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Schöner Tafeln: Der Speisesaal im Wintergarten des Anwesens auf der Halbinsel Freudenberg wird saniert. Eine Terrasse hat der Bauausschuss – zumindest in der beantragten Form – abgelehnt. Der bereits erstellten und derzeit eingewinterten Schirmbar hat das Rathaus zugestimmt.

Ferienheim der HypoVereinsbank am Freudenberg

So macht Modernisieren wenig Spaß

Weil ein Nachbar nicht zustimmt, hat die HypoVereinsbank Schwierigkeiten am Freudenberg. Immerhin:  Ein Fußweg mit Aussichtsplattform soll noch heuer kommen.

Schliersee – Ihre Filiale in Schliersee hat die HypoVereinsbank vor nicht allzu langer Zeit geschlossen. Vertreten ist das Geldinstitut dennoch in der Marktgemeinde. Ihm gehört das Traum-Anwesen auf der Halbinsel Freudenberg. Dort können sich Mitarbeiter mit bestem Blick auf den See und in die Berge erholen – künftig noch angenehmer. Gerade erneuert die Bank den als Speisesaal genutzten Wintergarten, zudem möchte sie davor noch eine Terrasse bauen, etwa fünf Meter tief. Eine Schirmbar steht bereits. Mit letztgenannten Maßnahmen hat sich nun der Schlierseer Bauausschuss befasst. Die Schirmbar empfanden die Gemeinderäte als unproblematisch und stimmten zu. Nicht so bei der Terrasse. Denn diese würde zulasten von Stellplätzen gehen, vor allem aber würde sie die Durchfahrt zum dahinterliegenden Seehaus, ein Gästehaus mit zehn Zimmern, erheblich verengen – auf knapp vier Meter. Das erschien dem Bauausschuss zu eng. Schließlich muss im Notfall auch die Feuerwehr durchkommen. Da muss die Hypovereinsbank, die in zwischen zur Unicredit-Gruppe gehört, nachbessern.

Auch die Pläne will das Schlierseer Rathaus konkretisiert haben. Bauamtsleiterin Birgit Kienast hat Geländeveränderungen entdeckt, die nicht aufgeführt sind. So wurden etwa im westlichen Bereich Stellplätze geschaffen. Nichts dramatisches.

Die Wünsche reichen derweil erheblich weiter. Bereits 2007 war eine Bebauungsplanänderung angestoßen und 2014 konkretisiert worden. Die Bank möchte ihr Anwesen deutlich aufwerten. Das historische Hauptgebäude von 1860 soll einen Anbau bekommen. Zwar würde die Bettenzahl nicht erheblich steigen – von 58 auf 65 –, sehr wohl aber die Aufenthaltsqualität. Multifunktionsraum, Sauna und Kinderspielzimmer sollen entstehen, auch eine Tiefgarage ist geplant. Daraus wurde bislang nichts, weil es laut Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) an der Erschließung hapert. Die Anschlüsse ans Trink- und Abwassernetz müssen entsprechend ertüchtigt werden, für die Baufahrzeuge auch eine Brücke. Dazu bräuchte der Bauherr aber das Einverständnis der Nachbarn. In einem Fall, so Schnitzenbaumer, zeichnet sich keine Einigung ab.

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Gespräche mit der Gemeinde hingegen seien „positiv und kooperativ“, so der Bürgermeister. So hätten Rathaus und Bank vereinbart, dass ein Spazierweg zu einer Aussichtsplattform auf der Halbinsel angelegt werden darf. „Das kommt heuer“, sagt Schnitzenbaumer. Die schöne Aussicht ist künftig somit nicht exklusiv Bankangestellten und deren Umfeld vorbehalten. Auf diesen Personenkreis beschränkt sich nämlich das Freudenberg-Klientel. Gleiches gilt für den zum Haus gehörenden, privaten Badestrand.

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Die Beschränkung auf einen privilegierten Gästekreis mag mancher bedauern. Aber: „Das Haus hat eine sehr, sehr gute Auslastung“, sagt Schnitzenbaumer, und fügt an. „Wir unterscheiden Gäste nicht in erste und zweite Klasse.“ Viele Urlauber bedeute zum einen Kur- und Fremdenverkehrsbeiträge für die Gemeindekasse und zum anderen Einnahmen für den heimischen Einzelhandel und die Gastronomie. Den Modernisierungsplänen steht die Gemeinde daher weiterhin positiv gegenüber.

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