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Zu haben: Die Gastronomie auf der Insel Wörth steht zum Verkauf. Das Geld möchte der Erbpachtnehmer Dietrich Sailer in den Bau einer Brauerei stecken.

Insel Wörth Gastronomie sucht neuen Eigentümer

Im Schliersee: Ein Stückchen Insel für 3,5 Millionen zu verkaufen

Zuletzt lief es auf der Insel Wörth im Schliersee durchaus im Sinne des Eigentümers. Dennoch möchte sich Dietrich Sailer von der Insel-Gastronomie trennen - für 3,5 Millionen Euro.

Schliersee – Dietrich Sailer trägt quasi zwei Herzen in seiner Brust. Eines schlage für die Insel Wörth im Schliersee, sagt der Traunsteiner. „Aber im Herzen bin ich Bierbrauer.“ Und weil er Geld für seinen Traum von einer Brauerei in München („Münchner Kindl“) benötigt, muss eines der Gasthäuser, das sich in seinem Besitz befindet, dran glauben. Neben der Insel-Gastronomie im Schliersee sind dies zum Beispiel die Villa Flora in München und das Badehaus in Bernau. Auf dem Markt befinde sich aktuell aber nur die Insel-Gastronomie. Aufgerufen sind 3,5 Millionen Euro. „Einen Tod muss man sterben“, sagt Sailer. Von welchem Objekt genau er sich trennt, sei derweil noch nicht entschieden.

Begonnen hatte das Engagement Sailers um die Jahrtausendwende. Damals war er noch Gesellschafter beim Hofbräuhaus Traunstein, und auf deren Erfahrung beim Betrieb von Wirtshäusern setzte damals die Gemeinde Schliersee. Diese trat als Vermittler zwischen der Brauerei und dem Eigentümer der Insel auf, der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung als Vertreter des Freistaats Bayern. Der Erbpachtvertrag (5000 Quadratmeter) mit einer Laufzeit bis in die 2050er-Jahre hinein lautete derweil auf Dietrich Sailer persönlich. Und mit ihm schlossen auch die Unterpächter der Gastronomie ihre Verträge. Anfangs lief es auch in etwa so, wie sich die Gemeinde das vorgestellt hatte. Die Gastronomie war eine öffentliche Gaststätte. Hinzu kamen Hochzeits-Gesellschaften. Auf der Insel waren Anfang der Nuller-Jahre das Haupthaus mit Gastraum und Hochzeit-Suite sowie Nebengebäude errichtet worden. Um die Nutzung einer Blockhütte für private Übernachtungen gab es später ebenso Streit wie mit einer Pächterin. Jahrelang kam die Gastronomie kaum zur Ruhe, mehrfach wechselten die Pächter. Wiederholt gehörte Begründung: Die Pacht sei zu hoch für eine Wirtschaft, die auf Gedeih und Verderb dem Wetter ausgeliefert sei und die sich im Winter überhaupt nicht rentiere.

Dies hat sich inzwischen geändert, wie Sailer sagt: „Ich bin zufrieden, und der Pächter ist es auch.“ Bei Letzterem handelt es sich in letzter Konsequenz um den Bayerischen Hof in Miesbach. Der aber – und das ist wohl der Preis der Zufriedenheit – setzt wie der Vorgänger auf Events für geschlossene Gesellschaften. Hochzeiten zum Beispiel, die gerne freitags und samstags gefeiert werden. Die Öffentlichkeit kann nur beim Sonntagsbrunch Speis’ und Trank auf der Insel genießen – und tut dies Sailer zufolge gerne auch bei schlechtem Wetter. Das Wirtshaus auch Montag bis Donnerstag offen zu halten, rentiere sich aber nicht. Schließlich müsse Personal auch bezahlt werden, wenn keiner kommt. Seitens des Unterpächters war gestern keine Stellungnahme zu bekommen. Sailer zufolge läuft dessen Vertrag noch bis 2018/19. Es ändert sich erstmals also nicht, ferner bestehe Interesse an einer Verlängerung. Im Falle eines Verkaufs wäre das dann Sache des neuen Eigentümers.

Die Insel ist zwar öffentlich zugänglich, eine Gastronomie fast nur für geschlossene Gesellschaften gefällt aber weder Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) noch gefiel sie dessen Vorgänger Toni Scherer (PWG). Letzterer hatte einst bei Sailer eine öffentliche Gastronomie angemahnt. Die Seeverwaltung ließ derweil wissen, hierfür bestehe keine Handhabe.

dak

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