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So viele Menschen wie noch nie zieht es an den Schliersee – Urlauber und Ausflügler. Vor allem Letztere bereiten der Gemeinde aber auch Probleme. 

Trotz Rekordzahlen

“Event-Hyperei dient nur Tagestouristen“: Schliersee diskutiert über Tourismus-Zukunft

Schliersee-Gäste-Chef Mathias Schrön stellt Rekord-Zahlen im Gemeinderat vor. Doch da gab es eine ganze Reihe kritische Anmerkungen über Schliersees Tourismus-Zukunft.

Schliersee – Eine „Alles-prima-Haltung“ gehört vermutlich zur Einstellungsvoraussetzung eines jeden Touristikers. Über Probleme sprechen Vertreter dieses Berufsstands ja nicht so oft – oder nicht gerne. Mathias Schrön, Leiter der Schlierseer Gäste-Info, bildet da keine Ausnahme. Sein Bericht im Gemeinderat über die touristische Großwetterlage in Schliersee war ein weiteres Mal quasi „heiter bis sonnig“. Die Zahlen geben ihm recht, doch so einfach wollten ihn die Gemeinderäte nicht aus ihrer Sitzung entlassen.

In Sachen Gästeankünfte vermeldet die Schlierseer Gäste-Info abermals einen neuen Rekord. Rund 160 400 Übernachtungsgäste steuerten vergangenes Jahr die Marktgemeinde an. „Rekord“, meldete Schrön. An Übernachtungen bedeutete dies rund 506 400. Kein Rekord, was Schrön nicht extra erwähnte. Bekanntlich sind die Zeiten, da Familien mehrere Wochen im Oberland residierten, vorbei und Übernachtungsrekorde daher nicht zu erwarten. Aber: Gegenüber 2010 (116 000 Ankünfte, 413 000 Übernachtungen) sind die Zahlen doch sehr stattlich gestiegen – trotz sinkender Gästebetten-Zahlen, wie Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) betonte.

Soweit, so prima. Astrid Leitner (CSU) allerdings misshagte an Schröns Vortrag, dass dieser sehr Digital-lastig ausgefallen sein. Klar, Facebook, Instagram & Co. (Schrön: „Die Erfolgsstory geht weiter“) seien wichtig, „aber ich vermisse da ein bisschen die Nachhaltigkeit“, sagte Leitner. Die Leute, die kommen, sollten „auch einen gepflegten Ort vorfinden“. Da geschehe ihr zu wenig. Zum Beispiel habe es für eine Wanderwegsanierung vergangenes Jahr schon die Hauptalmbegehung gebraucht.

Tourismus-Zukunft in Schliersee: „Event-Hyperei“ nur für Tagesgäste gut?

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Auch Florian Guggenbichler (Die Schlierseer) vermisste „Nachhaltigkeit und Zukunftsperspektive“ in Schröns halbstündigen Einlassungen. „Diese Event-Hyperei dient in erster Linie für Tagestouristen.“ Er bezweifle die Darstellung, dass der Schlierseer Kulturherbst, so schön er sei, für die steigenden Gästezahlen im Oktober verantwortlich sei. Vielmehr habe sich die gesamte Saison von ganz allein in den Herbst hinein verschoben. Die Laubbäume im bunten Kleid, die Berge, die gute Luft. Leitner hatte zuvor identisch argumentiert. Er würde sich wünschen, so Guggenbichler, dass „viel, viel mehr Wert auf Langfristiges“ gelegt werde. Als schlichtes Beispiel nannte er einen Erlebnispfad. „Wir sollten uns mehr auf die Wurzeln besinnen.“

Die Tagestouristen und die hinreichend bekannten Verkehrs- und Parkprobleme hält auch CSU-Fraktionssprecher Florian Zeindl für ein „Riesenthema“. Das werde man aber „sicher nicht von jetzt auf gleich lösen“. Er forderte zudem mehr Feedback von der Gäste-Info ein. Vor einiger Zeit etwa habe die Gemeinde den Tagungstourismus stärken wollen. Rückmeldungen über Erfolg oder Misserfolg habe es bisher keine gegeben, ebenso über die Einführung des Online-Buchungssystems im-web.

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In der Stimmung etwas eingetrübt, verteidigte sich Schrön bezüglich der Wanderwege-Thematik, dass die Gäste-Info nur bedingt für Infrastruktur zuständig sei, sich dennoch darum bemühe, aber immer wieder gesagt bekomme, es fehlte an Kapazitäten, etwa im Bauhof. Schützenhilfe bekam er von Schnitzenbaumer und Gerhard Waas (Grüne), die bezüglich der Zahlen sagten, es könne auch schlechter aussehen – Beispiele gebe es, auch im Alpenraum.

Bei allen kritischen Anmerkungen: Letztlich gab es für Schröns Bericht von allen Gemeinderäten warmen Beifall.

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