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Das Leben kehrt zurück: Ins ehemalige Gästehaus Kögl in Neuhaus sind sechs unbegleitete minderjährige Ausländer eingezogen. Die Arbeiterwohlfahrt München organisiert die Betreuung.

Unbegleitete minderjährige Ausländer eingezogen

Gästehaus Kögl: Die ersten Bewohner sind da

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Neuhaus - Im ehemaligen Gästehaus Kögl herrscht wieder Leben. Sechs unbegleitete minderjährige Ausländer sind dort eingezogen. Weitere sollen folgen.

Robert Wein kann aufatmen. Ein bisschen zumindest. Sechs unbegleitete minderjährige Ausländer sind in das ehemalige Gästehaus Kögl in Neuhaus eingezogen. „Die Regierung von Oberbayern hat der Arbeiterwohlfahrt München die Zustimmung für die Unterbringung erteilt“, gab der Leiter des Fachbereichs Jugend und Familie am Landratsamt Miesbach spürbar erleichtert im Jugendhilfeausschuss bekannt.

Die Jugendlichen, die mit den aktuell 76 weiteren unbegleiteten Minderjährigen bislang in anderen Einrichtungen im Landkreis untergebracht waren, sind im Alter zwischen 16 und 18 Jahren und stammen aus Afghanistan und Eritrea. Die Quote, die der Landkreis erfüllen muss, liegt laut Wein bei 75. „Wir haben also fast eine Punktlandung hingelegt.“ In den kommenden Monaten sollen weitere nach Neuhaus umziehen, wie Frank Holzkämper, Leiter des AWO-Jugendhilfe-Referats, erklärt. „Wir fahren die Einrichtung langsam hoch.“

Wie berichtet, hat die Thomas-Wimmer-Stiftung der AWO das Gebäude vor gut einem Jahr gekauft – mit dem Ziel, dort bis zum Sommer 18 bis 20 unbegleiteten minderjährigen Ausländern ein Zuhause zu schaffen. Doch Genehmigungsverfahren und Umbau zogen sich hin. Seit Dezember ist nun alles fertig. Am aufwändigsten gestalteten sich laut Holzkämper die Arbeiten im Erdgeschoss. Dort habe man in der ehemaligen Küche des Gästehauses mehrere Wohnräume eingebaut. Zwei Doppel- und zwei Einzelzimmer haben die Jugendlichen bezogen, weitere stehen im Obergeschoss zur Verfügung. „Da mussten wir nicht viel machen, weil da ja früher bereits die Pensionsgäste untergebracht waren“, erklärt Holzkämper.

Kulinarisch gesehen sind die neuen Bewohner Selbstversorger. Dafür steht ihnen eine kleine Küchenzeile zur Verfügung. „Sie sind schon sehr selbstständig“, betont der Referatsleiter. „Auch in der Schule.“ Deshalb würden sie nur in Teilzeit betreut. Zweieinhalb Stellen hat die AWO dafür geschaffen. Die Mitarbeiter wohnen in Neuhaus und Hausham. Für den Notfall sei also immer jemand in Rufbereitschaft. Sollten weitere Jugendliche ins Gästehaus einziehen, muss sich die AWO um zusätzliches Personal bemühen. In Zeiten von stetig steigenden Flüchtlingszahlen ein echter Flaschenhals.

Diese Erfahrung teilt Wein. Er sucht nicht nur Verstärkung für sein Team, sondern auch weitere Familien, die unbegleitete Minderjährige bei sich zu Hause aufnehmen. So sind die Plätze in den Gemeinschaftsunterkünften im Haus Rheinland in Bad Wiessee, im Caritas Kinderdorf in Irschenberg, bei der Stiftung St. Zeno in Holzolling sowie in den einzelbetreuten Wohnformen des Diakonischen Werks Rosenheim begrenzt. Nicht nur im Hinblick auf die bloßen Zahlen schielt Wein sehnsüchtig auf die Unterstützung von Privatleuten. Auch die Betreuung in Familien sei so persönlich wie es in keiner größeren Einrichtung möglich wäre. „Und das“, so unterstreicht der Fachbereichsleiter, „ist immer noch am wichtigsten.“

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