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Plakat des Bündnisses
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Antwort: das Plakat des Bündnisses. 

Kunsthistorische Aufklärung schon in diesem Herbst

Aktion am Weinberg: Bürgermeister sauer wegen Vorwürfen von Bündnis

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Nichts geht vorwärts am Weinberg? Von wegen, sagt Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer. Er ist richtig sauer wegen der Vorwürfe des Bündnisses gegen Rechts.

Update, Freitag, 3. Juli:

Franz Schnitzenbaumer ist mächtig angefressen. „So was zerstört viel Vertrauen“, schimpft der Schlierseer Bürgermeister über die jüngsten Aussagen des „Bündnisses gegen rechtsextreme Umtriebe im Oberland“. Wie berichtet, hatten dessen Mitglieder die vor St. Georg am Weinberg abgelegte Blumenschale der Landsmannschaft der Oberschlesier als erneutes „Gedenken an das rechtsradikale Freikorps Oberland“ gewertet und mit einem Plakat verurteilt. „Die Oberschlesier sind Heimatvertriebene, keine Rechtsradikalen“, geißelt Schnitzenbaumer die Einschätzung des Bündnisses.

Mindestens genauso schwer haben ihn die Vorwürfe getroffen, Gemeinde und Pfarrei hätten nichts unternommen, um von offizieller Seite für Aufklärung zu sorgen. Genau das Gegenteil sei der Fall. Just in diesen Tagen hätten Vertreter von Rathaus, Gemeinderat, Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung das weitere Vorgehen einstimmig beschlossen. Noch im Herbst soll eine kunsthistorische Installation am Weinberg die Hintergründe der umstrittenen Gedenktafel in der Kirchenmauer erklären. Der Beschluss der Kirchenverwaltung soll in der kommenden Woche folgen.

Die zeitlichen Verzögerungen begründet Schnitzenbaumer mit der verspäteten Einbeziehung des Denkmalschutzes. Dieser habe nun klar gemacht, dass ein baulicher Eingriff in die Kirche nicht vertretbar sei. Auch der Rathauschef will das Gotteshaus nicht antasten. Vielmehr solle die bestehende Tafel ganz bewusst erhalten bleiben, um mit der dann vorhandenen geschichtlichen Einordnung eine für jeden nachvollziehbare Darstellung zu erreichen. „Jeder soll sich unbelastet damit auseinandersetzen können“, sagt Schnitzenbaumer.

Das Vertrauensverhältnis zum Bündnis gegen rechtsextreme Umtriebe im Oberland sieht der Bürgermeister hingegen nun durchaus als belastet an. Denn eigentlich habe man gemeinsam vereinbart, erst nach erfolgtem Beschluss an die Öffentlichkeit zu treten. Dass dies nun einseitig in Person von Werner Hartl erfolgt ist, enttäuscht Schnitzenbaumer sehr.

Doch er will den Blick nach vorne richten und freut sich darauf, wenn endlich Ruhe einkehrt in die seit Jahren schwelende Diskussion um den Weinberg. „Und da“, betont der Rathauschef, „sind wir auf einem guten Weg.

Ursprünglicher Artikel von Donnerstag, 2. Juli:

Schliersee – An einem Blumengesteck vor einer Kirche nimmt für gewöhnlich niemand Anstoß. Am Weinberg in Schliersee schon. „Im Gedenken – Landsmannschaft der Oberschlesier“ steht auf den Schleifen der bunt bepflanzten Schale, die kürzlich an der Kapelle St. Georg auf dem Weinberg abgestellt wurde.

Aktion: die Blumenschale der Landsmannschaft.

Für Werner Hartl vom „Bündnis gegen rechtsextreme Umtriebe im Oberland“ nicht weniger als ein erneutes „Gedenken an das rechtsradikale Freikorps Oberland“. Es könne nicht sein, dass dem an der brutalen Niederschlagung der Räterepublik in München beteiligten Freikorps immer noch gedacht werde, schreibt Hartl in einer Pressemitteilung des Bündnisses.

Bei seinem Einsatz in Oberschlesien habe sich das Freikorps „nicht nur durch Brutalität gegenüber der Bevölkerung ausgezeichnet“. Ebenso sei dessen nationalsozialistische Orientierung weithin bekannt gewesen. Als Reaktion auf das Gedenken habe sich das Bündnis entschlossen, selbst ein Zeichen zu setzen – mit einem Plakat über der umstrittenen Gedenktafel in der Kirchenmauer. In roter Schrift ist folgender Text zu lesen: „Willkommen zur Kultstätte der rechtsradikalen Bewegung. Hier trafen sich über viele Jahrzehnte Anhänger*innen der völkisch-nationalistischen Bewegung von NSDAP bis hin zu jungen Neonazis – sie huldigten ihren Kämpfern.“

Eigentlich hatte das Bündnis auf historische Aufklärung von offizieller Seite – namentlich von Gemeinde und Pfarrei – gehofft. Doch nach einer Vortragsreihe mit Fachleuten im Jahr 2018 sei nicht mehr viel passiert (wir berichteten). Hartl zieht ein bitteres Fazit: „Es wurde die Chance vertan, die Expertise zu nutzen, um die Öffentlichkeit breit über die Hintergründe zu informieren und mit der Bevölkerung zu diskutieren.“ Auch von den Planungen zur Umgestaltung des Gedenkortes sei kaum mehr etwas zu hören.

Wie es scheine, würden sich Stimmen mehren, die meinen: „Dann lassen wir es halt wie es ist, es hat ja schon lang keinen Ärger mehr gegeben.“ Der falsche Weg, findet das Bündnis: „Damit würden die bisherigen Anstrengungen ins Leere laufen.“ Das Bündnis gegen rechtsextreme Umtriebe im Oberland werde die Sache jedenfalls nicht einfach auf sich beruhen lassen, betont Hartl: „Wenn es die Offiziellen nicht tun, tun wir es. Wir bleiben dran!“ 

sg

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