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Eine Bootshütte für die Schlierseer Feuerwehr

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Hier soll sie hin: Gleich neben der Bootshütte der Schlierseeschifffahrt Lauber könnte das neue Domizil für das Rettungsboot der Feuerwehr entstehen.
Hier soll sie hin: Gleich neben der Bootshütte der Schlierseeschifffahrt Lauber könnte das neue Domizil für das Rettungsboot der Feuerwehr entstehen. © tp

Die Feuerwehr Schliersee möchte für ihr Rettungsboot ein Domizil am Nordufer des Schliersees bauen.

Schliersee – Wer ein Bootshaus bauen möchte, hat heutzutage schlechte Karten. Das sieht nur anders aus, wenn man eine Blaulichtorganisation ist. So wie die Schlierseer Feuerwehr. Die möchte ein neues Domizil für ihr Motorrettungsboot am Nordufer des Sees.

Bootshaus ist nicht das einzige Vorhaben der Feuerwehr

Die Schlierseer Feuerwehr hat mit dem Neubau eines neuen Gerätehauses in Neuhaus sowie der energetischen Sanierung, eventuell nebst Erweiterung ihres Stammsitzes zwei nicht gerade kleine Vorhaben vor der Brust. Das hindert sie nicht daran, ein weiteres Vorhaben anzupacken, und wenn alles glatt läuft, ist es fertig, bevor mit den anderen überhaupt begonnen wurde. Ein Bootshaus am Nordufer des Schliersees schwebt den Einsatzkräften vor. Vom Bauausschuss gab’s schon mal den gemeindlichen Segen.

Wenn‘s pressiert, dauert der Transport des Bootes derzeit einfach zu lange

Seit sechs Jahren ist die Feuerwehr Schliersee für Einsätze auf dem Wasser bestens gerüstet. Damals hat sie ein Motorrettungsboot angeschafft. Es steht einsatzbereit im Feuerwehrhaus an der Bahnhofstraße. Wird es gebraucht, muss es aber erst einmal an einen Unimog gehängt und hinunter zum See gebracht werden. Zeit, die sich die Feuerwehr künftig sparen möchte.

Michael Wunderle, seit Sommer 2021 Vize-Kommandant, ist diese Situation schon länger ein Dorn im Auge. Er nahm sich der Sache an und konnte der Gemeinde nun einen Standort präsentieren: ganz am östlichen Ende des Kurparks, gleich neben dem Bootshaus der Schlierseeschifffahrt Lauber. Wie Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) im Ausschuss sagte, seien diverse Fachstellen schon mit dem Vorhaben konfrontiert worden. Etwa das Landratsamt, das eine fensterlose Hütte wie beim Nachbarn wolle, und die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung. Das Ergebnis: Das Vorhaben ist privilegiert. Woanders als direkt am See ergibt es ja wenig Sinn.

Gemeinderat hat Sorgen wegen des Spielplatzes nebenan

Wolfgang Mundel (CSU) war derweil skeptisch: „Mich stört der Platz da vorne.“ Denn um zu der Bootshütte zu kommen, müssen die Einsatzkräfte einmal quer über den Spielplatz am Kurpark. Wunderle, der in der Sitzung anwesend war, versicherte, dass die Feuerwehrler nicht mit dem Auto bis zur Bootshütte fahren würden. Ohnehin würde man von „maximal drei Mann Besatzung“ sprechen. Er habe sich viele Gedanken gemacht. „Meiner Einschätzung nach ist der Platz nicht schlecht.“ An Alternativstandorten sei die Anfahrt schlichtweg weiter. Letztlich stimmte der Ausschuss einhellig zu.

Unter Umständen könnte die Polizei gleich mit einziehen

Wie Wunderle auf Nachfrage erklärt, soll die Holzhütte Platz für zwei Boote bieten. Das zweite könnte das der Polizei sein, das derzeit unter freiem Himmel lagert. Aber da sei noch nichts spruchreif, so der Vize-Kommandant. Wichtig ist ihm, dass die Feuerwehr hier nicht in Konkurrenz zur Wasserwacht steht. Diese ist am Strandbad stationiert. Die Feuerwehr sei bei der Rettung von Menschen in erster Linie unterstützend tätig, hat zum Beispiel auch keine eigenen Taucher. Wobei Schnitzenbaumer durchaus erwähnte, dass die Feuerwehr schneller vor Ort sei, wenn die Wasserwachthütte nicht besetzt ist. Letzteres ist vor allem außerhalb der Badesaison der Fall. Als Einsatzszenarien denkbar sind auch Boote oder SUP-Fahrer in Seenot. Hilfreich, wenn da Retter vor Ort sind, bevor es richtig ernst wird.

Im Schliersee ist auch mal ein Heißluftballon gelandet

Wunderle nennt auch andere Fälle, bei denen die Feuerwehr auf den See ausrückt. Es gab schon brennende Motorboote, ausgelaufenes Öl, ja sogar einen notgelandeten Heißluftballon. Auf jeden Fall heißt schneller auch besser, daher der Wunsch nach dem Bootshaus. Mit rund 60 000 Euro beziffert Wunderle die Kosten, abzüglich Eigenleistungen und Holzspenden, die die Feuerwehr bereits in Aussicht gestellt bekommen habe. Zuständig ist letztlich die Gemeinde als Sachaufwandsträger der Feuerwehr. Im Haushalt ist das Vorhaben für nächstes Jahr mit 100 000 berücksichtigt. Läuft alles glatt, vor allem die Genehmigung durch das Landratsamt, könnte es Wunderle zufolge im Frühjahr losgehen. Sind die Pfähle im See einmal gesetzt, könnte die Hütte fürs Feuerwehrboot binnen weniger Wochen stehen.

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