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Eingezäunt von allen Seiten: Gleich zwei Baustellen vor dem Schlierseer Heimatmuseum machen dem Verein derzeit zu schaffen. Aus Sicherheitsgründen lässt Vorsitzender Günther Maier vorerst keine Besucher rein. 

Haus bleibt weiter geschlossen

Gruben und Risse: Heimatmuseum leidet unter Baustellen

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Die Bauarbeiten rund um das Schlierseer Heimatmuseum haben Spuren hinterlassen: Es gibt Risse in den Wänden. Der Verein traut sich derzeit nicht, das Haus für Besucher zu öffnen.

Schliersee – Wie auf einer einsamen Insel kommt sich Günther Maier vor, wenn er durch das Schlierseer Heimatmuseum geht. Einer Insel umgeben von einem Meer aus Baustellen – und damit abgeschnitten von der Außenwelt. „Da kann ich eine Öffnung nicht verantworten“, sagt der Vorsitzende des Heimatmuseumsvereins, der das historische Gebäude seit Jahrzehnten ehrenamtlich betreut. Das Risiko, dass sich ein Besucher verletzt, ist ihm zu groß. Nicht nur die Einbußen an Eintrittsgeldern durch die Schließung in der Ferienzeit schmerzen den Verein. Auch die Risse, die sich an einigen Stellen in den Wänden gebildet haben, machen Maier Sorgen. „Das tut schon weh“, sagt er. „Man ist ja doch mit Herzblut dabei.“

Gleich an zwei Seiten des Heimatmuseums wurde zuletzt parallel gebaggert. In der Lautererstraße ließ die Gemeinde den Kanal herrichten, an der Westseite wurde der Keller für den Anbau ausgehoben. Wie berichtet, soll hier unter anderem eine neue Kindergartengruppe unterkommen. Zumindest die erste Baustelle steht kurz vor dem Abschluss, wie Zweite Bürgermeisterin Johanna Wunderle auf Nachfrage erklärt. An diesem Mittwoch werde die Feinschicht aufgetragen. Auch die Dichtigkeitsprüfung des Kanals sei erfolgt. Der Eingangsbereich des Museums dürfte damit bald wieder frei sein.

Anders sieht es an der Westseite aus. Hier wird es erst mit der Fertigstellung der Kellerdecke in gut drei Wochen ruhiger, erklärt Architekt Johannes Wegmann. „Dann wird auch die Baugrube verfüllt.“ Und erst dann könne man sich ein Bild der Situation im Heimatmuseum machen. Bis dahin werden die laut Wegmann im Schnitt ein bis zwei Zentimeter breiten Risse mit sogenannten „Uhren“ überwacht.

Entstanden seien sie durch die sogenannten Unterfangungsarbeiten am Altbau. Weil der Boden des neuen Gebäudeteils gut 1,20 Meter tiefer liegen werde als der des Heimatmuseums, habe man dessen Fundament im Bereich der Baugrube in 17 Abschnitten mit Spritzbeton ausgegossen. Behutsam und gemäß der Statik- und Bodengutachten, wie Wegmann betont. Durch die Austrocknung und das Mehrgewicht des Betons sei es dabei zu einer Senkung des Altbaus von zwei bis drei Zentimetern gekommen – und damit eben zu den Rissen. Das sei aber bei einem 600 Jahre alten Haus nichts Außergewöhnliches, versichert Wegmann.

Er ist guter Dinge, dass der Anbau künftig sogar zur Stabilität des alten Hauses beiträgt. Und das, obwohl es bis auf eine „sanfte Berührung“ an der Bodenplatte keine bauliche Verbindung geben werde. Sobald der Rohbau fertig sei, werde man die entstandenen Risse im Museum fachgerecht verpressen und verputzen lassen. Ein Konzept für den Dachstuhl des Altbaus soll dann die Basis für ein alles überspannendes Schindeldach liefern. Eine stabilisierende „Rückverankerung“ sei bereits erfolgt.

Mit einer Kostenexplosion durch die Behebung der Schäden muss die Gemeinde laut Wegmann aber nicht rechnen. Auch im Rathaus bleibt man gelassen, versichert Wunderle. „Wir sind entspannt, alles ist im grünen Bereich.“ Beim Heimatmuseumsverein traut man sich dagegen noch nicht aufatmen, meint Vorsitzender Maier: „Solange ich keine absolute Sicherheit habe, sperre ich das Haus nicht auf.“

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