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Gerhard Waas (54) sitzt für die Grünen im Schlierseer Gemeinderat.

Altes Schulhaus in Schliersee

Gerhard Waas: „Wir sollten für Vorschläge offen sein“

Als das alte Schulhaus im Thema im Gemeinderat war, erwirkte Gerhard Waas einen Aufschub der Entscheidung. Im Gespräch mit unserer Zeitung erläutert der Gemeinderat seine Sicht. 

Schliersee – Abreißen oder erhalten? Die Zukunft des alten Schulhauses hat den Schlierseer Gemeinderat schon die eine oder andere Stunde lang beschäftigt. Bei der jüngsten Sitzung hätte sich das Gremium ursprünglich zu einer Entscheidung durchringen sollen. Doch der Punkt flog auf Antrag von Gerhard Waas (Grüne) kurzerhand von der Tagesordnung. Er sei bei der Beratung im Januar nicht dabeigewesen und wünsche sich deshalb eine „Verschiebung auf unbestimmte Zeit“, argumentierte Waas. Sein Vorstoß setzte sich gegen vier Stimmen durch. Im Interview mit unserer Zeitung erklärt Waas, warum er sich beim alten Schulhaus ein wohlüberlegtes Vorgehen wünscht. 

Herr Waas, 50.000 Euro Unterhalt pro Jahr kostet das alte Schulhaus der Gemeinde. Wird es nicht langsam mal Zeit für eine Entscheidung?

In meinen Augen wäre eine übereilte Entscheidung nicht klug. Solange wir gar nicht wissen, was wir nachher an dieser Stelle machen wollen, können wir auch nicht über einen Abriss abstimmen. Hinzu kommt, dass viele Schlierseer emotional sehr an dem Gebäude hängen. Auch meine Kinder sind dort in die Schule gegangen. Ich finde, wir müssen die Bürger deshalb noch einmal nach ihrer Meinung fragen. 

Das ist doch vor vier Jahren bereits passiert?

Ich spreche ja nicht von einer Ja/Nein-Umfrage zum Abriss. Viel interessanter ist doch, ob die Schlierseer Vorschläge für eine vernünftige Nutzung des Schulhauses haben, die auch wirtschaftlich darstellbar sind. Da sollten wir für Vorschläge offen sein. 

Was würden Sie sich denn wünschen? 

Mir liegt auf jeden Fall ein Konzept am Herzen, das der Allgemeinheit zugute kommt. In etwa so, wie wir es mit der Sanierung der Turnhalle beschlossen haben. Statt die Fläche bei einem Abriss von einem Investor komplett zupflastern zu lassen, wäre mir eine sehr geringe Bebauung an diesem Ort lieber. Ein Traum wäre natürlich ein schöner Dorfplatz, an den sich eine kleine Fußgängerzone bis zum Bahnhof anschließt. Da wären wir wahrscheinlich die ersten im Landkreis, die so was durchziehen. 

Und was, wenn das Schulhaus stehen bleibt? 

Dann hätten wir von den Bürgern oder aus dem Gemeinderat mindestens einen überzeugenden Vorschlag für eine Weiternutzung erhalten. Von einem dauerhaften Leerstand hat niemand was. Trotzdem finde ich, dass wir uns vorerst nicht unter Zeitdruck setzen lassen sollten. Jetzt steht ja eh erst mal der Kindergartenbau am Heimatmuseum an. 

Das Gespräch führte Sebastian Grauvogl

Zum Kindergarten 

Einen Sachstandsbericht zum Kindergartenbau gab Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) nun im Gemeinderat ab. Die Baugenehmigung sei eingegangen, der Rohbau ausgeschrieben. „Der Baubeginn ist für den 24. April vorgesehen“, sagte Schnitzenbaumer. Spekulationen über einen Verkauf des alten Schulhauses an einen Bauwerber wies der Bürgermeister dafür vehement zurück.

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