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Eher noch zu klein: Die Fläche nördlich der Apotheke in Neuhaus kommt für einen Supermarkt der üblichen Größe wohl nicht in Frage. 

Supermarkt-Suche in Neuhaus

Der diesjährige Interessent heißt Netto

Neuhaus/Schliersee - Es hat in gewisser Weise etwas Rituelles: Jedes Jahr im Spätherbst kommt Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer auf das Thema Nahversorgung in Neuhaus zu sprechen. Er kann dies immer wieder tun, weil es immer neue Hoffnung gibt, die sich zuverlässig zerschlägt.

Neben der Turnhalle war das Thema Supermarkt in Neuhaus der Dauerbrenner bei den Bürgerversammlungen der vergangenen Jahre. Das läuft dann so ab: Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer berichtet von Bemühungen und Kontakten zu Supermarktketten, von Interesse seitens der Expansionsleiter und von Verhandlungen. Nur die Namen wechseln. Vergangenes Jahr war es Norma, heuer Netto.

Der Marken-Discount, wie er sich nennt, hat tatsächlich Interesse, im Raum Miesbach zu expandieren, wie die Pressestelle auf Anfrage bestätigt. Was allerdings fehlt, ist ein geeignetes Grundstück. Die auf der Homepage der Standortmarketing-Gesellschaft Miesbach angebotene Fläche nördlich der Apotheke, rund 3000 Quadratmeter, ist den Ketten meist zu klein. Zum Vergleich: Der Nettomarkt in Hausham steht auf einem gut 5000 Quadratmeter großen Areal. Auch das sogenannte Anglergrundstück (rund 3500 Quadratmeter) gegenüber dem Seniorenheim St. Elisabeth kommt offenbar nicht in Frage. Es hatte ehedem der Kreissparkasse Miesbach Tegernsee gehört, und der damalige Chef Georg Bromme hatte den Schlierseern in Aussicht gestellt, sich um eine Filiale der österreichischen Kette Mpreis zu bemühen. Die betreibt kleinere Märkte als sonst üblich. Doch aus dem Vorhaben wurde nichts.

Von „kleineren Einheiten“, die Netto ins Auge fassen würde, sprach jetzt bei der Bürgerversammlung auch Schnitzenbaumer. Netto relativiert dies im Gespräch mit unserer Zeitung. Eine Strategie, das Netto-City-Konzept auszubauen – von diesen Kleinmärkten gebe es in Deutschland rund 250 – bestehe nicht. Gleiches gelte für „Mein Laden“, ein explizites Nahversorgungs-Konzept mit kleinen Märkten, das weniger auf Discounter-Preise als auf den Wohlfühlfaktor setzt. Mit „kleinere Einheiten“ sei ein Standardmarkt mit etwa 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche gemeint, lässt Netto wissen. Dies sei um ein gutes Stück kleiner, als jene Märkte, die Lidl und Aldi bei Neubauten gemeinhin anstreben.

Wie es jetzt weitergeht? Wohl so, wie in den vergangenen Jahren auch. Das Interesse, die knapp 3000 Neuhauser mit einem Vollsortimenter zu versorgen, ist da, Gespräche werden geführt. Eine Tendenz gebe es nicht, heißt es von Netto. Sich mit einem Markt in Neuhaus selbst Konkurrenz zu machen – bekanntlich steht der nächste Netto im Norden Schliersees – befürchtet das Unternehmen derweil nicht.

Daniel Krehl

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