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Zu einer nicht unerheblichen Geldstrafe verurteilte das Amtsgericht Miesbach die beiden Casino-Randalierer.

Zu Geldstrafe verurteilt

Möbel im Casino zertrümmert

Schliersee - Sie demolierten Möbel im Wert von nur rund 30 Euro in einem Schlierseer Spielcasino. Doch die Vorstrafen der beiden waren Anlass für eine nicht geringe Geldstrafe.

Wenn die Gäste keinen Alkohol mehr ausgeschenkt bekommen, weil die Bedienung sie schon für zu betrunken hält, dann tritt der eine seinen Heimweg an, und der andere macht eben Stress. 

Für die zweite Möglichkeit entschieden sich im Mai vergangenen Jahres zwei Brüder im Alter von 34 und 41 Jahren aus Schliersee. Weil sie Mobiliar in einem Spielcasino in Schliersee zerstörten und einer von ihnen anschließend die Kellnerin beleidigte, verurteilte Amtsrichter Walter Leitner die beiden zu Geldstrafen von 45 Tagessätzen à 15 Euro beziehungsweise 45 Tagessätzen à zehn Euro. 

Einen Tisch mit der Faust zerstört

Zur Angelegenheit äußern wollten sich die Täter nicht. Da ein Zeuge die ganze Sache beobachtete, „auch wenn ich selber schon zehn Bier getrunken hatte“, konnten die Brüder überführt werden. Der 41-Jährige soll einen kleinen, dunkelfarbenen Abstelltisch im Wert von etwa zehn Euro mit der Faust zerstört haben. Und der 34-Jährige hat nach Aussage des Zeugen eine Holztürfüllung im Wert von etwa 20 Euro mit dem Fuß herausgetreten. 

Und das nur, weil es die Bedienung gut mit ihnen meinte und den Alkoholkonsum der beiden nicht noch steigern wollte. Doch der Jüngere soll die Frau laut dem Zeugen daraufhin mit derben Schimpfworten beleidigt haben. Erst der von der Bedienung gerufene und gegen 4 Uhr eingetroffene Beamte der Polizeiinspektion Miesbach konnte die Situation entschärfen und die Brüder nach Hause schicken. 

„Die zwei haben wirklich ein sehr aggressives Verhalten an den Tag gelegt“, sagte der Polizist vor Gericht. „Am nächsten Tag kamen die beiden immerhin und haben einen neuen Tisch gebracht, die Tür repariert und sich entschuldigt“, erklärte der Betreiber des Casinos, der erst nach den Randalen in seinem Etablissement dazu gestoßen war. 

Von Urkundenfälschung bis Körperverletzung

Sie versuchten zu retten, was nicht mehr zu retten war. Denn die Brüder hatten eine Straftat begangen, was nun vor Gericht geahndet wurde, „auch wenn die Sache diesmal glimpflich ausgegangen ist“, wie Staatsanwalt Michael Steinlein befand. Normalerweise könne es bei einem solch vergleichsweise geringen Vergehen bei einer Geldauflage belassen werden. Aber nicht bei diesen Vorstrafen. 

Bei dem Älteren der beiden stehen acht Einträge im Strafregister, die von Urkundenfälschung über Hausfriedensbruch bis hin zu Körperverletzung mit Bedrohung reichen. Der Jüngere hat sogar einen Eintrag mehr vorzuweisen – fünf davon sind Körperverletzungen. „Ihr Ausflug durch das Strafgesetzbuch geht also weiter“, sagte Steinlein kopfschüttelnd. Er forderte 75 Tagessätze à 15 Euro für den älteren und 70 Tagessätze zu je 15 Euro für den jüngeren Bruder. „Sind wir froh, dass Sie es diesmal bei der Beschädigung von Sachen belassen haben“, sagte Leitner bei seiner Urteilsverkündung. 

Immerhin hätten sich die Brüder beim Besitzer des Casinos entschuldigt und die Sachen repariert, „was ja eben schon ein faktisches Geständnis war“. Doch auch der Richter stimmte dem Staatsanwalt zu: „Bei so vielen Vorstrafen ist eine Einstellung des Verfahrens nicht mehr möglich.“


Von Philip Hamm

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