+
Das große Aufräumen beginnt: Auf dem Gelände des Gasthofs Prinzenweg in Schliersee macht der Eigentümer klar Schiff. Wie genau es mit dem Areal weitergeht, ist allerdings noch unklar.

Gemeinde alarmiert

Gasthaus Prinzenweg: Eigentümer will verkaufen - doch kein Abriss?

Der Gasthofs Prinzenweg am Ortseingang sollte längst abgerissen sein. Doch der Eigentümer befindet sich in Verkaufsgesprächen. Für die Gemeinde nicht unbedingt eine gute Nachricht.

Schliersee - Bernhard Bremora und Schliersee – dieses Verhältnis scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Bei der Überplanung des Gewerbegebiets fühlte sich der Haushamer Projektentwickler ausgebootet, und beim Bebauungsplan für das Gelände des Gasthofs Prinzenweg musste er viel Geduld mitbringen. Letztlich klappte es doch, die Gemeinde machte den Weg frei für einen Abriss und den Neubau eines Mehrfamilienhauses mit zwölf Wohneinheiten und Gewerbeflächen im Erdgeschoss. 

Allerdings: Nach wie vor fehlt die Baugenehmigung. Bremora zufolge hakt es am Abwasserplan. In ein paar Wochen, so hofft der Haushamer, sollte das Okay vorliegen. Derweil laufen Verkaufsverhandlungen – „schon länger“, wie Bremora auf Nachfrage sagt. „Noch ist aber nichts in trockenen Tüchern.“ Je nachdem, was ein neuer Eigentümer vorhat, könnte das die Gemeinde auf den Plan rufen.

Denn ein neuer Eigentümer würde sich gewissermaßen eine Bürde auflasten – jedenfalls wenn er den Prinzenweg stehen lassen möchte, was bei zumindest einem Interessenten dem Vernehmen nach der Fall ist. 

Im Zuge des Bebauungsplanverfahrens hat die Gemeinde einen Grundstücksstreifen gekauft, um die beengte Situation am Bahnübergang Westenhofen zu entschärfen. Platz schaffen für einen breiteren Gehweh und Abbiegespuren, lautete das Vorhaben. Und dieses Ziel verfolgt die Gemeinde weiterhin, wie Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) auf Anfrage bekräftigt. „Auch das war ja Sinn der Planung“, sagt der Rathaus-Chef. Sollte sich abzeichnen, dass der Gasthof stehen bleiben soll, werde die Gemeinde „zeitnah darauf bestehen“, dass ihr Teil des Geländes von jedweder Bebauung freigemacht wird. Und das würde zum Beispiel den gemauerten Windfang nebst Zugangstreppe betreffen. Dies ist an den dort befindlichen Vermessungsbolzen ersichtlich.

Insgesamt hat die Kommunalpolitik aber ein Interesse daran, dass der sei Jahren meist komplett leer stehende Gasthof einem Neubau weicht. Schließlich handelt es sich um ein prominent an der viel befahrenen Bundesstraße befindliches Gebäude. Ein Ersatz weiter von der Straße weg wäre ein erster Schritt auf dem Weg, die beengte Situation gegenüber dem Bahnübergang zu bereinigen. Bekanntlich arbeitet Schliersee daran, die minutenlangen Schließzeiten der Schranken zu reduzieren. Dies wird – wenn überhaupt – wohl frühestens in einigen Jahren gelingen. Für eine große Lösung müssten auch die Gebäude westlich des Prinzenwegs von der Straße zurückweichen. Dies ist zwar im Bebauungsplan festgehalten, erzwingen lässt sich aber nichts.

Für Bremora geht es derweil darum, das Prinzenweg-Gelände vom Müll zu befreien. Offenbar haben Unbekannte das Areal als Ablageplatz für Möbel, Reifen und dergleichen missbraucht. Somit tut sich immerhin ein bisschen etwas auf dem Gelände. Über dessen Zukunft wird laut Bremora nicht vor nächster Woche entschieden.

dak

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Namens-Wirrwarr um den AfD-Prinzen - Staatsanwalt ermittelt
Die Sache mit Adelstiteln ist kompliziert. Die Weitergabe ist manchmal intransparent. Genau deswegen hat der AfD-Direktkandidat Constantin Leopold Prinz von Anhalt nun …
Namens-Wirrwarr um den AfD-Prinzen - Staatsanwalt ermittelt
Radwegebau: 2019 Lückenschluss von Hundham nach Wörnsmühl? 
2019 könnten nördlich von Hundham zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: zum einen die Entschärfung eines Unfallschwerpunkts, zum anderen die Fortsetzung des …
Radwegebau: 2019 Lückenschluss von Hundham nach Wörnsmühl? 
Die Direktkandidaten für Miesbach und Tölz im Schnelldurchlauf
Die Bundestagswahl 2017 rückt näher. Für alle Unentschlossenen - und für die, die unsere Interviews nicht gesehen haben - haben wir wichtigstens Fakten über die …
Die Direktkandidaten für Miesbach und Tölz im Schnelldurchlauf
Wegen Einsturzgefahr: Freistaat sperrt Gärtnereigelände
Die Immobilienverwaltung des Freistaats Bayern hat Teile der Gärtnerei Unützer in Miesbach sperren lassen. Es soll die Gefahr bestehen, dass der Boden wegen darunter …
Wegen Einsturzgefahr: Freistaat sperrt Gärtnereigelände

Kommentare