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Gut gelaunt und bestens eingespielt: Timm Tzschaschel und sein 35-köpfiges Orchester, hier unterstützt vom heimischen Nachwuchs, bei der „Kindersinfonie“.

Gelungener Abschluss des Schlierseer Kulturherbsts

Festkonzert wird zum "Festival der Vielfalt"

Schliersee – Mit mehr als nur einem Paukenschlag endete am Samstag der Schlierseer Kulturherbst: Timm Tzschaschel hatte zum Abschluss des „Festivals der Vielfalt“ zu einem sinfonischen Festkonzert geladen.

Dabei zauberten der Dirigent und sein 35-köpfiges Orchester gleich mehrere Extras auf die Bühne des ausverkauften Bauerntheaters. Joseph Haydns beliebte Sinfonie Nr. 94 mit dem berühmten „Paukenschlag“ zum Aufwecken schläfriger Zuhörer lieferte mit ihrem Titel „Surprise“ (Überraschung) ein Motto für den Abend. In der „Kindersinfonie“ – von Leopold Mozart oder Joseph Haydn, womöglich auch keinem der beiden, die Musikhistoriker sind sich uneins – überraschte ein Dutzend Kinder als Mitwirkende. Zur Krönung entführte der 26-jährige Pianist Fabian Müller mit Ludwig van Beethovens gewaltigem Klavierkonzert Nr. 5 „Emperor“ in kaiserliche Klangwelten.

Nicht nur die früher als „Berchtesgadener War“ bekannten Kinderinstrumente Kuckuck, Wachtel, Trompete, Trommel, Ratsche, Orgelhenne und Cymbelstern gaben der Kindersinfonie ihr besonderes Gepräge. Als weiteren Jungstar hatte Tzschaschel seinem Ensemble den erst achtjährigen Theo mit seinem Kinder-Kontrabass hinzugefügt. Sichtlich vergnügt lächelten Profimusiker und das entzückte Publikum vor sich hin, wenn in den beschwingten Melodien Vogelstimmen, Schnarren oder Triller einsetzten.

Wie Frage und Antwort erklangen derweil Bläser und Streicher im heiteren ersten Satz der Haydn-Sinfonie. Gefühlvoll zart intonierten die Musiker die volksliedartigen Klangbögen des zweiten Satzes, um sie mit dem „Paukenschlag“ des schallenden Gesamtorchesters fortzusetzen. Im tänzerischen dritten Satz und dem lebhaften Finale begeisterte das Ensemble mit fröhlicher Leichtigkeit und feiner Präzision.

Vor dem letzten großen Glanzlicht standen herzliche Dankesworte an alle Sponsoren, Helfer und Mitwirkenden, die dem Kulturherbst heuer abermals herausragende Kunsteindrücke beschert hatten. Allen voran gab es von Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer Präsente für die Hauptorganisatoren, Marion Riedel von der Gäste-Information und Johannes Wegmann, Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins.

Zum krönenden Abschluss riss Fabian Müller aus Beethovens Heimatstadt Bonn das Publikum förmlich hin. Bereits vor zwei Jahren hatte das Ausnahmetalent die Schlierseer für sich eingenommen, und er bestätigte dies heuer mit einer weiteren grandiosen Reise in andere Sphären. Virtuos malte er im berühmten Klavierkonzert der Wiener Klassik machtvolle Akkordbilder, setzte opulente Klangarabesken und vermittelte eindringlich die Energien in Beethovens Komposition. Einfühlsam unterlegte, akzentuierte und kontrastierte das Orchester unter Tzschaschels Leitung Müllers intensives Spiel. Riesenapplaus und „Bravo“-Rufe belohnten den „Emperor“ (Herrscher) am Piano.

Von Gudula Beyse

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