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Großprojekt Vitalresort: Planänderung auch abseits der Einwände

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Geht wohl ein weiteres Mal in die Auslegung: Das Vitalresort-Vorhaben an der Stolzenbergstraße in Neuhaus. Der Projektplaner hofft trotzdem auf eine Baugenehmigung im Herbst. visualisierung: Haas Cook Zemmrich Studio 2050
Geht wohl ein weiteres Mal in die Auslegung: Das Vitalresort-Vorhaben an der Stolzenbergstraße in Neuhaus. Der Projektplaner hofft trotzdem auf eine Baugenehmigung im Herbst. © Haas Cook Zemmrich Studio 2050

Große Hotelbauprojekte sind in Schliersee seit vielen Jahren nicht mehr verwirklicht worden. Zwei sind jetzt in der Pipeline, und beide kommen in der nächsten Gemeinderatssitzung auf den Tisch – eines allerdings nur als Formalie. Dennoch gibt es Neuigkeiten.

Schliersee – Jedes Jahr im Gemeinderat erneuert Schliersees Gäste-Info-Leiter Mathias Schrön die Forderung nach weiteren Hotelbetten. Er kann sich dies schon mal auf die Agenda für die nächsten Jahre scheiben. Denn vorher werden weder der neue Schlierseer Hof, noch das Vitalresort in Neuhaus stehen. Beide Großprojekte stehen am Dienstag, 24. Januar (18.30 Uhr), auf der Tagesordnung des Gemeinderats.

Schlierseer Hof: Abriss und Neubau Thema im Gemeinderat

Im Falle des Schlierseer Hofs verspricht dies Spannung. Die Abriss- und Neubaupläne als solches hat der Gemeinderat mehrheitlich befürwortet, beim Anblick der ersten Entwürfe blieb derweil nicht nur einem Entscheidungsträger die Spucke weg. Sechs Stockwerke plus Dachgeschoss? Beispiellos in Schliersee. Was Eigentümer Walter de Alwis und seine Planer nun vorlegen, wird sicher mit Argusaugen verfolgt. Wohl der Beginn des üblich zähen Ringens um ein Einfügen ins Ortsbild und Wirtschaftlichkeit, bekannt von vielen anderen Vorhaben.

Vitalresort: Änderung bei Energieversorgung bewirkt wohl weitere Verzögerung

Etwa auch dem Vitalresort in Neuhaus. Auch das steht auf der Tagesordnung, allerdings nur die erforderliche Änderung des Flächennutzungsplans nach den Kreistagsbeschlüssen zum Landschaftsschutzgebiet (wir berichteten). Pläne werden in der Sitzung keine auf den Tisch gekommen. Und dennoch gibt es Neues von dem Vorhaben. Wie Projektentwickler und Grundeigentümer Wolf-Dieter Roetzer auf Anfrage mitteilt, wird das Energiekonzept geändert. Statt einem Blockheizkraftwerk sollen Fotovoltaik und Hackschnitzel für Strom und Wärme sorgen. Kein Riesending möchte man meinen, doch weil das Projekt über einen vorhabensbezogenen Bebauungsplan genehmigt werden soll, muss es wohl in eine weitere Auslegungsrunde. Für die Hackschnitzel braucht es ein unterirdisches Lager an der Stolzenbergstraße, erklärt Roetzer. Da der Brennstoff mit Lkw angeliefert wird, ist womöglich auch das Verkehrsgutachten zu aktualisieren. Der Projektentwickler hofft, dass die aktuellen Pläne in der März-Sitzung des Gemeinderats behandelt werden.

Widerstand bei den Nachbarn verändert hoch: Klage sehr wahrscheinlich

Apropos Verkehr: Neben der Größe ist das der Hauptkritikpunkt der Nachbarn, die sich teils erbittert – und mit hochkarätigem Rechtsbeistand – gegen das Vorhaben wehren. Hört man sich bei den Kritikern um, fallen Begriffe wie „Monster-Projekt“, und es werden Experten ins Feld geführt, die dem Projekt die Rentabilität absprechen. Die jüngsten Entwicklungen bei den Zinsen und im Bausektor dürften die finanzielle Seite noch einmal erschweren. Der Widerstand jedenfalls ist und bleibt erheblich, und die Stellungnahme besagten Anwalts fiel nach Angaben des Schlierseer Rathaus erneut sehr umfangreich aus. Die bedeutet viel Arbeit für den Bebauungsplan-Architekten der Gemeinde Christoph Rickert. Unter anderem an ihm ist es, die Abwägungsvorschläge für den Gemeinderat vorzubereiten. Klar ist aber Stand jetzt: Kommt es zu keiner wesentlichen Planänderung, werden die Nachbarn den Klageweg beschreiten.

Großprojekt mit über 100 Zimmern - Investitionsvolumen rund 30 Millionen Euro

Unabhängig von den Abwägungen, die der Gemeinderat womöglich im März trifft, verzögert sich die Bauleitplanung um einige Monate. Roetzer hofft nun auf eine Baugenehmigung im Herbst. Bis dahin gilt es noch einige nicht unmaßgebliche Dinge zu erledigen. Die Gemeinde will Satzungsbeschluss, Eingabeplan und Durchführungsvertrag am besten in einem Aufwasch beschließen. Dafür braucht es aber einen Investor, der das auf 30 Millionen Euro Gesamtvolumen taxierte Vorhaben stemmen kann – und bereit ist, dies bis zu einem vertraglich vereinbarten Zeitpunkt auch zu tun. Noch einmal an der Planung zu schrauben, kommt für Roetzer aktuell nicht in Frage. Zur Erinnerung: Auf dem gut 12 000 Quadratmeter großen Gelände an der Stolzenbergstraße sollen ein Biohotel (42 Zimmer), ein Gästehaus (45 Zimmer), vier Naturholz-Chalets mit je drei Appartements, ein Naturteich und ein Gesundhaus mit Praxen, Kochschule und Mitarbeiter-Wohnraum entstehen.

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