Destillerie Slyrs und Wasmeier Museum:  Neuhaus von Blechlawinen überflutet
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An der Destillerie von Slyrs in Neuhaus soll ein Busparkplatz entstehen.

Busparkplatz an Destillerie kommt

Wegen Wasmeier und Slyrs: Automassen verstopfen Neuhaus

  • Nina Probst
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Das Markus Wasmeier Museum und Slyrs in Neuhaus ziehen nicht nur Besucher, sondern natürlich auch deren Autos an. Das führt regelmäßig zu Verkehrschaos in dem Ort. Zumindest bei Slyrs soll sich bald etwas ändern.

Neuhaus – Das Freilichtmuseum von Markus Wasmeier und die Slyrs-Destillerie – zwei Top-Besuchermagnete in Schliersee. Derzeit haben diese nicht nur gemeinsam, dass sie beide heuer ein Zehnjähriges feiern und Touristen mit einem Kombi-Ticket beide Einrichtungen vergünstigt besuchen dürfen. Nein, sie eint auch eine Verkehrssituation, die die Gemeinde ärgert. Anders als beim Museum ist bei der Destillerie zügige Besserung angekündigt.

Seit der fertigen Betriebserweiterung vor gut einem Jahr hat sich Slyrs mehr denn je zu einem Besuchermagnet entwickelt. Gerade bei schlechtem Wetter ist die Whisky-Destillerie ein geeignetes und beliebtes Ausflugsziel. Rund 2000 Gäste, schätzt Geschäftsführer Anton Stetter, besuchen an stark freqentierten Wochenenden die Räumlichkeiten. Rund 60 000 Besucher waren es im vergangenen Jahr insgesamt. An Spitzentagen wird Slyrs gewissermaßen zum Opfer des eigenen Erfolgs. Am Pfingstsonntag etwa trat die Situation auf, dass unangemeldete Besucher abgewiesen werden mussten. Das solle nicht passieren und sei auch nicht der Normalfall, betont Stetter. Zumindest Gruppen können sowieso nur angemeldet vorbeischauen. „Unsere Führungen sind meist langfristig ausgebucht, auch wetterunabhängig“, sagt der Geschäftsführer.

Maximal drei Gruppen mit je bis zu 30 Personen werden von den Experten gleichzeitig durch die Destillerie geführt. Stetter erklärt: „Die sollen sich ja nicht gegenseitig auf die Füße treten – unsere Kapazitäten sind begrenzt.“ Trotz Erweiterung. Nicht nur die Führungen finden Anklang, auch das im Zuge der Erweiterung gebaute Restaurant – sowohl bei Einheimischen als auch bei Gästen, wie Stetter sagt. „Es war uns wichtig, dass auch die Einheimischen das annehmen.“

Der Erfolg der Destillerie tut – ebenso wie der des Museums – ist gut für den Tourismusstandort Schliersee. Der Erfolg bedeutet aber auch: Verkehr. In Fischhausen gibt es nach wie vor keine Linksabbiegespur (wir berichteten), und in Neuhaus fehlen noch die im Bebauungsplan festgesetzten Busparkplätze an der Bundesstraße. Diesen Bebauungsplan hat der Gemeinderat nun geändert. Es ging dabei um die Ansiedlung der Genussschmelzerei Essendorfer – derzeit ist die noch in Irschenberg beheimatet – gleich neben Slyrs (wir berichteten), die der Gemeinderat auch einstimmig beschloss.

Allerdings besteht das Gremium darauf, dass die Parkplätze angelegt werden und hat die Veröffentlichung des Bebauungsplans – Voraussetzung für eine Baugenehmigung – an den Baubeginn für die Parkplätze geknüpft. Im Gemeinderat hatte es noch geheißen, dass die Auftragsvergabe unmittelbar bevorsteht und der Bau im Juni starten soll.

Diese Ankündigung kann Slyrs Stetters Angaben zufolge nicht halten. „Das kommt jetzt auf die Tiefbauunternehmen an“, sagt Stetter. „Die sind gerade alle ziemlich ausgebucht.“ Außerdem solle der Bau parallel zum neuen Domizil der Firma Essendorfer in Angriff genommen werden. Letzteres scheitert momentan an der Beschlusslage des Gemeinderats. Immerhin ist Slyrs entschlossen, die Parkplätze zu bauen. An der Genussschmelzerei sollen übrigens zehn Stellplätze entstehen – an der Zufahrt zum Parkplatz der Destillerie. Wie berichtet wollen die beiden Firmen zusammen eine Art Genuss-Campus (Arbeitstitel) bilden.

nip/dak

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