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Aktustische Umarmung: der Coro della Capella Musicale di San Bartolomeo sang bei der Partnerschaftsfeier italienische Kirchenlieder.

Bei Schweinsbraten und Porchetta

30 Jahre Partnerschaft mit Barberino Val d'Elsa

Schliersee - Es lebe die Freundschaft: Schliersee und das toskanische Barberino Val d‘Elsa haben jetzt ihre 30-jährige Partnerschaft gefeiert.

Förmlich wurde das Partnerschafts-Jubiläum schon vor drei Wochen in Barberino im Elsatal zwischen Florenz und Siena gefeiert. In Schliersee ging es daher am Samstagabend ums Feiern und Sich-Begegnen – ohne lange Reden oder Rückblicke. Das taten die 100 Gäste aus der Toskana und die Schlierseer herzlich und ausgelassen.

Ein Büffet mit Schweinsbraten und Porchetta

Doch bevor die lange Schlange vor dem bayerisch-toskanischen Buffet mit Schweinsbraten und Porchetta, mit Lasagne und Knödelcarpaccio (früher: saure Knödel), mit Roastbeef und Salami, mit Tiramisu und Kaiserschmarrn zur bilingualen Plattform kulinarischer Empfehlungen wurde, war es der Coro della Capella Musicale di San Bartolomeo, der Kirchenchor von St. Bartholomäus, der die Gäste in den Abend geleitete.

Kurzer offizieller Teil: Im Rathaus begrüßten (v.r.) Lorenz Knabl, Vorsitzender des Barbarino Verteins, und Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer den Gemeinde-Chef von Barberinom, Giacomo Trentanovi.

Die ausgefeilte sakrale Gesang war vielleicht nicht das erste Mittel der Wahl, um die Stimmung anzuheizen. Aber es wurde offensichtlich, dass die italienischen Kirchenlieder moderner, weicher und emotionaler, akustisch umarmender daherkommen als die deutsche Tradition. Bettina Tschaschel antwortete mit dem Schlierseelied, um dann gemeinsam mit den zwölf italienischen Sängern das Barberino-Lied zu singen. Das hatte Tim Tzschaschel eigens für das Partnerschafts-Jubiläum komponiert: „O Barberino, Du bist so weit weg, aber in meinem Herzen bist Du mir nah“, heißt es im Text – allerdings auf Italienisch. Tzschaschel monierte zwar, dass sich die Italienisch-Kenntnisse der Schlierseer in den vergangenen 30 Jahren nicht wesentlich verbessert hätten, doch um die Verständigung brauchte er sich keine Sorgen machen. Am Stand, an dem die toskanischen Freunde bestimmt zehn verschiedene Rotweine, vom Chianti Classico bis zum Vino nobile zur Verkostung anboten, wurde über Kulinarisches gesprochen – den phänomenalen 2015er-Jahrgang etwa, von dem nun die ersten Weine zu haben sind.

Die Gäste schwelgten in Erinnerungen

An den Tischen schwelgten die Gäste in Erinnerungen an die vielen glücklichen Treffen in der Vergangenheit – dies allerdings nicht ohne Wehmut: „Von den Toskana-Freunden der ersten Generation sind nur noch ganz wenige da“, hieß es da. Umso besser, wenn man sieht, wie stark und fröhlich es weitergeht: Die Musikschule „Music Tribe“ aus Linari war mit rund 30 Schülern zwischen sieben und 17 Jahren angereist, und die rockten die Bühne des Schlierseer Bauerntheaters. Stolze Mamas und Papas – und das war so offensichtlich und nachvollziehbar, dass es dafür bestimmt keine Übersetzung brauchte – rissen die Einheimischen mit. Gemeinsam kletterten Italiener und Schlierseer auf Stühle, es wurde getanzt, geklatscht und kräftig bei „Volare“ mitgesungen. „Viva Toskana“, eine rauschende Kulturherbst-Begegnung.

Alexandra Korimorth

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