Geldprobleme beim Ortsverband

CSU Schliersee hat 6000 Euro Schulden aus dem Wahlkampf

Die Schlierseer CSU hat ein Geldproblem. Noch rund 6000 Euro Schulden hat der Ortsverband. Ein Überbleibsel der vergangenen Kommunalwahl und eine Bürde für die nächste.

Schliersee – In drei Jahren ist wieder Kommunalwahl. Für die Schlierseer CSU heißt es dann einerseits, Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer im Amt zu halten. Der signalisiert, wieder antreten zu wollen. Außerdem gilt es, die Scharte der Wahl von 2014 auszuwetzen. Damals verlor die CSU zwei Gemeinderats-Mandate. Im nächsten Wahlkampf müssen die Schlierseer Christsozialen derweil Zurückhaltung üben – zumindest finanziell. Denn der Ortsverband hat noch einen stattlichen Schuldenberg von rund 6000 Euro abzutragen.

Die Finanzmisere war schon da, als Sepp Ottys 2015 den Ortsvorsitz von Schnitzenbaumer übernahm. Der hatte seinen Rückzug mit seiner Belastung im Rathaus begründet. Vom Bürgermeister erbte Ottys eine Schuldenlast von gut 8000 Euro. „Das hatte sich über die Jahre angehäuft“, erklärt der Schlierseer CSU-Chef. Die Bürgermeisterwahl 2012 und vor allem die Kommunalwahl zwei Jahre später waren teuer geworden.

Schnitzenbaumer erinnert sich: „Das war ein Missverständnis mit der Schatzmeisterin.“ Das junge Wahlkampfteam habe gesehen: Prima, es ist Geld auf dem Konto – und sich eine teure Aktion überlegt. Doch dann wurden die Beiträge für Kreis-, Bezirks- und Landespartei eingezogen – und plötzlich standen die Schlierseer mächtig in der Kreide. Die Zinsen wegen des überzogenen Kontos machten es nur schlimmer.

Letztere wollte Ottys unbedingt loswerden. Schließlich sollen die Mitgliedsbeiträge nicht quasi der Bank geschenkt werden. Der Weg führte Ottys schließlich zum Kreisverband. Von dem lieh er sich 7500 Euro, zuvor hatte er mit einer einmaligen Spendenaktion den Betrag schon etwas drücken können. Durch das Darlehen hat die CSU ihr Konto zumindest ausgleichen können. Seitdem zahlt sie das Geld zurück. 2016 lag der Schuldenstand bei 6500 Euro, heuer kam schon eine Tilgung in Höhe von 500 Euro.

Die Schlierseer mühen sich redlich, hieß es am Donnerstag bei der Delegiertenversammlung der Kreis-CSU. Doch bis der Berg abgetragen ist, wird es noch Jahre dauern. Von den 70 (bis vergangenes Jahr: 62) Euro Beitrag, den die Mitglieder jährlich berappen, bleiben dem Ortsverband exakt 13,16 Euro. Bei rund 150 Mitgliedern nimmt die Schlierseer CSU also rund 2000 Euro jährlich ein. Zu wenig, um die Schulden bis 2020 komplett zurückzuzahlen und dann noch einen aufwendigen Wahlkampf zu finanzieren. Bleibt also nur der Weg über Spenden. „Da müssen wir uns was überlegen“, sagt Ottys. „Aber es gibt heutzutage ja günstige Maßnahmen.“ Über das Internet etwa.

Ärger mit den Mitgliedern habe es seinerzeit keinen gegeben, sagt Schnitzenbaumer. „Das Geld ist ja satzungsgemäß ausgegeben worden.“ Ausgaben allerdings, an denen die CSU noch heute zu knabbern hat.

Daniel Krehl

Rubriklistenbild: © dpa

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