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Digitalfunk-Standort: die bestehende Antenne auf der Huberspitz.

Standort bekanntgegeben

Digitalfunk: Mast auf der Huberspitz

Schlierach-/Leitzachtal - Nur tröpfchenweise gibt die Firma Telent die Standorte von Funkmasten für den Digitalfunk bekannt. Nun hat Schliersee Bescheid bekommen.

Die Kritik an der Geheimhaltungstaktik – unter anderem auch formuliert von Landrat Jakob Kreidl (CSU) – hat bei der Firma Telent offenbar zu keinerlei Umdenken geführt. Verschiedene Gemeinden im Schlierach- und Leitzachtal haben nach Anfragen, die Teils mehr als ein Jahr zurückliegen, nichts mehr gehört von dem Unternehmen, das im Auftrag des Freistaats Bayern die Standorte für Digitalfunkmasten sucht. Klar ist: Damit der Digitalfunk, den Rettungsdienste wie Feuerwehren, Rotes Kreuz und THW nutzen, funktioniert, muss ein flächendeckendes Netz aus Funkmasten aufgebaut werden. Nun steht fest, wie Schliersee versorgt wird. Mit einem Masten auf der Huberspitz. Verwendet wird dabei der bestehende, der dem Bayerischen Rundfunk gehört.

Im Gemeinderat hat Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) den Standort bekanntgegeben. Eine weitere Diskussion folgte nicht. Der Rathaus-Chef sprach aber davon, dass man den Digitalfunk nochmals öffentlich thematisieren werde. Bekanntlich herrschen bei der Bevölkerung Bedenken wegen etwaiger Gefahren, die von dem Funk ausgehen. Informiert wurde Schliersee übrigens nicht direkt, sondern über das Landratsamt.

Der 43 Meter hohe Mast des Bayerischen Rundfunks auf der Huberspitz steht nahezu auf der Grenze zu Hausham. Folglich wird wohl auch diese Gemeinde über den Masten mitversorgt. Beim Mobilfunk ist dies bereits so. Von einer Digitalfunkversorgung von der Huberspitz her wusste die Haushamer Verwaltung bislang nichts. Bauamtsleiter Florian Ruml ist von der Schweigsamkeit von Telent allerdings alles andere als überrascht. „Telent ist nicht gerade für Informationsfluss bekannt“, sagt er. Dass der Standort Huberspitz im Gespräch war, wussten auch die Haushamer. „Wir hatten darum gebeten, dass man uns auf dem Laufenden hält“, sagt Ruml. „Seitdem hat sich ganz lang nichts getan.“ Von der neuen Entwicklung erfuhr Hausham aufgrund des Anrufs unserer Zeitung.

Nahezu wortgleich äußert sich Rumls Kollege im Miesbacher Rathaus: „Von Telent haben wir seit ewigen Zeiten nichts mehr gehört“, sagt Lutz Breitwieser, Bauamtsleiter in der Kreisstadt. Besser wissen immerhin die Bayrischzeller und Fischbachauer Bescheid. Wendelstein (auf Oberaudorfer Flur), Schwarzenberg und ein Standort nahe der österreichischen Grenze bei Landl sind für Digitalfunkmasten vorgesehen. Nicht ganz geklärt ist die Sache in Irschenberg nach den indiskutablen Vorschlägen Loiderding und Schöne Aussicht. Zuletzt war ein Masten auf Gebiet der Gemeinde Feldkirchen-Westerham im Gespräch.

Immerhin: Wie aus dem Schreiben des Landratsamts an die Gemeinde Schliersee hervorgeht, sind in topografisch schwierigen Bereichen wie den Alpen nicht ganz so viele Standorte notwendig, wie zu Beginn der Planungen kommuniziert wurde. Die „mit Unterstützung von Simulationsprogrammen ermittelte Funkversorgungsgüte“ werde „deutlich pessimistischer dargestellt, als es sich unter realistischen Bedingungen zeigt“. Grund könnten unter anderem Reflexionseffekte sein – zum Beispiel an Felswänden. Die führen zum Teil zu einer „erheblich besseren Funkversorgung“, womit auf einzelne Masten verzichtet werden könne.

Nach derzeitigem Stand soll der Digitalfunk im Oktober 2015 starten. Zuvor gibt es einen erweiterten Probebetrieb. Dieser findet in Mittelfranken und Oberbayern Nord statt. Anfang des neuen Jahres will die Verbandsversammlung des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung die Details der Digitalfunk-Einführung in den Landkreisen Rosenheim und Miesbach besprechen und beschließen.

Daniel Krehl

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