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Ein idealer Platz zum Spielen: Cornelia Knies vor dem Grundstück in Josefstal, auf dem sie gerne einen Waldkindergarten einrichten will.

Ein Grundstück hat sie schon

Diese Mama will einen Waldkindergarten aufbauen

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Schliersee - Andere Eltern jammern über fehlende Betreuungsmöglichkeiten, Cornelia Knies baut einfach selbst einen Kindergarten auf. Ein Waldgrundstück in Josefstal hat sie schon.

Die Natur als Abenteuerspielplatz, das hat Cornelia Knies schon in ihrer eigenen Kindheit fasziniert. Weil auch ihr dreijähriger Sohn viel an der frischen Luft herumtobt, würde ihn die 42-jährige Schlierseerin gerne in einem Waldkindergarten anmelden. Doch davon gibt es bislang nur einen im gesamten Landkreis: in Holzkirchen. Anstatt zu jammern, ergreift Knies die Initiative – und plant einfach ihren eigenen Kindergarten. Räume braucht sie dafür keine, lediglich einen Bauwagen. Ein großes Grundstück in Josefstal hat sie schon in Aussicht.

Frau Knies, Sie sind selbst keine Erzieherin, wollen aber einen Waldkindergarten gründen. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Mir persönlich ist das Konzept der Waldkindergärten schon immer sehr am Herzen gelegen. Ich bin selbst in Sachsenkam aufgewachsen und da gab es damals überhaupt keinen Kindergarten. Geschadet hat es uns Kindern nicht, im Gegenteil: Wir waren viel in der Natur unterwegs, sind über die Wiesen gestreift und haben Vogelnester gesucht. Unser Spielzeug haben wir uns aus Ästen selbst gebaut. Eine wunderbare Zeit. Weil auch mein Sohn oft draußen spielt, würde ich ihm gerne so eine Kindergartenzeit ermöglichen.

Und deshalb bauen Sie einfach mal Ihren eigenen Kindergarten auf?

Genau! Es gibt ja bislang leider keinen Waldkindergarten im südlichen Landkreis, nur einen in Holzkirchen. Da habe ich mir eben gedacht, dass es an der Zeit ist, hier die Initiative zu ergreifen.

Bei aller Begeisterung: Es gibt doch sicherlich viele Auflagen zu erfüllen, oder?

Das stimmt natürlich, aber das lässt sich alles lösen. Eine Bekannte hat sich bereit erklärt, uns ein Wiesengrundstück in Josefstal zur Verfügung zu stellen. Ganz nah am Wald und an den Wasserfällen. Ein idealer Platz. Dann brauchen wir noch ein großes Indianerzelt, das wir mit einem Lagerfeuer beheizen können, und einen Bauwagen, in den sich die Kinder bei schlechtem Wetter zurückziehen können. Am besten wäre noch ein fester Raum irgendwo in Neuhaus, falls es doch mal tagelang schüttet und kalt ist. Fließendes Wasser für Küche oder Toilette ist nicht notwendig: Die Kinder bringen ihre Brotzeit selbst mit, alles andere wird im Wald erledigt. Viele Tipps bekomme ich übrigens auch von Monika Obermüller, die bereits einen Waldkindergarten in Lenggries gegründet hat.

Dann fehlt aber noch das Wichtigste: die Kinder. Haben Sie denn überhaupt schon Anmeldungen auf dem Tisch liegen?

So weit sind wir ja noch nicht. Aber ich bin mir sicher, dass wir die Mindestzahl von zehn Kindern erreichen. Eine befreundete Mutter hat mir schon zugesagt. Wenn wir den Bedarf abschätzen können und einen Träger gefunden haben, werden wir uns auf die Suche nach einer Erzieherin machen, die auf Waldkindergärten spezialisiert ist. Vielleicht wollen ja auch ein paar Mamas oder Papas mitmachen.

Einen Informationsabend

mit Erfahrungsaustausch zum geplanten Waldkindergarten hält Cornelia Knies am Montag, 12. Januar, ab 19.30 Uhr in der Vitalwelt Schliersee ab.

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