenbau läuft reibungslos

Nochmals positiv hervor hob der Rathauschef die reibungslose Zusammenarbeit aller am Straßenbau beteiligten Stellen. Alle seien bemüht, die negativen Auswirkungen der Baustelle so gering wie möglich zu halten. Auch Jürgen Höltschl (CSU) brach eine Lanze für die Arbeiter. Umso bedauernswerter seien die fortlaufenden Beschimpfungen, die sich diese anhören müssten. „Das ist teilweise unterste Schublade“, ärgerte sich Höltschl.

Alkofer schloss indes mit einer weiteren Anekdote in Sachen Bahn. So werde die Schrankenanlage in Westenhofen nun von menschlichen Posten gesichert, was sich positiv auf die Schließzeiten auswirken sollte. Per Gesetz sei dies aber nur eine Woche lang zulässig, dann müsste eine neue Anlage installiert werden. Doch auch zu diesem Thema gebe es bis dato keine Infos, bemängelte Alkofer. Streng genommen könnte dies in einer weiteren Sperrung der Bahnstrecke münden. Die Autofahrer dürften das aber wohl sogar begrüßen, denn damit wäre immerhin die Staufalle am Bahnübergang Hausham vorerst entschärft.  

sg

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