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Trauer nach Germanwings-Absturz

Nach dem Unglück: "Fliegen wird künftig noch sicherer"

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Schliersee - Er war selbst jahrzehntelang Pilot: Robert Salzl (74) aus Schliersee spricht im Interview über das Flugzeugunglück bei Germanwings.

Robert Salzl war Chefpilot bei Lufthansa.

Der Absturz der Germanwings-Maschine mit 150 Toten in Südfrankreich bestürzt die Menschen weltweit. Einer, der die Sichtweise der Piloten kennt, ist der Schlierseer Robert Salzl. Er arbeitete 34 Jahre lang – bis 1996 – bei Lufthansa: zuletzt als Chefpilot, der für den Flugbetrieb verantwortlich war und auch selbst flog. Der 74-Jährige, der inzwischen dem Tourismusverein Oberbayern München als Präsident vorsteht, berichtet über eigene Erfahrungen als Pilot und den Faktor Sicherheit.

Herr Salzl, Sie waren selbst jahrzehntelang Pilot bei Lufthansa. Auch Ihre beiden Söhne arbeiten als Flugkapitäne. Haben Sie sich bei der Nachricht vom Unglück Sorgen um die beiden gemacht?

Meine Söhne sind Flugkapitäne bei der Lufthansa-Gruppe, Alexander fliegt in Europa, Martin Langstrecke. Dadurch, dass die Airline und der Flugzeugtyp schnell klar waren und meine Söhne an diesem Tag nicht flogen, wusste ich sofort, dass die beiden nicht betroffen sind. Trotzdem: Als ich von dem Unglück hörte, war ich tief betroffen.

Die Germanwings-Kollegen sind geschockt ob der Tragödie, einige von ihnen haben sogar die Arbeit niedergelegt. Können Sie diese Anteilnahme nachempfinden? Oder sollte ein Pilot so weit Profi sein und weitermachen? 

Die Betroffenheit der Kollegen ist verständlich. Aber für mich ist es neu und ungewöhnlich, dass solch eine große Zahl von Besatzungsmitgliedern deshalb nicht zum Dienst antritt. Selbstverständlich ist es besser, wenn ein Pilot in schlechter Verfassung einen Flug nicht übernimmt. In vergleichbaren Fällen bin ich weitergeflogen. Gerade wenn ein Ereignis wie ein Unfall oder eine Entführung war, bin ich hingeflogen, um mir vor Ort ein Bild zu machen.

Haben Sie in Ihrer Pilotenzeit während eines Fluges auch einmal eine brisante Situation erlebt?

Es gab keine Situation, in der ich einen Moment nicht wusste, was ich machen musste. Ich hatte nie ein technisches Problem, das so überraschend auftrat, dass es mir nicht bekannt vorkam. Durch das ständige, intensive Training sind Piloten auf alle denkbaren Fälle vorbereitet. 

Welche Vorbereitungen auf den Ernstfall gibt es? 

Die Piloten gehen in der Regel vier Mal im Jahr in den Flugsimulator. Zusätzlich werden sie bei einem Streckenflug von einem Prüfer getestet, je nach Airline einmal oder zwei Mal pro Jahr. Und sie durchlaufen ein Notfalltraining. Dabei übt die Besatzung – also Cockpit und Kabine – in einem normalen Flugzeug-Rumpf mit vollwertiger Kabine alle denkbaren Vorkommnisse.

Wie sehen die Richtlinien bei einem Notfall in der Realität aus? Ab wann informiert das Flugpersonal die Passagiere?

Die Passagiere werden so schnell wie möglich informiert, aber erst, wenn ein Vorkommnis spürbar war. Wenn zum Beispiel eine Turbine ausfällt, versucht der Pilot zunächst das Problem zu lösen und den Flug zu stabilisieren. Dann folgt die Information.

Glauben Sie, dass viele Leute jetzt Angst vor dem Fliegen haben – gerade im Hinblick auf die bevorstehenden Osterferien?  

Es ist normal, dass ein Teil der Passagiere nach solch einem Unglück beunruhigt ist. Ich glaube aber, dass nur wenige tatsächlich sagen: „Deshalb fliege ich nicht mehr.“ Das Flugzeug ist unverändert das sicherste Verkehrsmittel, mit Zehntausenden bewegten Maschinen am Tag weltweit. Man kann den Passagieren nur sagen: Egal, was bei den Unfall-Ermittlungen herauskommt, es wird dazu beitragen, dass das Fliegen künftig noch sicherer wird.

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