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Mit 100 noch mitten im Leben: Erna Haas aus Schliersee feierte einen ganz besonderen Geburtstag. Neben ihrer Familie – hier Sohn Raimund (l.) – gratulierte der Jubilarin auch Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer.

Nach Schliersee gezogen ist sie erst mit 95

Mit 88 noch beim Skifahren: Erna Haas aus Schliersee feiert 100. Geburtstag

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Unter ihren sieben Geschwistern war Erna Haas das Nesthäkchen. Jetzt wäre sie die Älteste: Die Schlierseerin hat ihren 100. Geburtstag gefeiert.

Schliersee – Die Jüngste von früher ist heute die Älteste. Unter ihren sieben Geschwistern war Erna Haas das Nesthäkchen, nun hat die Schlierseerin etwas gefeiert, das keinem ihrer Schwester und Brüder vergönnt war: ihren 100. Geburtstag. „Sie ist selbst sehr erstaunt darüber, dass sie so ein hohes Alter erreicht hat“, erzählt Sohn Raimund Haas (62). In der Seniorenresidenz Schliersee haben die beiden Kinder, die fünf Enkel und vier Urenkel ihre Jubilarin gebührend hochleben lassen. Ein Teil der Familie war extra aus Kaltern in Südtirol zur Party angereist. Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer überreichte der 100-Jährigen einen Geschenkkorb.

Eine Schlierseerin ist die Jubilarin erst seit 2016. Weil sie in ihrer eigenen Wohnung in Trudering nicht mehr ganz so sicher unterwegs war, habe sich seine Mutter im Alter von 97 Jahren noch zu einem Umzug durchgerungen, berichtet Raimund Haas. In der Seniorenresidenz habe sie ein Zimmer mit See- und Bergblick bekommen – und sich damit einen lang gehegten Wunsch erfüllt. „Sie hat immer gesagt, dass sie ihren Lebensabend in den Bergen verbringen will“, erzählt Haas.

Mit 88 noch beim Skifahren: Erna Haas aus Schliersee feiert 100. Geburtstag

Eine Liebe, die wohl in frühester Kindheit entstanden ist. Geboren wurde Erna Haas nämlich in Tittling zwischen Passau und dem Bayerischen Wald. Durch seine Hanglage ist der Ort für seinen schönen Ausblick bekannt, der an föhnigen Tagen sogar bis zu den Alpen reicht.

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Als junge Frau hatte Haas aber nicht viel Zeit, dieses Panorama zu bewundern. Erst half sie in der elterlichen Metzgerei, später arbeitete sie als Rezeptionistin in einem Hotel in Passau. Dort verliebte sie sich in den Koch – ihren späteren Mann Raimund. 1954 zog die Familie ins Münchner Glockenbachviertel. Raimund Haas, der zuvor als Mitglied der Marine aus dem Zweiten Weltkrieg nach Hause zurückgekehrt war, brachte es zum Chefkoch in mehreren namhaften Hotels. Seine Frau Erna kümmerte sich um die Kinder. Als der Nachwuchs flügge war, verbrachten die Haas ihre freie Zeit mit Reisen nach Mallorca und Griechenland.

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Erna Haas’ gute Gesundheit blieb ihrem Mann leider verwehrt. Er starb mit 73 Jahren. Doch auch als Witwe blieb sie aktiv und trieb viel Sport, am liebsten in den Bergen. Noch im hohen Alter wagte sie einen Gleitschirmflug, und mit 88 machte sie noch die Skipisten am Hintertuxer Gletscher unsicher. „Meine Mutter ist eine mutige und positive Frau“, sagt Raimund Haas. Das hat sie sich auch in der Seniorenresidenz bewahrt. Jeden Mittag dreht sie ihre Spazierrunde mit dem Rollator. Nur an ihrem 100. Geburtstag machte sie eine Ausnahme. Gut so: 100 wird man ja nur einmal.

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