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Wie geht es weiter? Seit 1952 ist das Hotel Maria Theresia eine beliebte Unterkunft in Neuhaus. Jetzt denkt der Betreiber über eine Umnutzung in eine Wohnanlage nach.

Umnutzung für Wohnungen beantragt

Gästehaus Maria Theresia: Betreiber denkt über Schließung nach

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Seit 1952 lockt das Haus Maria Theresia Urlauber nach Neuhaus. Jetzt hat der Betreiber die Schließung angekündigt – verbunden mit dem Wunsch, das Gebäude als Wohnhaus zu nutzen. 

Schliersee – Die Berge zum Greifen nah, der See einen Katzensprung entfernt. Das Hotel Garni Maria Theresia in Neuhaus zählt nicht umsonst zu den beliebtesten Unterkünften in Schliersee. Das verraten Spitzenbewertungen in diversen Online-Portalen. Eine lange Tradition hat das Haus obendrein. 1952 wurde es als Privatpension eröffnet und seitdem mehrmals renoviert und erweitert. Heute verfügt das Gästehaus an der Waldschmidstraße über rund 40 Betten in Einzel- und Doppelzimmern und Ferienwohnungen.

Seit 31 Jahren führt Ulrich Schütz mit seiner Familie das Maria Theresia. Allzu lang will er das aber nicht mehr tun. Schütz denkt ans Aufhören. Aus gesundheitlichen Gründen, wie er auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt. „Meine Energie ist aufgebraucht“, sagt Schütz. Weil er sein Haus verkaufen möchte, hat er nun eine Anfrage auf Umnutzung in eine Wohnanlage im Schlierseer Rathaus beantragt. „Leider sehen Interessenten darin mehr Rendite als in einem Hotel“, erklärt Schütz. So könnten diese bei Wohnprojekten auch leichter an Kredite kommen.

Im Rathaus fürchtet man hingegen einen Verlust von in Zeiten des boomenden Tourismus wichtigen Betten. Der Fremdenverkehr bedeute für die Marktgemeinde ein wichtiges wirtschaftliches Standbein, betonte Bauamtsleiterin Birgit Kienast nun im Gemeinderat, der über Schütz’ Antrag entscheiden musste. „Umso wichtiger ist es, diese Entwicklung in Zukunft zu sichern und zu fördern.“ Dazu gehöre auch der Erhalt der für die touristische Nutzung geeigneten Gebiete – und damit auch des Hotel Garni Maria Theresia.

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Kienast schlug daher vor, für das Grundstück an der Waldschmidstraße 21 einen einfachen Bebauungsplan aufzustellen und sicherheitshalber auch eine Veränderungssperre zu beschließen. Die Sicherung bestehender Bettenkapazitäten sei ein zentraler Beitrag zum erfolgreichen touristischen Konzepts Schliersees, erklärte die Bauamtsleiterin.

Für Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) handelte es sich um nicht weniger als um eine Grundsatzentscheidung. „Das Haus hat tolle Buchungszahlen und ist einer der am besten bewerteten Betriebe im Ort“, schwärmte er. „Ein Verlust wäre fatal“, fand auch Florian Zeindl (CSU). Das Maria Theresia sei ein Garant für hohe Qualität. Die persönlichen Gründe des Betreibers seien bestimmt nachvollziehbar. Dennoch müsse man das Haus „dringend erhalten“.

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Aber ist dafür eine Veränderungssperre das Mittel der Wahl? Robert Mödl (Die Schlierseer) bezweifelte das. Er fürchtete, der Betreiber könne dies als Konfrontationskurs empfinden. „Was haben wir davon?“, fragte Mödl. So könne es passieren, dass das Haus leer stehe und sich im schlimmsten Fall irgendwann in eine Bauruine verwandle. Mödl empfahl der Verwaltung, lieber Kontakt zu suchen und Unterstützung bei der Suche nach einem Nachfolger anzubieten.

Das schließe eine Veränderungssperre ja nicht aus, betonte der Bürgermeister. „Da geht es nur um die Sicherung der Planungsziele.“ Das überzeugte letztlich am Ratstisch, die Beschlüsse fielen einstimmig. „Das kann ja auch der Einstieg in die Diskussion sein“, sagte Schnitzenbaumer. Einen ersten, gut gemeinten Appell Richtung Schütz sandte er bereits aus. Die Tatsache, dass man sich für den Erhalt stark mache, sei durchaus als „Zeichen der Wertschätzung“ zu sehen.

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Genau so habe er das auch verstanden, betont Schütz. Die Gemeinde sei für ihn immer ein fairer Partner gewesen. „Ich werde das Gesprächsangebot auf jeden Fall annehmen“, kündigt er an. Er habe ja nicht vor, das Gästehaus sofort zu schließen. „Aber perspektivisch“, sagt Schütz, „muss sich schon etwas verändern.“

sg

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