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Vorbild Vitalweltpflaster für neue Ortsmitte? Na mal sehen.

Pläne für Lautererstraße vorgelegt

Erstmal Pflaster für die neue Ortsmitte - und dann geht‘s richtig los

Am Gebäude wird gewerkelt, jetzt hat sich Architekt Wegmann das Umfeld vorgenommen. Im Gemeinderat stellte er die Gestaltung vor dem Heimatmuseum vor. Nur ein Schritt in Sachen Ortsmitte.

Schliersee – Der Bereich rund um das Ensemble Heimatmuseum/Kindergarten in Schliersee soll die Keimzelle für ein Erblühen der Ortsmitte in Schliersee sein. Nach dem eigentlichen Gebäude hat Architekt Johannes Wegmann nun den Blick etwas weiter gefasst. Inzwischen sind die Vorschläge an den Grenzen der Nachbargrundstücke angelangt. Und dort soll nicht Schluss sein. Endlich hat die TU München das Modell von der Schlierseer Ortsmitte freigegeben, das angehende Architektur-Absolventen gebaut hatten. Jetzt möchte Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) zügig die Ausstellung mit den Entwürfen der heimischen Architekten für die Ortsmitte und eben jenem Modell organisieren.

In seinem monatlichen Sachstandsbericht im Gemeinderat hat Wegmann das Umfeld des Heimatmuseums/Kindergartens vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein eigenes Vorhaben, das demzufolge auch nicht im Kostenrahmen für den Anbau – über drei Millionen Euro – enthalten ist. Die Umgestaltung der Lautererstraße ergibt sich aber mehr oder minder zwingend aus dem Kindergarten, der weiterhin, so der Zeitplan, am 1. April eröffnen soll.

Denn ein Kindergarten verträgt sich schlecht mit einer Straße, die Autofahrer zum zügigen Durchfahren einlädt. Die wesentliche Umgestaltung besteht deshalb im Belag. Ähnlich wie vor der Vitalwelt schwebt Wegmann eine Pflasterung vor – mindestens vom Rand der Einmündung der Perfallstraße – besser aber noch den gesamten Bereich bis zu Apotheke/Zebrastreifen. Auf der südöstlichen Seite soll in Höhe des Geschenke- und Spirituosen-Ladens Gerk Schluss sein. Wichtig: Der Bereich wird enger, da der Gehweg am Kindergarten erst dort beginnt, wo der jetzige endet. Der Bereich, den sich Autos und Fußgänger teilen – getrennt nur durch einen minimalen Höhenunterschied, wenn nicht sogar nur optisch –, wird also enger. Das gibt es nicht zum Nulltarif. Wegmanns Schätzungen zufolge kostet die Umgestaltung gut 280.000 Euro. Der Entwurf fand einhellige Zustimmung im Gemeinderat.

Auf dem Kindergartengelände sollen urig-hölzerne Spielgeräte eine „kleine Heimat“ für die Kinder schaffen. Die früheren Herrschaftsgeschlechter Waldecker und Maxlrainer und damit das Heimatmuseum sollen sich auch hier wiederfinden.

Früher stand hier das Postamt und sorgte für entsprechenden Verkehr. Gemessen daran soll der Bereich offenbar eine deutliche Entschleunigung erfahren und Aufenthaltsqualität für Gäste und Einheimische bieten. Dass Kinder da mittendrin sind, scheint durchaus gewollt. Als nebenan die letzten Grundschüler das alte Schulhaus verließen – 2010 war das – meinten nicht wenige, das Leben selbst habe den Ortskern verlassen.

Vom Heimatmuseum/Kindergarten aus soll die Entwicklung der Ortsmitte ihren weiteren Lauf nehmen. Wohin die Reise geht, ist dabei unklar. Erste Ansätze hatten bekanntlich drei örtliche Architekten – neben Wegmann auch Gerhard Krogoll und Heinz Blees – geliefert. Jetzt wird der Antrag von Gemeinderat Michael Dürr (PWG) umgesetzt, diese Ideen auch öffentlich auszustellen. Wie berichtet, wollte Schnitzenbaumer dies mit einem Info-Abend starten und auch das Modell der jungen Architekten hinzunehmen. Es hat den Vorteil, dass die Häuser einfach entnommen werden können, man also richtiggehend damit spielen kann. Erst jetzt hat die TU das Werk freigegeben. Aktuell sucht die Gemeinde nach einem geeigneten Termin für den Startabend.

Damit könnte die Entwicklung der Ortsmitte nach mehreren Ansätzen, die leidlich verpufft sind – Stichwort Arbeitsgruppe und Bürgerbefragung – erstmals erkennbar Fahrt aufnehmen.

dak

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