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Hat einen neuen Eigentümer: Der Hotel-Gasthof Terofal in Schliersee ist ab sofort in neuen Händen. Der Landshuter Unternehmer Alfons Aigner hat das Traditionshaus gekauft.

Betrieb des Hotel-Gasthofs soll nahtlos weiterlaufen

Terofal hat neuen Eigentümer: So geht es jetzt weiter

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Der Hotel-Gasthof Terofal hat einen neuen Eigentümer. Der Immobilienunternehmer Alfons Aigner aus Landshut hat das Traditionshaus in Schliersee gekauft. Hier verrät er, was er damit vor hat.

Alfons Aigner ist neuer Eigentümer des Gasthof Terofal in Schliersee.

Schliersee – Alfons Aigner hat ein Faible für alte Gasthäuser. Bevorzugt für solche, die um 1900 gebaut wurden. Mit dem Galeriehotel in Bad Reichenhall und dem Hotel-Restaurant Kaiser Wilhelm auf der Ostsee-Insel Usedom nennt der 59-jährige Unternehmer aus Landshut bereits zwei traditionsreiche Betriebe sein Eigen. „Das sind Liebhaberstücke“, sagt Aigner. Jetzt hat er ein weiteres geschichtsträchtiges Objekt ins Herz geschlossen: den Hotel-Gasthof Terofal in Schliersee. Vor kurzem hat der Vater von vier Kindern das Traditionshaus gekauft. Die Unsicherheit, wie es mit der für Schliersee ortskernprägenden Gastwirtschaft weitergeht, geht damit zu Ende.

Gerüchte, dass sich der bisherige Eigentümer Brice Bethenod vom Terofal trennen will, geisterten schon länger durch den Ort. Im Januar gab der Franzose dann seine Verkaufsabsichten offiziell bekannt. Zeitgleich ließ auch Wirt Alois Gartenleitner verlauten, dass er seinen bis Ende Oktober 2017 geltenden Pachtvertrag nicht mehr verlängern werde. Seitdem rätselten die Schlierseer, was aus dem Vermächtnis des Schauspielers und Mitbegründer des Schlierseer Bauerntheaters, Xaver Terofal, wird.

Seit dem Kauf durch Aigner steht nun fest, dass es auf jeden Fall weitergeführt wird. Im Wesentlichen so wie bisher, betont der neue Eigentümer. „Alles andere wäre schade.“ Die Gartenleitners würden in seinen Augen einen guten Job machen. Deshalb habe er das Wirtspaar sogar gefragt, ob sie nicht doch weitermachen würden. Doch die Eheleute winkten ab. Wohin es sie ab November zieht, ist derzeit noch offen. Für das Terofal fährt Aigner deshalb zweigleisig. Aktuell sucht er einen geeigneten Pächter für Hotel und Gasthof. Sollte das nicht klappen, überlegt der 59-Jährige, das Haus mit seiner Hotelbetriebs GmbH selbst weiterzuführen. An der bayerischen Küche will er in jedem Fall festhalten.

Zudem stellt Aigner einen „nahtlosen Übergang“ in Aussicht. Das gilt auch für das Bauerntheater, das er in sein Konzept einbeziehen wird. Und er will es nicht bei der Bewirtung von Vorstellungen oder Feiern belassen. Vielmehr denkt er sogar über eine eigenes Kulturprogramm nach. Auf Schloss Tunzenberg in Mengkofen in Niederbayern, das ebenfalls zu seinem Imperium gehört, habe er 20 Jahre lang Veranstaltungen angeboten, berichtet Aigner. Ob dafür auch in Schliersee Bedarf besteht, möchte der neue Terofal-Eigentümer demnächst in einem Gespräch mit der Gemeinde klären.

Bereits fest steht, dass dem Traditionshaus mit Bauernstube und 20 Doppelzimmern keine großen Umbaumaßnahmen bevorstehen. „Die Zimmer sind sehr schön, die Küche gut ausgestattet“, berichtet Aigner von seinem ersten Rundgang. Auch Fenster, Dach und Heizung bedürften keiner Renovierung. Dank einem Aufzug sei das Terofal auch barrierefrei. Vom historischen Mobiliar will der Landshuter ohnehin die Finger lassen. Allenfalls kosmetische Veränderungen seien nötig. Kitsch müsse bei ihm aber niemand befürchten, betont Aigner schmunzelnd. „Ich mag keine Spinnereien.“

Das zeigen auch seine anderen Projekte. Ab Januar 2018 übernimmt der Landshuter ein altes Hotel in Dresden, parallel will er eine eigene Kleinbrauerei in Niederbayern aufbauen. Aigner weiß, dass es mit seiner Liebe zu historischen Gebäuden alleine nicht getan ist. „Um sie zu erhalten, braucht es eine wirtschaftliche Perspektive.“

Pachtinteressenten

für den Gasthof Terofal in Schliersee können sich bei Alfons Aigner unter 0172/2950000 oder alfons.aigner@gmx.de melden.

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