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„Football Blackout“: Schauspieler Ben Blaskovic aus Schliersee ruft zu WM-Boykott auf

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Von: Sebastian Grauvogl

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Fordert zum Fußball-Verzicht auf: Schauspieler Ben Blaskovic, selbst bekennender Fan.
Fordert zum Fußball-Verzicht auf: Schauspieler Ben Blaskovic, selbst bekennender Fan. © Nils Schwarz

Schauspieler Ben Blaskovic ist bekennender Fußballfan. Doch die WM in Katar unterstützt er nicht. Mehr noch: Er schließt sich der Boykott-Aktion „Football Blackout for Human Rights“ an.

Schliersee – Die Frage, ob es im bevorstehenden Winter zu Blackouts kommen wird, ist noch offen. Geht es nach den Initiatoren von Boycott Qatar, bleiben die Fernseher zumindest am Samstag, 10. Dezember, unabhängig von der Stromversorgung auf jeden Fall dunkel. So ruft die von einer Werbeagentur gestartete Aktion zum „Football Blackout for Human Rights“ auf. Passend zum Internationalen Tag der Menschenrechte sollen möglichst viele Fußballfans auf das Anschauen des WM-Viertelfinales in Katar verzichten. Neben vielen anderen Gruppierungen und Einzelpersonen hat sich auch der aus Schliersee stammende Schauspieler und Sänger Ben Blaskovic der Initiative angeschlossen. Warum und was er sich davon verspricht, erklärt er im Interview.

Sind Sie Fußballfan, Herr Blaskovic?

Ben Blaskovic: Oh ja, sehr sogar. Ich bin ein mega FC Bayern-Anhänger, seit ich klein bin. Auch die Spiele der Nationalmannschaft verfolge ich natürlich. Und wenn ich Zeit habe, gehe ich gern mal mit Freunden Kicken.

Das heißt, der Boykott der WM in Katar fällt Ihnen schwer?

Ben Blaskovic: Definitiv. Ich hab mir trotzdem vorgenommen, nicht nur am Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember das Viertelfinale zu boykottieren, sondern die WM insgesamt so wenig wie möglich zu verfolgen. Wie gut mir das gelingt, trau ich mir als Fußballfan noch nicht zu sagen. Aber ich glaube, dass es vielen ganz ähnlich geht.

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Wie schätzen Sie denn die Erfolgsaussichten des Boykotts ein?

Ben Blaskovic: Realistisch. Ich gehe jetzt nicht davon aus, dass dadurch die Einschaltquoten in den Keller gehen. Ziel ist es vielmehr, die in unseren Augen skandalöse WM-Vergabe der Fifa an so einen Staat öffentlichkeitswirksam zu verurteilen und so auch ins Gespräch zu bringen. Da helfen natürlich nicht nur prominente Unterstützer, die den Aufruf in ihren Netzwerken verbreiten, sondern auch jedes Restaurant oder jede Bar, die diesmal auf Public Viewing verzichten. Die Botschaft an die Fifa muss unmissverständlich sein.

Nämlich wie?

Ben Blaskovic: Länder, die an einer Fußball- WM teilnehmen möchten, müssen einfach kapieren, dass sie sich nicht mit Geld einkaufen können, sondern dass es da etwas gibt, das Materielles und Geld überwiegt: Werte und Menschenrechte. Die Fifa darf einfach auf gar keinen Fall in Zukunft diese Werte bei der Entscheidung außen vor lassen.

Und dann gibt es da ja noch den Aspekt der Nachhaltigkeit.

Ben Blaskovic: Richtig. Es darf einfach nicht sein, dass für ein einziges Event mal soeben mehrere neue Stadien aus dem Boden gestampft werden. Selbst dann nicht, wenn das Geld dafür da ist.

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Was sagen Sie als Fan zur Verlegung der WM in den Winter?

Ben Blaskovic: Wenn man mal alles andere ausblendet, hätte ich jetzt grundsätzlich kein Problem damit. In der dunklen Jahreszeit ist man bei uns sowieso eher daheim und könnte sich dann entspannter die Spiele anschauen. Aber auch das kann mich nicht von dieser WM überzeugen.

Wissen Sie schon, was Sie dann am Abend des 10. Dezember machen?

Ben Blaskovic: Tatsächlich ja. Ich bin da auf einer Weihnachtsfeier eingeladen.

... auf der hoffentlich kein Fernseher mit Fußball läuft.

Ben Blaskovic: (lacht) Genau. Ansonsten ziehe ich einfach den Stecker.

Weitere Infos

zu Boykott Qatar und dem „Football Blackout for Human Rights“ gibt es auf www.boycott-qatar.de.

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