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So opulent werden sie wohl nicht, aber Baumhäuser wie das hier von Johannes Schelle kann sich der Schlierseer Bauausschuss prinzipiell auch für das Berghaus Spitzingsee vorstellen.

Bauausschuss signalisiert Zustimmung

Drei Baumhäuser für das Berghaus Spitzingsee

Es ist ein ungewöhnliches Haus, das schon bald noch etwas ungewöhnlicher werden soll. Die Eigentümer des Berghauses Spitzingsee wollen Schlafen im Wald anbieten.

Schliersee – Das Berghaus Spitzingsee verfolgt ein etwas ungewöhnliches Konzept. Es ist nur im Ganzen buchbar. Vor allem machen dies Firmen, aber auch für Familienfeiern wird das 40-Betten-Haus gerne genommen. Künftig könnte das Berghaus mit einer zusätzlichen Attraktion aufwarten: Baumhäuser. Einer entsprechenden formlosen Bauvoranfrage steht der Schlierseer Bauausschuss aufgeschlossen gegenüber.

Aktuell herrscht im Berghaus Spitzingsee Flaute. Wegen Corona sind alle Aufenthalte abgesagt, Hochzeiten auf das nächste Jahr verschoben. Sandra Möllendorf, Tochter von Eigentümer Erich Schuster, sagt. „Wir wollen im November wieder starten.“ Firmen, die zum Beispiel Seminare in dem Haus abhalten wollen, brauchen einen gewissen Vorlauf. „Wir haben aber schon einige Anfragen“, sagt Möllendorf, die zusammen mit Anja Bedner für die Betreuung des Hauses zuständig ist. Wegen zwei Wasserrohrbrüchen werden derzeit die Bäder saniert, was eigentlich erst in ein paar Jahren gemacht werden sollte. In der Corona-Pause sei auch die Baumhaus-Idee geboren worden. „Wir hatten uns überlegt, wie es weitergehen soll“, sagt Möllendorf. Nach einer kurzen Rückfrage mit Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) kam das Thema nun im Bauausschuss zur Sprache.

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Bedenken hatte im Gremium einzig Förster Gerhard Waas. Der Baumbestand auf 1200 Metern Höhe sei für Baumhäuser nicht geeignet. Der Grünen-Gemeinderat befürchtet Schäden am Bestand, mit der Folge, dass der Borkenkäfer sich ausbreiten kann. Unweit des für die Baumhäuser ins Auge gefassten Standorts befinde sich Schutzwald. Jürgen Höltschl (CSU) sah eher den touristischen Nutzen. „Ich glaube, das wird total gut funktionieren. Das wird der Renner.“ Letztlich stimmte der Ausschuss mit 6:1 für das Vorhaben. Einen Stellplatznachweis muss mit dem Bauantrag noch vorgelegt werden.

Die Planung steht derweil nur am Anfang. An den Details werde jetzt, da die Kommunalpolitik ihr grundsätzliches Einverständnis signalisiert habe, weitergearbeitet, sagt Möllendorf.

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Mit einem ersten Grobentwurf war der „Baumbaron“ Johannes Schelle mit seiner Werkstatt an der Krottenthaler Alm beauftragt worden. Möllendorf ist sich sicher, dass der Experte neben der Sicherheit auch die Belange der Bäume berücksichtigt. Bislang ist von drei Baumhäusern mit einer Fläche von 25 bis 30 Quadratmetern die Rede, je zwei bis vier Personen sollen darin Platz finden. Ob Schelle auch mit der weiteren Planung beauftragt wird, ist Möllendorf zufolge noch nicht ganz klar. Letztlich wolle man aber schon mit lokalen Partner zusammenarbeiten.

Das Schlafen im Wald wäre eine „tolle Ergänzung“ des Konzepts, findet Möllendorf. Denn obwohl vor allem Firmen als Zielgruppe angesprochen werden und die Ausstattung entsprechend modern ist, verfolgt das Berghaus, das auf halber Strecke zwischen Spitzingsattel und Unterer Firstalm liegt, ein recht naturnahes Konzept für den „Ort der Begegnung“ (Möllendorf). Fernseher zum Beispiel sucht man in den Zimmern vergeblich.

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