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Sicherheit geht vor: An zwei Checkpoints am Aufstieg zum Taubenstein können Tourengeher ihr Lawinenverschüttetensuchgerät prüfen und sich über Umweltbelange informieren.

„Das Interesse hat extrem zugenommen“

Großer Andrang: Info-Portal am Taubenstein soll Schneesportler sensibilisieren

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Der Taubenstein ist ein beliebtes Skitourengebiet. Damit die Wanderer sicher und naturverträglich unterwegs sind, gibt es seit Kurzem ein Infoportal. Wir haben nachgefragt.

Spitzingsee– Seit am Taubenstein keine Lifte mehr laufen, ist am östlichen Ufer des Spitzingsees Skiwandern das große Thema. Doch auch da ist Vorsicht geboten. Um all jene zu sensibilisieren, die sich ins Gelände begeben, gibt es am Einstieg ein neues Info-Portal. Darüber haben wir mit Initiator Alexander Römer (49), Berg- und Skiführer aus Holzkirchen und Gründer von Lawinencamp Bayern, gesprochen.

Wer schon am Taubenstein unterwegs war, erinnert sich an etliche Schilder zwischen Parkplatz und Unterem Lochgraben. Warum neue?

Alexander Römer: Ob mit Tourenski, Schneeschuhen oder beim Wandern: Es sind extrem viel mehr Leute im Gelände unterwegs. Bei unseren Lawinenkursen wurde mir klar, dass nicht nur wenig Wissen über Lawinengefahren besteht, sondern allgemein nicht viel über die Berge – etwa, warum man nicht in Schongebiete eindringen darf. Die Idee, wie man umfassende Informationen kompakt vermitteln kann, kam mir voriges Jahr. Gemeinsam mit Alpenverein, Naturschutzorganisationen, Touristikern und Gemeinde haben wir das Portal konkret entwickelt.

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Was ist dabei herausgekommen?

Alexander Römer: Berg- und Skiführer aus Holzkirchen.

Alexander Römer: Direkt hinter den beiden Taubenstein-Parkplätzen haben wir Schilder-Paare aufgestellt. Das erste dient dem Sicherheitscheck. An einer LVS-Checkbox kann man sein Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS) auf die korrekte Sendeleistung überprüfen. Ein paar Meter weiter steht eine große Übersichtstafel mit einer Panoramakarte des Tourengebiets. Sie informiert über naturverträgliche Aufstiegsrouten, Abfahrten und Schongebiete für Wald und Wild. Dazu gibt es Tourentipps und Kontaktdaten der Hütten.

Gibt es schon Erkenntnisse, wie die Portale genutzt werden?

Alexander Römer: Die Check-Box wird gut angenommen. Erfahrungsgemäß zieht Technik die Leute immer in den Bann. Der Plan, dass die Tourengeher danach noch einen Blick auf die zweite Tafel werfen – etwa beim Warten, während ihre Begleiter beim Sicherheitstest sind –, ist noch nicht ganz aufgegangen. Viele schauen allerdings nach der Tour das zweite Schild an. Auch das nützt etwas. Jeder kleine Baustein kann zum verantwortungsvollen Umgang mit der Natur beitragen.

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Warum ist es so wichtig, Schongebiete zu respektieren?

Alexander Römer: Nehmen sie die Schneehühner. Früher gab es sehr viele in der Gegend. Im Winter ziehen sie sich ins kammnahe Gelände zurück und buddeln sich dort in Wächten ein. Normalerweise waren sie hier gut geschützt vor dem Fuchs, der bei Schnee im Tal geblieben ist. Heute kommt der Fuchs bequem in den Spuren der Tourengeher bis in die Gipfelregion. Oder kleine Baumgruppen und lichte Wälder, in die sich Tiere leicht zurückziehen können. Man sieht regelrecht die dankbaren Fragezeichen in den Augen der Leute, wenn man ihnen erklärt, warum sie um diese besser einen Bogen herum.

Und wie steht es um das Bewusstsein von Gefahr?

Alexander Römer: Es war nicht sehr ausgeprägt. Aber in den vergangenen Jahren haben immer mehr Eltern ihre Kinder im Alter von 15 bis 25 Jahren zu Lawinenkursen angemeldet. Entsprechend hat das Interesse noch einmal extrem zugenommen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die jüngere Klientel sofort bei der Sache ist, während ältere Bergsportler eher reserviert sind.

Weitere Infos

zum Lawinencamp Bayern von Alexander Römer gibt es unter www.lawinenkurse.de.

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