Auch Tote nach Einsturz der Autobahnbrücke in Italien

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Wie schwer ist der Eingriff? Mancher im Schlierseer Gemeinderat bangt um den Obstbaumbestand (l.) auf dem Gelände in Fischhausen, auf dem Leonhard Markhauser vier Ferienhäuser errichten möchte. Auch die Frage nach der Zukunft des freien Feldes im Vordergrund tauchte auf. 

Gemeinderat skeptisch

Geplantes Ferienhaus in Fischhausen: Die Zustimmung schwindet

Anfangs fanden es die meisten toll. Jetzt aber mehren sich die kritischen Stimmen zum Ferienhaus-Vorhaben von Leonhard Markhauser in Fischhausen.

Schliersee – Bislang war Leonhard Markhauser mit seinen Plänen für vier Ferienhäuser in Fischhausen auf recht breite Zustimmung seiner Gemeinderats-Vertreter gestoßen. Das hat sich nun etwas geändert. Der Bebauungsplan-Entwurf für vier Häuschen mit je rund 90 Quadratmetern Grundfläche fand in der jüngsten Sitzung nur eine knappe Mehrheit. Es geht um den Verlust von Obstbäumen.

Neue Gästebetten sind in Schliersee hochwillkommen. An der Fischhauser Straße steht das neue Gästehaus, an dem auch Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) mittelbar beteiligt ist, vor der Fertigstellung, nur ein paar Meter weiter möchte Markhauser (ebenfalls CSU) sein Angebot für Urlaub auf dem Bauernhof erweitern. Vier eingeschossige Häuschen für Familien sollen in dem Obstgarten entstehen. Der Bauausschuss hatte die Pläne einstimmig befürwortet, bei den Beschlüssen zur Bauleitplanung im Gemeinderat gab es lediglich zwei Gegenstimmen.

Nun stellte Matthias Goetz vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München den neuen Entwurf vor. Die Gebäudegröße hat sich dabei nicht geändert, jedoch zeichnete der von der Gemeinde beauftragte Bebauungsplan-Architekt mindestens doppelt so große Baufenster ein, innerhalb derer die Häuschen stehen können – jeweils plus zehn Quadratmeter Terrasse. Das betreffende Grundstück ist rund 2700 Quadratmeter groß, vorgesehen ist auch ein (weitgehend schon bestehender Parkplatz) mit gut 200 Quadratmetern.

In der Summe erschien das zum Beispiel Gerhard Waas (Grüne) zu viel: „Anfangs war ich schon dafür, mit der jetzigen Planung bin ich sehr unglücklich.“ Zwei wesentliche Gründe führte er an. Zum einen befürchtet er einen erheblichen Verlust des Obstbaumbestands. So, wie die Baufenster eingezeichnet sind, könne nicht viel übrig bleiben, selbst wenn im Bebauungsplan eine Nachpflanzung auf den Bestand von aktuell 29 Bäumen festgesetzt ist. Ferner missfiel Waas, dass das südlichste Ferienhaus aus der vom Nachbargebäude vorgegebenen Baugrenze hinausragt. „Anfangs habe ich mir das kleiner vorgestellt. Ich fühl’ mich nicht ernst genommen.“ Dem Gelände gehe der Charakter verloren.

Florian Guggenbichler (Die Schlierseer) lag daran, dass die südlich der vorhandenen und für die Bebauung vorgesehene liegende Wiese frei bleibt. Ein frommer, aber weltfremder Wunsch, meinte Astrid Leitner (CSU) – auf eine landwirtschaftlich privilegierte Bebauung anspielend. „Diese Sichtachse ist über kurz oder lang eh weg.“

Letztlich schickte der Gemeinderat die Planung mit 10:8 Stimmen ins weitere Verfahren. Eine Reduzierung auf drei Häuser, wie zuvor schon von Beatrix Seidenfus (PWG) angeregt, lehnte das Gremium gegen sieben Stimmen ab.

Markhauser selbst war als Betroffener von Beratung und Beschluss im Gemeinderat ausgeschlossen. Gegenüber unserer Zeitung sagt er: „Ich möchte meinen Obstgarten auf jeden Fall erhalten.“ Klar müssten zunächst Bäume weichen, aber genau mit dem Thema „Urlaub im Garten“ wolle er ja punkten. Über eine Reduzierung denke er nun nach. „Wir müssen schauen, dass wir im Gemeinderat auf einen gemeinsamen Nenner kommen.“

Daniel Krehl

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